Russland arbeitet an einem nuklear angetriebenen Marschflugkörper. US-Forscher warnen vor radioaktiven Risiken – schon vor einem möglichen Einschlag. Russlands neuer Marschflugkörper könnte bei jedem Einsatz eine radioaktive Spur hinterlassen. Zwei Forscher des Massachusetts Institute of Technology haben erstmals die Technik der 9M730 Burevestnik entschlüsselt und herausgefunden, dass der Marschflugkörper mit einem offenen Nukleartriebwerk arbeitet. Der von der Nato "Skyfall" genannte Marschflugkörper wäre damit nicht nur mit einem möglichen Nuklearsprengkopf gefährlich. Kremlchef Wladimir Putin hatte das System bereits 2018 angekündigt. Es soll nuklear angetrieben und mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt sein. Im Oktober 2025 meldete der Kreml einen erfolgreichen Testflug über rund 14.000 Kilometer. Russland testet neue Waffen: Trump droht und Putin rudert zurück "Einmaliges Erzeugnis": Putin äußert sich zu Test von Atom-Marschflugkörper Die Stärke des Systems läge demnach nicht in besonderer Geschwindigkeit, sondern in seiner Ausdauer. Anders als herkömmliche Marschflugkörper wäre die Burevestnik nicht durch mitgeführten Treibstoff begrenzt. Sie könnte theoretisch viele Stunden oder sogar Tage in der Luft bleiben. Luft strömt am Reaktor vorbei Laut den Forschern ist die Waffe 9,5 Meter lang, mit einer Spannweite von etwa 5,6 Metern. Sie soll ähnlich wie andere Marschflugkörper mit hoher Unterschallgeschwindigkeit fliegen. Nach Einschätzung der Forscher funktioniert der Antrieb vereinfacht wie ein Jettriebwerk. Die einströmende Luft werde demnach aber nicht durch Kerosin erhitzt, sondern durch die Wärme eines Kernreaktors. Anders als bei einem geschlossenen System trenne offenbar kein Wärmetauscher den Reaktor vom Luftstrom. Dadurch könnten während des Flugs radioaktive Stoffe entstehen und mit den Abgasen in die Atmosphäre gelangen. Besonders gefährlich wären demnach Tests, Abstürze und Bergungsarbeiten. Der Unfall von Njonoksa im Jahr 2019, bei dem fünf Rosatom-Mitarbeiter starben und erhöhte Strahlenwerte gemessen wurden, gilt Experten als möglicher Hinweis auf diese Risiken.