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Fernwärme: Einige Regionen zahlen deutlich mehr | Halbjahresbericht

Während Gas- und Ölpreise auf Krisen abrupt reagieren, ist der Preis für Fernwärme erstaunlich träge. Es gibt aber auch Abweichungen. Die Fernwärmepreise liegen bei durchschnittlich 15,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) brutto. Das zeigt der Halbjahresbericht der Preistransparenzplattform Fernwärme. Im Gegensatz dazu zahlen Haushalte mit Gasheizungen (Bestandskunden) durchschnittlich 10,7 Cent/kWh, Haushalte mit Ölheizungen etwa 7,5 Cent/kWh – wenn sie Heizöl günstig eingekauft haben. Allerdings gibt es bei den Fernwärmepreisen auch deutliche Abweichungen nach oben und unten. So gibt es auch Lieferanten, die lediglich 8,45 Cent/kWh berechnen. Andere wiederum verlangen von ihren Kunden bis zu 26 Cent/kWh. Die gängigen Preise liegen jedoch zwischen 12,5 und 17,5 Cent/kWh. Energiewende: Woher Fernwärme wirklich kommt Weiterhin deckt der Halbjahresbericht auf, dass Fernwärmepreise deutlich unabhängiger von geopolitischen Lagen sind als Gas- und Ölpreise. Diese stiegen beispielsweise im Zuge der Eskalation in Nahost und der Blockade der Straße von Hormus teilweise stark. Die Fernwärmepreise hingegen blieben auf einem relativ stabilen Niveau. Grund hierfür sind unter anderem die Preisanpassungszyklen. Die meisten Fernwärmelieferanten passen ihre Preise nur einmal jährlich oder halbjährlich an. Nur wenige ändern ihre Preise monatlich. Das verhindert beziehungsweise flacht Preisspitzen ab. Zudem schafft es Planbarkeit für Verbraucher und die Wohnungswirtschaft, sagt Kai Lobo, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU). 29 Prozent schon klimafreundlich Ein weiteres positives Ergebnis des Berichts ist, dass die Dekarbonisierung der Fernwärme voranschreitet. Demnach erfolgt knapp ein Drittel (29 Prozent) der gesamten Wärmeerzeugung bereits klimafreundlich. Etwas weniger als die Hälfte (314 von 710) der gemeldeten Teilnetze erfüllt bereits die gesetzlichen Anforderungen an klimafreundliche Wärme für das Jahr 2030. "Damit der Fernwärmeausbau auch zukünftig eine tragende Säule der klimaneutralen Wärmewende ist, muss die Bundesregierung nun zügig die Weichen stellen und ein umfangreiches Wärmepaket auf den Weg bringen", fordert Lobo. "Für den Ausbau der Fernwärme braucht es zum einen endlich eine angemessene Anschubfinanzierung (...). Zum anderen braucht es ein ganzes Wärmepaket aus Novellen der AVB-Fernwärme-Verordnung, Wärmelieferverordnung und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, damit der Ausbau zügig vorangeht und Fernwärme auch in Zukunft bezahlbar bleibt." Rechtswidrige Praxis: Verbraucherzentrale stoppt hohe Fernwärme-Forderungen Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, ergänzt: "Von entscheidender Bedeutung ist zudem, dass das beschlossene Gebäudemodernisierungsgesetz eng mit der kommunalen Wärmeplanung und der Gasnetztransformation verzahnt wird. Die kommunale Wärmeplanung muss ihre Steuerungswirkung weiter entfalten." Ihrer Meinung nach sollte die Wahlfreiheit des Einzelnen bei Heizungslösungen mit den zentralen Infrastrukturentscheidungen vor Ort in Einklang stehen. "Technologieoffenheit bei Heizungen darf nicht dazu führen, dass zentrale Infrastrukturentscheidungen unterlaufen werden. Lokal konkurrierende, ineffiziente und kostspielige Mehrfachinfrastrukturen müssen vermieden werden", so Andreae. Kostenfalle Gasanschluss: So umgehen Sie die Stilllegungsgebühren Fernwärmekunden sind nicht ausreichend geschützt Verbraucherschützer kritisieren jedoch seit Jahren, dass Fernwärmekunden den Preiserhöhungen ihres Versorgers ausgeliefert sind. Hinzu kommt, dass Fernwärmeunternehmen eine Monopolstellung haben. So ist ein Anbieterwechsel für die Kunden beispielsweise bei einer Preiserhöhung nicht möglich. Florian Munder, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv), fordert: "Es braucht daher eine verbraucherfreundliche Novellierung der Fernwärmeverordnung sowie eine bundesweite Preisaufsicht zur einheitlichen Kontrolle der Preise." Zwar können Verbraucher vor Vertragsabschluss den Vertrag und die darin enthaltenen Preisanpassungsklauseln rechtlich prüfen lassen. Doch das ist oft mit viel Aufwand verbunden.

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