Schwere Gewitter ziehen über Deutschland. Vielerorts stürzen Bäume um und landen auf Autos und Straßen. Es gab zahlreiche Einsätze und mehrere Verletzte. Schwere Unwetter sind am Mittwoch über Teile von Deutschland gezogen. In Brandenburg soll es gegen 17 Uhr einen Tornado gegeben haben. Ein Dach wurde dabei in Fürstenwalde/Spree abgedeckt und Bäume stürzten um, wie es auf der Webseite der Europäischen Unwetter-Datenbank hieß. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden keine Menschen verletzt, wie ein Sprecher des Lagezentrums in Potsdam sagte. Es seien einige Schäden entstanden, etwa weil umgestürzte Bäume Autos getroffen hätten. Weiterer Tornado in Hessen? Dutzende Häuser beschädigt In Hessen wurden bei einem Unwetter am Abend zahlreiche Häuser beschädigt. In Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) sind rund 60 Häuser betroffen, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Schäden reichen demnach von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu einer totalen Dachabdeckung. Teilweise seien Dachteile bis zu 100 Meter weit geflogen, hieß es in einer Mitteilung. Laut Polizei sind auch Häuser in Solms betroffen. Mutmaßlich sei eine Windhose für die Zerstörung verantwortlich, sagte ein Sprecher. Gegen 20.17 Uhr sei ein bodennaher Wirbel gefilmt worden, hieß es auf der Webseite tornadoliste.de. Teilweise seien komplette Dachstühle angehoben worden und einige Häuser unbewohnbar. Schwere Unwetter in Rheinland-Pfalz – Frau von Baum erschlagen Nach Starkregen und Sturm am Abend kämpfen Einsatzkräfte im Norden von Rheinland-Pfalz gegen zahlreiche Schäden. Es soll abgedeckte Dächer, herausgebrochene Hauswände, Stromausfälle und zahlreiche umgestürzte Bäume geben. Wie groß das Ausmaß der Schäden ist, war zunächst noch unklar. Unwetter in Deutschland: Gewitter mit Starkregen und Hagel – DWD warnt Meteorologe gibt Prognose ab: "Markanter Wetterwechsel": Unwetter bahnen sich an Zwei Menschen wurden im Bereich der Polizeidirektion Mayen durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt. Eine der beiden, eine 58-jährige Frau, kam dabei ums Leben. Die Spaziergängerinnen hatten bei einer überdachten Sitzgruppe Schutz vor dem Unwetter gesucht und seien trotzdem von einem Baum getroffen worden sei, teilte das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstagmorgen mit. In Höhr-Grenzhausen im Westerwald riss der Sturm Wände aus Häusern. Mindestens zwei Bauwerke seien betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Es gab Schäden durch abstürzende Fassadenteile und umherfliegende Gegenstände. Und überall seien Bäume umgestürzt. In der Gemeinde Bannberscheid im Westerwaldkreis wurden Teile der Fassade der Aubachhalle weggeweht. Zudem fiel vor Ort großflächig der Strom aus. Vom Polizeipräsidium Koblenz hieß es, es gebe flächendeckend umgestürzte Bäume und Sturmschäden an Bauwerken. Im Westerwaldkreis gebe es derzeit zahlreiche Einsätze, teilte die Kreisverwaltung am späten Abend mit. Es seien mehrere Gebäude beschädigt worden und es gebe flächendeckende Stromausfälle. Aktuell arbeiteten die Kräfte über 100 Einsatzstelle ab. Besonders betroffen seien etliche Verbandsgemeinden besonders im unteren Teil des Westerwaldkreises. "Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen sind mit umfangreichen Kräften im Einsatz", teilte der Kreis mit. Der Schwerpunkt liegt auf der Abwehr akuter Gefahren, der Sicherung beschädigter Gebäude sowie der Unterstützung betroffener Bürgerinnen und Bürger. Die Bevölkerung wird gebeten, die betroffenen Bereiche zu meiden, Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Angaben zu verletzten Personen lägen derzeit nicht vor. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier habe es mehrere umgestürzte Bäume gegeben, sagte ein Sprecher. In Sankt Thomas im Eifelkreis Bitburg-Prüm sei ein Baum auf die Straße und die Bahngleise gefallen. Von Verletzten sei nichts bekannt, sagte er. Auf der A61 stürzte ein Lastwagen wegen Sturmböen um. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Abend vor schweren Unwettern vor allem im Norden von Rheinland-Pfalz gewarnt. Später wurde die Warnung aufgehoben. Einsätze in Bayern und Thüringen Auch in Thüringen hatten Einsatzkräfte den ganzen Abend zu tun. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Abend eine Warnmeldung vor starkem Gewitter für mehrere Regionen in Thüringen herausgegeben. Einem Polizeisprecher im Lagezentrum des Landes zufolge liefen zahlreiche wetterbedingte Einsätze. Vor allem der Süden des Bundeslandes sei betroffen. Bäume seien auf Straßen und geparkte Autos gefallen, sagte er. Keller sollen durch Starkregen vollgelaufen sein. Verletzte gibt es nach derzeitigen Informationen nicht. Auch in Bayern haben sind infolge eines Unwetters am Abend mehrere Autos beschädigt worden. Laut einem Sprecher der Polizei fielen wegen des Sturms zahlreiche Bäume in Unterfranken um und stürzten auf Straßen sowie Autos. Auch ein parkender Wohnwagen wurde demnach von einem Baum getroffen. Menschen kamen den Angaben zufolge dabei nicht zu Schaden. Insgesamt liefen am Mittwochabend im bayerischen Unterfranken 13 Einsätze. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage laut dem Sprecher zunächst.