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Förderung im neuen Heizungsgesetz: Regierung erwägt Kürzung

Das Gebäudemodernisierungsgesetz wird in den Bundestagsausschüssen beraten. Nun soll wohl auch die Heizungsförderung angepasst werden. Nachdem Bundestag und Bundesrat in der vergangenen Woche über die Reform des sogenannten Heizungsgesetzes beraten haben, ist das Gesetz in die Ausschüsse des Bundestags überwiesen worden. Ziel der Bundesregierung ist es, das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) noch vor der parlamentarischen Sommerpause endgültig zu beschließen. Ein Baustein des Gesetzes ist aber noch nicht finalisiert worden: die Förderung für den Heizungstausch. In ihrem Eckpunktepapier hatten Union und SPD vereinbart, die Förderung bis 2029 beizubehalten. Allerdings könnte es nach t-online-Informationen eine Anpassung der Systematik geben. Schließlich ist das Geld knapp, weshalb auch hier gespart werden könnte. Gutverdiener sollen keine Förderung mehr bekommen Bisher können Eigentümer, die eine fossile Heizungsanlage gegen eine klimafreundliche ersetzen, bis zu 70 Prozent der Kosten als staatlichen Zuschuss erstattet bekommen. Die maximale Förderung erhalten jedoch nur einkommensschwache Haushalte. Das sind Haushalte, die weniger als 40.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr haben. Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, kann immer noch bis zu 50 Prozent der Kosten als Zuschuss erhalten. Die Förderung ist auf 30.000 Euro gedeckelt – maximal gibt der Staat also 21.000 Euro dazu. Die gesamten Details zur Heizungsförderung 2026 lesen Sie hier . Union und SPD erwägen nun wohl, die Förderrichtlinien zu verändern. Wie t-online aus informierten Kreisen erfahren hat, könnte es künftig eine Einkommensgrenze für die gesamte Förderung geben. Denkbar wäre, dass nur noch Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von weniger als 90.000 Euro pro Jahr Geld vom Staat für den Heizungstausch bekämen. Gutverdienende würden demnach keine Förderung mehr erhalten. Ganz wegfallen soll die staatliche Unterstützung für diese Gruppen aber nicht. Stattdessen ist davon die Rede, dass Gutverdienende einen Teil der Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich geltend machen können. Wärmepumpenbranche gegen die Kürzung Entschieden ist wohl aber noch nichts. Ganz aus dem Nichts kommen die Vorschläge aber auch nicht: Schon im vergangenen Sommer gab es eine Debatte darüber, ob besonders hohe Einkommen wirklich noch eine Förderung für den Heizungstausch bräuchten. Damals hatte sich SPD-Fraktionschef Matthias Miersch offen dafür gezeigt, die Förderung für jene zu streichen, "die sehr, sehr viel Geld haben". Auch der Energiepolitiker Andreas Lenz (CSU) sprach sich damals dafür aus, Gutverdienern statt einer pauschalen Förderung eine steuerliche Abschreibung zu gewähren. In der Heizungsbranche wird auch schon seit Längerem über die Förderstruktur in Deutschland gestritten. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) warnt vor einer erneuten Anpassung der aktuellen Regelung. Richard Lucht vom Wärmepumpeninstallateur Thermondo sagte bei einer BWP-Veranstaltung am Montag: "Für fast alle Gebäudeeigentümer gilt: Investitionen in die Wärmepumpe müssen sich in wenigen Jahren rechnen. Ohne Förderung droht schnell der Griff zu fossilen Alternativen und damit die Kostenfalle für Hunderttausende Wählerinnen und Wähler." Der Verband warnt auch vor einem Wechsel von der aktuellen prozentualen Förderung zu einer pauschalen Fördersumme. Hendrik Ehrhardt vom Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron erwartet in diesem Fall einen "Unterbietungswettlauf", der zulasten der deutschen Hersteller gehen und Arbeitsplätze gefährden würde. Vor allem asiatische Konkurrenten wie LG, Panasonic oder Daikin, aber auch neue chinesische Marken, könnten die europäischen Hersteller preislich unterbieten , so die Sorge. "Ein niedriger Einkommensdeckel für die Förderung, wie 90.000 Euro Jahreseinkommen, würde zur Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern führen", glaubt Ehrhardt. Wärmepumpen sind in Deutschland besonders teuer Die Fördersystematik in Deutschland wird aber auch vielfach kritisiert. So gibt es mittlerweile mehrere Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen der hohen Förderung und den durchschnittlich höheren Wärmepumpenpreisen in Deutschland festgestellt haben. Jan Rosenow, Professor für Energie- und Klimapolitik an der Universität Oxford, sagte Ende 2025 dem Science Media Center, die deutsche Wärmepumpenförderung wirke "ambivalent". Prozentuale Förderungen, wie sie Deutschland derzeit nutze, richteten sich nach dem Investitionsvolumen. "Das kann ungewollt dazu führen, dass hohe Preise nicht abgesenkt, sondern stabilisiert werden, weil Hersteller und Handwerker keine Preissenkungsmotivation haben." Eine Anpassung der Förderung hin zu pauschalen Zuschüssen könnte zu sinkenden Preisen für die Geräte führen. Der Energieversorger und Dienstleister Octopus Energy hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die staatliche Förderung anzupassen und über einen längeren Zeitraum auslaufen zu lassen. "Es kann nicht sein, dass wir eine Technologie haben, von der wir selbst sagen, sie sei die beste, aber dass sie aufgrund der hohen Preise nicht ohne Förderung auskommt. Dann ist sie nicht mehr die beste", sagte der Deutschlandchef des Energieanbieters, Bastian Gierull, im t-online-Interview Anfang des Jahres . Er forderte deshalb ein langsames Auslaufen der Förderung, um mehr Planbarkeit zu erreichen. In der aktuellen Debatte schlägt er allerdings andere Töne an. Die nun diskutierte Umstellung schaffe "nichts als Unsicherheit", da es wieder um eine komplette Umstellung gehe. "Die Vorschläge gefährden damit eine Branche, die sich gerade erst wieder stabilisiert hat. Statt politischer Hauruckaktionen brauchen wir endlich Planungssicherheit", sagt Gierull. Ohnehin muss die Bundesregierung jetzt entscheiden, wie es mit der Förderung im neuen Jahr weitergehen wird. Die aktuelle Richtlinie gilt noch bis Ende 2026. Die Anpassung kann zusammen mit dem GModG noch vor der Sommerpause erfolgen, muss es aber nicht zwingend. Stattdessen könnte die Bundesregierung die Förderentscheidung erst im Herbst beschließen.

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