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Tierversicherungen boomen: Zahl der Verträge hat sich mehr als verdoppelt

Der Gang zum Tierarzt wird immer teurer – auch deshalb erleben Tierversicherungen eine riesige Nachfrage. Doch auch die Versicherungen selbst werden immer teurer. Ob Hund oder Katze – in vielen Familien hierzulande ist ein Vierbeiner fester Bestandteil. Laut dem Zentralverband der Heimtierbranche (ZZF) lebt in fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland (43 Prozent) ein tierischer Mitbewohner. Am häufigsten sind dabei Katzen (15,7 Millionen) und Hunde (10 Millionen) vertreten. Von der Tierliebe vieler Deutscher profitiert im zunehmenden Maße auch die Versicherungswirtschaft: Der Versicherungsschutz für Tiere wird zu einer echten Erfolgsstory. So hat sich allein in den Jahren 2019 bis 2024 die Zahl der versicherten Tiere von 845.000 auf zwei Millionen mehr als verdoppelt. Noch stärker fällt das Wachstum bei den Beiträgen aus: Nahmen die Versicherer im Jahr 2019 noch 173 Millionen Euro an Beiträgen von den Versicherten ein, waren es fünf Jahre später bereits 720 Millionen Euro, wie aktuelle Zahlen des Branchenverbands GDV illustrieren. Höhere Tierarztkosten treiben Nachfrage Die Versicherer profitieren dabei vor allem von den gestiegenen Tierarztkosten, die seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) deutlich gestiegen sind. Insgesamt spricht das Bundeslandwirtschaftsministerium von einer Erhöhung der Tierarztkosten zwischen 20 und 25 Prozent, einzelne Leistungen wurden hingegen deutlich stärker angepasst. Vor allem Katzenbesitzer zahlen durch die neue Verordnung mehr, da die Behandlungskosten für Katzen an diejenigen für Hunde angepasst wurden. Hinzu kommt der medizinische Fortschritt. "Die Tiermedizin kann heute weit mehr leisten als noch vor wenigen Jahren", sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin beim GDV. "Das macht Behandlungen allerdings auch teurer." Auch deswegen greifen immer mehr Menschen zum Versicherungsschutz für ihr Haustier. Aus diesen Versicherungen können Sie wählen Dabei stehen ihnen grundsätzlich zwei Varianten mit unterschiedlichem Leistungsumfang zur Verfügung: Die Operationskostenversicherung: Sie deckt medizinisch notwendige chirurgische Eingriffe einschließlich Vor- und Nachbehandlung ab. Die Tierkrankenversicherung: Sie übernimmt neben den Leistungen der OP-Versicherung auch normale Behandlungen beim Tierarzt, Medikamente, Spezialdiagnostik (Röntgen, Ultraschall, Labor) und häufig auch Vorsorgemaßnahmen (Impfungen, Wurmkuren). Entsprechend ist sie deutlich teurer als die reine OP-Versicherung. Laut den aktuellen GDV-Daten wählen dabei immer mehr Tierbesitzer den umfassenden Schutz. Hatten im Jahr 2020 nur rund 20 Prozent eine Tier-Krankenversicherung, waren es 2024 bereits knapp 40 Prozent. Zwar überwiegt bei der Mehrheit der Hunde- und Katzenhalter immer noch die reine OP-Versicherung, jedoch holt die Tiervollversicherung merklich auf. "Wir beobachten, dass Halterinnen und Halter immer öfter eine umfassende Absicherung wählen und nicht mehr nur einzelne Risiken abdecken", sagt Käfer-Rohrbach. Auch Preise für Versicherungen steigen Unerwähnt bleibt, dass auch die Tierversicherer in den vergangenen Jahren ihre Preise deutlich angepasst haben. Dies ist nicht weiter verwunderlich, schließlich müssen sie durch die gestiegenen Tierarztkosten auch deutlich mehr zahlen. Regelmäßig haben die Anbieter zuletzt ihre Beiträge angepasst, in Onlineforen wird vereinzelt gar von Verdoppelungen der Versicherungsprämie gesprochen. Neue Gebührenordnung: Der Besuch beim Tierarzt wird teurer Chihuahua-Halter muss 1.500 Euro zahlen: Kleine Hunde, hoher Schaden: Was Hundehalter wissen müssen Das liegt auch daran, dass einzelne Anbieter Neukunden gezielt mit sehr niedrigen Beiträgen locken. Diese steigen jedoch in der Folgezeit häufig deutlich an – gerade bei einem älteren Tier ist es dann schwierig bis unmöglich, einen neuen Versicherer zu finden. Auch können die Verträge wie bei jeder Sachversicherung durch den Versicherer jährlich bzw. nach einem Schaden gekündigt werden. Manche Anbieter verzichten jedoch auf ihr Kündigungsrecht – kein unwesentlicher Punkt. Zahlreiche Stolperfallen Zumal insbesondere bei günstigen Tarifen so manche Stolperfalle in Form von Ausschlüssen und Leistungseinschränkungen lauert. Günstige Tarife haben häufig niedrige Höchstentschädigungsgrenzen, bei 1.000 Euro im Jahr ist teils schon Schluss. Andere Tarife schließen teure Erkrankungen aus, wie etwa beim Hund die Hüftgelenks- und Ellenbogengelenksdysplasie, unter der vor allem größere Rassen leiden. Für Tierbesitzer sind diese Einschränkungen jedoch nicht ohne Weiteres zu erkennen – ohnehin ist ein Vergleich einzelner Tarife aufgrund der schieren Anzahl der Anbieter und fehlender Standards für den Laien schwierig. Es empfiehlt sich also, einen spezialisierten Versicherungsmakler zurate zu ziehen, will man eine unliebsame Überraschung vermeiden.

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