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Alexander Zverev vor US Open: Ist der deutsche Grand-Slam-Sieger Favorit?

Der erste deutsche Tennis-Grand-Slam-Sieger seit 30 Jahren zählt auch in New York zu den Favoriten. Dabei hat er an das Turnier nicht nur gute Erinnerungen. Das Abenteuer Nordamerika 2026 begann mit dem denkbar schlechtesten Start für Alexander Zverev . Beim Masters-Turnier im kanadischen Montréal scheiterte Deutschlands bester Tennisspieler bereits zum Auftakt in der ersten Runde am Niederländer Tallon Griekspoor. "Das war wahrscheinlich mein schlechtestes Match der Saison. Ich habe nicht viele schlechte Partien gespielt, aber diese war definitiv die schlechteste", sagte Zverev nach der enttäuschenden Leistung beim 7:6 (7:3), 2:6, 4:6 gegen den Weltranglisten-69. Aktuell schlägt er in Cincinnati auf, der Generalprobe für die US Open in New York, das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres, das am 30. August beginnt. Und Zverev hat sich doch einmal mehr viel vorgenommen. Schließlich sei 2026 bisher "ein gutes Jahr" gewesen, "aber die Saison ist noch nicht vorbei", sagte der Hamburger schon vor seinem Abflug nach Kanada. Dieses Jahr ist die Tenniswelt schließlich eine andere für den mittlerweile 29-Jährigen. Durch seinen Sieg bei den French Open im Juni endete eine 30-jährige Durststrecke, als bis dahin letzter deutscher Grand-Slam-Sieger konnte Boris Becker 1996 die Australian Open gewinnen. Vor allem aber ging endlich die lange Jagd des 1,98-Meter-Manns nach seinem ersten Titel bei einem Major-Turnier zu Ende. Schon 2025 stand er im Endspiel von Melbourne, unterlag dort aber dem aktuellen Weltranglistenersten Jannik Sinner . Genau wie in Wimbledon vor wenigen Wochen. Immerhin schrieb er mit der Endspiel-Niederlage in London trotzdem deutsche Tennisgeschichte: Keinem anderen Spieler aus der Bundesrepublik war es zuvor gelungen, das Endspiel bei allen vier Grand Slams zu erreichen, weder Boris Becker noch Michael Stich schafften das. Gute und schlechte Erinnerungen an New York Auch in New York gehört er nun wieder zu den Favoriten. So ist es seit Paris, und so wird es wohl auch über die kommenden Jahre bleiben. Die Bürde eines Grand-Slam-Siegers. Damit muss er zurechtkommen. Und das nun ausgerechnet bei den US Open. Das Turnier in Flushing Meadows ist ein Besonderes in Zverevs Karriere – im Guten wie im Schlechten. Dort erreichte der Hamburger nämlich zum ersten Mal überhaupt ein Grand-Slam-Finale. 2020 war das, mitten in der Corona-Pandemie. Vor fast komplett leeren Rängen im Arthur Ashe Stadium erlebte er dann aber ein Drama gegen den Österreicher Dominic Thiem: Zverev gewann die ersten beiden Sätze klar – und verlor am Ende doch noch mit 6:2, 6:4, 4:6, 3.6, 6:7 (6:8) . "Ich war wenige Punkte vom Sieg entfernt, das ist sehr bitter. Aber ich muss damit leben" sagte er im Nachhinein über das 4:01 Stunden lange Match. Bekannte damals aber auch: "Ich bin 23 Jahre alt, ich denke nicht, dass es meine letzte Chance war. Ich glaube, dass ich eines Tages einen Grand Slam gewinnen werde." Hilft ein früherer Rivale weiter? Diese Vorhersage ist nun, fast sechs Jahre später, wahr geworden. In New York aber agierte Zverev seit 2020 mit nur wenig Fortune. 2021 scheiterte er zwar erst im Halbfinale an Novak Djoković, danach kam er auf dem seinem Spiel eigentlich zuträglichen Hartplatz nicht mehr über das Viertelfinale hinaus. Im vergangenen Jahr schied er in Runde drei gegen den Kanadier Félix Augier-Aliassime aus. Schon 2024 war im Viertelfinale gegen Angstgegner Taylor Fritz (USA) Schluss, ebenso im Jahr zuvor gegen Carlos Alcaraz aus Spanien. "Ich muss es nächstes Jahr besser machen. Ich muss eine Lösung finden", gab sich Zverev darauf selbstkritisch. "Ich habe hier zwei Jahre nicht gut gespielt, das ist enttäuschend." Ein weiteres Jahr in Folge soll das nicht passieren. Auch deshalb bereitete sich der aktuelle Weltranglistenzweite in der Rafael Nadal Academy auf Mallorca vor allem auf die anstehenden zwei Wochen im "Big Apple" vor. "Es ist immer sehr interessant, seine Meinung zu meinem Spiel zu hören", sagte Zverev danach. "Ich spiele schon seit zehn Jahren gegen Rafa, daher ist es äußerst wertvoll, seine Sichtweise darauf zu hören, was ich gut mache und was ich noch verbessern kann." Im Camp der spanischen Tennis-Legende hatte Zverev schon im vergangenen Jahr vor dem Start in die Hartplatzsaison trainiert – und die Zeit hinterließ bleibenden Eindruck: "Rafa erzählte mir, dass er auch eine ähnliche Phase durchgemacht habe, als er viele Matches gegen Djoković verlor, bevor er die Lösung fand", sagte Zverev zu seinen Eindrücken aus Mallorca danach. "Ein Prozess, der Jahre dauert" Im letzten Sommer nämlich war er gerade völlig überraschend in der ersten Runde von Wimbledon am Franzosen Arthur Rinderknech gescheitert, gab danach eine aufsehenerregende Pressekonferenz , auf der er davon sprach, sich "leer" und "alleine" zu fühlen. Seitdem nimmt er therapeutische Unterstützung in Anspruch. "So etwas ist nicht in zwei Wochen vorbei", erklärte er vor den US Open im vergangenen Jahr. "Das ist ein Prozess, der Jahre dauert; bei dem es Jahre zurückgeht. Ich habe professionelle Hilfe, und ich bin sehr glücklich damit." Und durch den erlösenden Grand-Slam-Erfolg nun spielt Zverev auch sichtlich befreiter auf, gibt sich auch in Interviews lockerer. "Ich glaube, dass ich in diesem Jahr Fortschritte gemacht habe", sagte Zverev kürzlich. "Auf dem richtigen Weg" sehe er sich. In Montréal ist er Topfavorit, und das mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz – auch dank der Absagen von Sinner, Grand-Slam-Rekordsieger Djoković und des nach seiner Verletzung noch immer im Aufbau befindlichen Alcaraz. Das Turnier hat er 2017 bereits einmal gewonnen. In New York auch im Mixed im Einsatz Und in New York wird er dann noch eine weitere Herausforderung wagen: Dort startet Zverev nämlich auch beim Mixed-Wettbewerb im Duo mit der Amerikanerin Taylor Townsend. Zverev und Townsend stehen auf der Liste der 16 Doppelteams, die rund einen Monat vor Beginn des Grand-Slam-Turniers offiziell von den US Open bekannt gegeben wurde. Mit Townsend tritt Zverev an der Seite einer echten Doppelexpertin an: Die 30-Jährige steht in der WTA-Weltrangliste im Doppel auf Position zwei. Wie schon im vergangenen Jahr ist das Teilnehmerfeld des Wettbewerbs prominent besetzt. Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte in diesem Jahr auf dem Duo aus Djoković und der Weltranglistenersten Aryna Sabalenka liegen. Das Doppelturnier wird am 25. und 26. August stattfinden, kurz vor dem Start des Einzelwettbewerbs. Die Spiele werden bis auf das Finale in verkürzten Sätzen ausgetragen und finden in den großen Stadien statt. Der Mixed-Wettbewerb wird bei den US-Open in diesem Jahr zum zweiten Mal in einem neuen Format veranstaltet. Wegen seines Show-Charakters kam der Wettbewerb vor dem eigentlichen Grand-Slam-Turnier bei seiner Premiere im vergangenen Jahr gut bei den Fans an und füllte die Arenen in New York. Damals war Zverev mit der Schweizerin Belinda Bencic angetreten und bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Im besten Fall wird auch das in diesem Jahr anders beim besonderen Turnier für Alexander Zverev.

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