Im kommenden Jahr feiert sie ihren 50. Geburtstag: Mareile Höppner. Mit t-online hat die TV-Bekanntheit über berufliche und private Veränderungen gesprochen. Sie gehört zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fernsehen: Seit über 25 Jahren steht Mareile Höppner vor der Kamera, moderierte unter anderem von 2008 bis 2022 das ARD-Boulevardmagazin "Brisant". Dann wechselte sie zurück zu RTL, wo ihre Karriere einst begonnen hatte – und wo es zuletzt einen personellen Umbruch gab. Hunderte Stellen wurden bei dem Kölner Privatsender gestrichen, auch viele von Mareile Höppners Moderationskollegen waren betroffen. Sie selbst sieht ihrer Zukunft nicht ängstlich entgegen – weder beruflich noch in Bezug auf das Altern und ihren anstehenden 50. Geburtstag, wie sie im Interview mit t-online bei der Remus Lifestyle Night klarstellt. t-online: Viele Ihrer Kollegen mussten gehen, weil RTL Stellen abgebaut hat. Wie blicken Sie auf diese Entwicklung in der TV-Branche? Mareile Höppner: Das sind ganz große Veränderungen. Und sicherlich muss man das für alle Kolleginnen und Kollegen, die davon betroffen sind, mit großer Sorge sehen. Das war ein großer Umbruch, aber leider ist es auch der Umbruch, der gerade in der gesamten Gesellschaft passiert. Macht es das besser? Das Fernsehen ist ein Teil dieses Umbruchs. Die Welten verändern sich gerade einfach. Das Fernsehen steht vor der größten Veränderung, seit es begonnen hat. Bereitet Ihnen das Sorgen? Ich neige nicht so sehr zu Angst. Sie ist nicht mein Berater. Ich bin eher jemand, der bei Neuanfängen immer auch Vorteile und Möglichkeiten sieht. Ich liebe meine Arbeit jedenfalls. Und solange das Kühlschranklicht noch leuchtet, werde ich anmoderieren. Kommendes Jahr feiern Sie Ihren 50. Geburtstag. Ist das eine Zahl, die Sie beschäftigt? Wenn es so weit ist, beschäftigt sie mich bestimmt. Allerdings werde ich von außen viel stärker daran erinnert, dass ich älter werde, als von mir selbst. Ich bin immer wieder erstaunt, wie große Schwierigkeiten die Gesellschaft mit dem Älterwerden hat – gerade bei Frauen. Wie meinen Sie das genau? Es scheint uns schwerzufallen, einen gesunden Umgang damit zu finden. Man hat immer den Eindruck, Frauen werden geradezu reglementiert, wenn es ums Alter geht. Plötzlich kommen Menschen und meinen, dass man bestimmte Dinge nicht mehr anziehen darf. Wenn man sich selbst darin wohlfühlt, geht das doch niemanden etwas an. Ist das nur in Deutschland so? In Deutschland sind wir wirklich streng mit Frauen. Wir haben ein Riesenproblem damit, entspannt und emanzipiert mit ihnen umzugehen. Ich finde das bedauerlich, denn Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus. Es gibt andere Länder, die besser mit diesem Thema umgehen. Welche meinen Sie? In Italien und Spanien herrscht zum Beispiel ein ganz anderes Selbstbewusstsein und eine gewisse Grandezza. Und es ist ja auch nicht so, dass man Frauen, die sich um ihre Schönheit bemühen, automatisch unterstellen kann, dass sie sich deshalb nicht für Frauenrechte oder Politik interessieren. Dieser Schönheitswahn ist mit der Zeit aus Hollywood zu uns herübergeschwappt und wird in den sozialen Medien zelebriert. Viele Schauspielerinnen ab 50 bekommen kaum noch Jobangebote. Auf jeden Fall finde ich, dass es keine Einschränkungen geben darf. Das ist ganz wichtig, weil das eine Errungenschaft ist, für die Generationen vor uns gekämpft haben. Das lasse ich mir nicht wegnehmen, schon gar nicht von Menschen, die damit nicht zurechtkommen. Es ist wichtig, mutig voranzugehen. Was tun Sie für Ihr Aussehen? Ich treibe Sport! Das ist mir total wichtig. Das habe ich schon immer gemacht, aber nicht fanatisch. Dafür bin ich nicht ehrgeizig genug. Ich bin außerdem ein großer Fan guter Kosmetik. Welche Rolle spielt für Sie das Altern in dieser Hinsicht? Ich denke, man muss für sich entscheiden, wie man älter werden möchte. Wir Frauen sollten uns viel mehr Freiheiten zugestehen. Das Altern können wir ohnehin nicht aufhalten. Aber mit Genuss und innerer Haltung kann man gut älter werden. Und wenn im Kopf dahinter noch etwas passiert, ist es umso besser. Ich finde, alles sollte Frauen erlaubt sein, was ihnen guttut. Sind das auch die Werte, die Sie Ihren Kindern mitgeben? Ich möchte meine Kinder vor allem zu Mut und Selbstständigkeit erziehen. Sie sollen eine eigene Haltung entwickeln, innere Stärke haben und darauf vertrauen, dass sie ihren eigenen Weg gehen können. Außerdem möchte ich ihnen mitgeben, dass sie sich gegen Anfeindungen wehren und mehr bei sich selbst bleiben sollen. Denn ich habe das Gefühl, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der immer mehr und immer schneller geurteilt wird.