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Merz fordert Mehrarbeit der Deutschen – die planen das Gegenteil

Der Bundeskanzler will die Menschen zu mehr Arbeit bewegen. Eine neue Umfrage zeigt: Die Deutschen haben eher Lust auf das Gegenteil. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wiederholt seit mehr als einem Jahr immer wieder seine zentrale Aufforderung an die Bürgerinnen und Bürger: Es müsse mehr gearbeitet werden, nur so könne die Wirtschaft wieder in Schwung kommen . Besonders im Visier hat er dabei die "Viertagewoche und Work-Life-Balance", die ihm zufolge den Wohlstand des Landes kosten. Entsprechende Gesetzesvorhaben haben der Kanzler und sein Kabinett auch schon formuliert. So soll etwa die abschlagsfreie Frührente abgeschafft werden , es wurde 2026 die Aktivrente für arbeitende Rentner eingeführt und grundsätzlich dürfte das Renteneintrittsalter langfristig ansteigen . Zudem will Merz den Acht-Stunden-Tag abschaffen und stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit festlegen. Auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und die Attestpflicht am ersten Arbeitstag schlagen in diese Kerbe. Zwei Drittel der Deutschen wollen Arbeitszeit reduzieren Doch die Deutschen wollen nicht mehr und länger arbeiten – das zeigen Umfragen und Analysen immer wieder. So wollen 44 Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage von Ende Juni zufolge vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen. Bei den über 50-Jährigen sind es sogar 52 Prozent. Aber auch im Hinblick auf andere Aspekte des Mehrarbeitens sind die Deutschen zurückhaltend. Das zeigt eine Befragung von Statista+, deren Ergebnisse t-online vorliegen. Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet. So sagen 39 Prozent der Erwerbstätigen, dass sich Leistung im Job nicht lohne. Nur 44 Prozent sind bereit, Mehrarbeit zu leisten. 22 Prozent sagen, dass sie grundsätzlich nicht bereit sind, mehr als formal erwartet für ihren Job zu leisten. Die Gründe dafür sind: Weil das Unternehmen Mehrarbeit nicht oder nicht ausreichend vergütet (41 Prozent) Weil die eigene Freizeit wichtiger ist (36 Prozent) Weil es dafür keine oder kaum Wertschätzung gibt (34 Prozent) Weil es die Lebensqualität beeinträchtigen würde (31 Prozent) Weil das Unternehmen dadurch keine besseren Karrierechancen bietet (26 Prozent) Weil die Belastungsgrenze schon erreicht ist (23 Prozent) Weil das Mehreinkommen durch Steuern und Abgaben aufgefressen werden würde (22 Prozent) Dadurch wird deutlich, dass – anders als von Merz gewünscht – vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Beschäftigte eine wichtige Rolle spielt. Wohl auch deshalb will die deutliche Mehrheit der Befragten (66 Prozent) ihre Arbeitszeit reduzieren. Davon planen 20 Prozent, das auch in den nächsten zwölf Monaten zu tun. Die Hauptgründe dafür sind: der Wunsch nach mehr Privatleben (47 Prozent), nach mehr Genuss im Leben (44 Prozent) und weil die Arbeitsbelastung zu hoch ist (32 Prozent). Die Umfrage verdeutlicht aber auch, dass Arbeitgeber mehr dafür tun könnten, ihre Beschäftigten zur Mehrarbeit zu bewegen: Bessere Bezahlung (auch von Überstunden) sowie mehr Wertschätzung zählen schließlich zu den Hauptgründen, weshalb Beschäftigte aktuell zögern. Dabei lassen sich die Beschäftigten nicht eindeutig mit höheren Gehältern locken, um dann doch mehr zu arbeiten. So würden 53 Prozent der Befragten eine Beförderung mit Gehaltserhöhung ablehnen, wenn sie mit Mehrarbeit verbunden ist. 47 Prozent würden hingegen annehmen. Transparenzhinweis: Statista ist Teil der Ströer-Gruppe, zu der auch das Nachrichtenportal t-online gehört.

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