Henry Fonda und Katharine Hepburn verhalf er zu Oscars. Bette Midler entdeckte er. Nun ist der Regisseur Mark Rydell gestorben. Sein Film "Am goldenen See" von 1981 gehört zu den bekanntesten Werken von Mark Rydell. Darin vereinte er Henry Fonda und seine Tochter Jane Fonda für ihren einzigen gemeinsamen Film vor der Kamera. Nicht die einzige Besonderheit seiner Karriere. Nun ist Rydell im Alter von 97 Jahren verstorben, wie mehrere US-Medien, zum Beispiel das Branchenmagazin "Variety" berichten. Auch Schauspielerin Bette Midler meldete sich auf Instagram zu Wort und erinnerte an die gemeinsame Arbeit. Als Regisseur war er für Midlers ersten Film "Die Rose" verantwortlich. Er habe ihr "so viel beigebracht". "Beide Oscar-Nominierungen verdanke ich ihm. Er war der 'Flüsterer' der Schauspieler. Schon wenige Worte reichten aus, um zu verstehen, was gefragt war." Sie verbinde "viele schöne Erinnerungen" mit ihm. Rydell wurde als Mortimer H. Rydell in New York geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Juilliard School of Music sowie am Neighborhood Playhouse und am Actors Studio. In den 1950er Jahren war er am Broadway und verdiente sich als Jazzpianist etwas dazu. Sechs Jahre lang spielte er in der Seifenoper "Jung und Leidenschaftlich – Wie das Leben so spielt", bevor sein Charakter aus der Serie geschrieben wurde. Den Weg hinter die Kamera fand er Anfang der 1960er Jahre über das Fernsehen, wo er Episoden von Serien wie "Rauchende Colts", "Auf der Flucht" und "Tennisschläger und Kanonen" inszenierte. Sein Spielfilmdebüt als Regisseur gab er mit der Verfilmung von D.H. Lawrences "The Fox", einem Liebesdreieck, das wegen seines Inhalts bei Zensoren für Aufregung sorgte, beim Arthouse-Publikum aber gut ankam. Es folgten der Western "Der Gauner" mit Steve McQueen, für den Rupert Crosse eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller erhielt, sowie "Die Cowboys" mit John Wayne . Mit dem Romantikdrama "Zapfenstreich" holte Rydell eine Oscar-Nominierung für Marsha Mason heraus. Seinen größten Erfolg feierte er 1981 mit "Am goldenen See", einer Verfilmung von Ernest Thompsons Bühnenstück über Familienbeziehungen. Der Streifen war für den besten Film nominiert, Rydell selbst für die beste Regie. Henry Fonda gewann in seiner letzten Hauptrolle, die er an der Seite seiner Tochter Jane Fonda spielte, den Oscar. Katharine Hepburn erhielt für ihre Darstellung ihren vierten Oscar als beste Hauptdarstellerin, Ernest Thompson wurde für sein Drehbuch ausgezeichnet. Elf Emmy-Nominierungen für "James Dean" Neben seiner Arbeit als Regisseur trat Rydell auch selbst vor die Kamera. Besonders in Erinnerung blieb seine Rolle als Gangster Marty Augustine in Robert Altmans "Der Tod kennt keine Wiederkehr". Später spielte er den Studioboss Jack Warner in seinem eigenen Film "James Dean" sowie den Gangster Meyer Lansky in Sydney Pollacks "Havana". Zuletzt widmete sich Rydell wieder dem Fernsehen: 1996 inszenierte er für HBO "Crime of the Century" über den Lindbergh-Entführungsfall, 2001 folgte das TNT-Biopic "James Dean" mit James Franco in der Titelrolle, das elf Emmy-Nominierungen erhielt, darunter eine für die beste Regie. Sein letztes Regieprojekt war 2007 eine Episode der ABC-Serie "Masters of Science Fiction". Rydell hinterlässt drei Kinder: Amy und Christopher, beide Schauspieler, sowie Alexander, der als Cutter arbeitet.