Das Unglück in Katar war verheerender als angenommen. Der US-Vizepräsident äußert sich zu den Gesprächen mit Iran. Alle Entwicklungen im Newsblog. Montag, 22. Juni Mehrere Tote nach Explosion an Gasanlage in Katar Bei der Explosion und einem anschließenden Brand an der Gasanlage Ras Laffan in Katar sind nach Angaben der Regierung 13 Arbeiter ums Leben gekommen. Außerdem seien 66 Menschen verletzt worden, teilte Energiestaatsminister Saad al-Kaabi bei einer Pressekonferenz mit. Bei den Todesopfern handle es sich um Staatsangehörige aus Indien und Pakistan . Unter den Verletzten befinden sich demnach auch Katarer. Al-Kaabi betonte, bei dem Vorfall habe es sich um einen Unfall gehandelt. Hinweise auf Sabotage oder eine feindliche Handlung gebe es nicht. Der Brand und die Explosion hätten sich am Vorabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit ereignet. Die betroffene Anlage sei seit Dezember 2025 wegen notwendiger Reparaturarbeiten außer Betrieb gewesen und erst vor zwei Tagen wieder in Betrieb genommen worden. Einsatzkräfte der Feuerwehr und des katarischen Zivilschutzes hätten das Feuer in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle gebracht. Nach Angaben des Ministers wurde eine umfassende Untersuchung zur Ursache des Unglücks eingeleitet. Der Betrieb der LNG-Anlagen und Häfen sei von dem Brand nicht beeinträchtigt. Auch die Exporte würden durch den Vorfall nicht beeinflusst, so al-Kaabi weiter. Iran darf wieder Öl verkaufen – auch in die USA Das US-Finanzministerium hat eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte erteilt. Diese beinhalte die Produktion, die Lieferung und den Verkauf von Rohöl sowie petrochemischen Produkten und Erdölprodukten iranischen Ursprungs bis zum 21. August, teilte das Ministerium mit. Die Genehmigung umfasse auch den Import dieser Produkte in die USA . Grundlage ist eine in der vergangenen Woche von den beiden Regierungen unterzeichnete Absichtserklärung. Darin stimmten die USA Ausnahmeregelungen für den Export von iranischem Rohöl sowie für damit verbundene Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Versicherungen und Transporte zu. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind von der Lizenz ausgeschlossen. Vance: Iran will Atominspekteure ins Land lassen Der Iran will nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht, sagte Vance zum Ende seiner Gespräche mit der iranischen Seite in der Hotelanlage Bürgenstock Resort in der Schweiz. Die Verhandler hätten um 2 Uhr versucht, die Inspektoren zu erreichen, aber die meisten seien nicht ans Telefon gegangen. Vance nannte die iranische Zustimmung einen "wichtigen Meilenstein für das amerikanische Volk". Es sei zudem "der erste Schritt zur dauerhaften Denuklearisierung oder zur endgültigen Beendigung des Atomwaffenprogramms im Iran". Insgesamt zog er eine positive Bilanz. "Wir haben eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung geschaffen", sagte Vance am Montag Journalisten im Schweizer Luxusresort Bürgenstock, wo die Gespräche stattgefunden hatten. Vance will noch am Montag in die USA zurückkehren. Die Verhandlungen mit dem Iran gingen auf technischer Ebene weiter, sagte er. Nach seinen Angaben wurde ein Prozedere vereinbart, damit die Straße von Hormus , durch die Öl und Dünger aus den Anliegerstaaten auf den Weltmarkt transportiert wird, geöffnet bleibt. Der Iran hatte sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels geschlossen. Präsident Aoun: Niemand verhandelt für den Libanon Libanons Präsident Joseph Aoun hat ausländische Hilfe zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah begrüßt, zugleich aber jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zurückgewiesen. "Wir sind ein souveräner Staat, und niemand verhandelt in unserem Namen", zitierte das Präsidentschaftsbüro Aoun in einem Post auf X. Schutz könne nur der Staat gewährleisten, nicht die Religionsgemeinschaften. Meinungsverschiedenheiten seien zulässig, Spaltung zwischen den Libanesen angesichts der aktuellen Lage jedoch nicht, so Aoun. Der Libanon ist ein multikonfessioneller Staat. Die Hisbollah gilt vor allem für die schiitische Bevölkerung als eine Art Schutzmacht. Schweiz kündigt "sofortige" Aufnahme technischer Gespräche zwischen USA und Iran an Nach den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz hat die Regierung des Gastgeberlandes die unverzügliche Aufnahme technischer Gespräche angekündigt. Das Schweizer Außenministerium begrüßte am Montag die "Einigung auf einen Fahrplan". Damit sei die Voraussetzung für die "sofortige Aufnahme neuer technischer Gespräche" geschaffen. Delegationen aus Washington und Teheran hatten am Sonntag in einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock in den Schweizer Alpen Gespräche für eine dauerhafte Friedenslösung zum Iran-Krieg begonnen. Die US-Delegation wurde von US-Vizepräsident JD Vance angeführt, die iranische Delegation von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. Nach Brand an Erdgasterminal: 54 Verletzte, 18 Menschen vermisst Eine Explosion hat am Sonntagabend Katars wichtiges Exportterminal für Erdgas erschüttert, als Arbeiter dort versuchten, den Betrieb wieder aufzunehmen. Die Explosion löste einen Brand aus, bei dem mindestens 54 Menschen verletzt wurden. 18 weitere galten Stunden später noch als vermisst. Die Anlage war während des Kriegs vom Iran bombardiert worden. Die Explosion im Industriegebiet Ras Laffan könnte weitere Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten auslösen, da Katar zu den größten Erdgasproduzenten der Welt gehört. Katar hatte seine Produktion eingestellt, nachdem die iranische Kontrolle über die Straße von Hormus dazu geführt hatte, dass das Land keine Lieferungen mehr verschicken konnte. Im Zuge der Lockerungen während der laufenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA hatte Katar die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme seines Exportterminals wieder aufgenommen. USA und Iran richten Kommunikationskanal zur Hormus-Straße ein Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten "Vorfälle und Kommunikationspannen" verhindert und eine sichere Schifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht auf Montag nach einer ersten Verhandlungsrunde. Außerdem soll zusammen mit dem Libanon eine Art Konfliktlösungsstab eingerichtet werden, damit die Gefechte in dem Land enden, wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Pakistan und Katar hieß. Im Libanon bekämpfen sich Israel und die pro-iranische Hisbollah. Hier lesen Sie mehr zu den Verhandlungen. Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht wieder ein Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist Schifffahrtsdaten zufolge nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch eingebrochen. Lediglich fünf Schiffe durchquerten die Meerenge am Sonntag, verglichen mit 26 am Vortag, wie aus Daten der Analysefirma Kpler hervorgeht. Das US-Militär teilt hingegen mit, dass weiterhin Handelsschiffe in dem Gebiet verkehren. Syriens Präsident weist Trump-Vorschlag zu Libanon zurück Syriens Staatschef Ahmed al-Scharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das syrische Militär im Nachbarland Libanon gegen die Hisbollah vorgehen könnte. "Wir suchen nach wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Libanon und Syrien , nicht nach militärischen", sagte al-Scharaa in einem am Sonntag vom Sender al-Maschhad ausgestrahlten Interview. Damaskus habe gegenüber Washington bekräftigt, "dass der Krieg beendet werden muss", sagte der islamistische Übergangspräsident, wobei er sich auf die Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah bezog. Dabei müsse es "verschiedene Lösungen geben, darunter wirtschaftliche, politische und soziale, sowie die Wiederaufnahme der Beziehungen und der lebenswichtigen wirtschaftlichen Verbindung zwischen Syrien und dem Libanon". Überdies seien "einige Sicherheitsmaßnahmen" erforderlich, "die in erster Linie den Bedenken Syriens und des Libanon, aber auch denen Israels Rechnung tragen", sagte al-Scharaa. Trump hatte kürzlich vorgeschlagen, dass Syrien die Bekämpfung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Terrorgruppe im Libanon übernehmen könnte. Falls Israel nicht mit der Hisbollah fertig werde, "ohne alle zu töten", dann werde al-Scharaa diese Aufgabe übernehmen, sagte Trump. US-Diplomat: Verhandlungen in der Schweiz gehen weiter Die Gespräche zwischen Delegationen der USA und des Iran in der Schweiz gehen nach US-Angaben trotz eines Streits über Äußerungen von Präsident Donald Trump weiter. Ein US-Diplomat sagte in der Nacht auf Montag, die iranische Delegation befinde sich nach wie vor im Luxushotel Bürgenstock. Es werde erwartet, dass die Gespräche die Nacht über fortgesetzt würden. Bei den Gesprächen gehe es unter anderem darum, "verwirrende Botschaften des Iran" über die Straße von Hormus zu klären, sagte der US-Diplomat. Auch sollten Mechanismen eingerichtet werden, um sicherzustellen, dass die für den Erdöl- und Flüssiggas-Handel wichtige Meerenge vollständig geöffnet bleibe. Ältere Nachrichten zum Krieg in Nahost lesen Sie hier .