„Es ist eine tiefe Beziehung mit einer Maschine“
In der aktuellen Ausgabe von „Wiener Wissen“ analysieren Senior Scientist Katja Mayer und Rechtsprofessor Nikolaus Forgó anlässlich der Abschaltung der Anthropic-KI für Nicht-US-Staatsbürger die digitale Abhängigkeit Europas von den US-Tech-Giganten. Sowohl was Volkswirtschaften betrifft als auch die Abhängigkeit einzelner Menschen zu den KI-Auswirkungen in ihrem Alltag. Forgó: „Europa hat die Fähigkeit verloren, im großen Stil eigene digitale Infrastruktur zu betreiben.“
Mayer: „Die aktuelle KI-Debatte macht nun alle Probleme sichtbar. So muss etwa das Suchtpotenzial von KI reguliert werden. Denn ich bin bei den Chatbots alarmiert: Das ist eine Hyper-Individualisierung des Medienverhaltens. Da entwickeln sich tiefe Einzelbeziehungen zu einer Maschine. Das hat schon Menschen in den Selbstmord getrieben.“ Wo denn nun der echte ökonomische Wert der KI liegen würde? Mayer: „Mir kommt das alles vor wie eine riesengroße Blase unter Digitalkonzernen. Da werden gegenseitig Infrastrukturen vermietet. Und gegenseitig Chips verkauft. Das ist wie eine riesige Kreislaufwirtschaft. Andere würden es auch Geldwäsche nennen.“