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Brutaler Messerangriff: Ausschreitungen in Belfast

Die angespannte Atmosphäre in Großbritannien wird durch eine Bluttat weiter angeheizt. In der nordirischen Hauptstadt Belfast eskalieren die Proteste. Nach der Veröffentlichung eines Videos von einem brutalen Messerangriff im nordirischen Belfast ist es am Dienstag in mehreren britischen Städten zu Protesten gekommen – darunter auch in Belfast, wo sich die Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten. Ein in Onlinediensten veröffentlichtes Video zeigte den mutmaßlichen Angreifer, der einen am Boden liegenden, blutüberströmten Mann mehrfach mit einem Messer attackiert und offenbar versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden. Zwischendurch hebt er das Messer in die Höhe und ruft etwas. Nach einer Weile wagen sich mehrere Männer in die Nähe und versuchen, den Angreifer von seinem Opfer zu trennen. Bei dem Angreifer handelt es sich der Polizei zufolge um einen 30-jährigen Geflüchteten aus dem Sudan, der sich legal im Vereinigten Königreich aufgehalten habe. Zunächst hatten die Behörden von einem somalischen Täter gesprochen. Die Polizei bat darum, das Video nicht zu verbreiten. Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher rief die Menschen auf, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Die Polizei rief mögliche Zeugen auf, die Ermittlungen zu unterstützen und mögliche weitere Aufnahmen des Angriffs zur Verfügung zu stellen. Polizei bat, Video nicht zu verbreiten In Belfast gingen daraufhin mehrere Hundert Menschen auf die Straße, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Es wurden Fahrzeuge, darunter ein Bus, in Brand gesetzt. Wie in Luftaufnahmen im Nachrichtensender Sky News zu sehen war, stieg in mehreren Teilen der Stadt schwarzer Rauch auf. Viele Demonstranten gingen mit maskierten Gesichtern auf die Straße, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Über ihren Köpfen flogen Polizeihubschrauber. Wenig später errichteten sie Barrikaden. Die Geschäfte in Belfast schlossen früher als üblich. "Gegen 19.30 Uhr legten sie Feuer in den Müllcontainern", berichtete der Bewohner eines Hauses mit Blick auf die Demonstranten. "Wir hörten Polizeiwagen und Sirenen", sagte Eemran, ein Ingenieur indischer Herkunft, der seit etwas mehr als einem Jahr in Belfast lebt. "Immer mehr Menschen kamen hinzu und begannen, Brandsätze zu werfen. Plötzlich breitete sich das Feuer aus ... wir hatten Rauch im Gebäude." Letztlich seien Feuerwehrleute ins Haus gekommen und hätten alle nach draußen geholt, berichtete Eemran in gebrochenem Englisch der Nachrichtenagentur AFP. Die 36-jährige Chilenin Camila, die erst vor einem Monat nach Belfast gezogen war, sprach von einer "beängstigenden" Situation. Die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die Proteste scharf und rief zur Ruhe auf. "Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern vertreiben, indem sie diese niederbrennen – das ist nichts anderes als widerliche Feigheit", schrieb sie im Onlinedienst X. Auch in Southampton in Südengland kam es zu einer Protestkundgebung vor einem Hotel, in dem Asylsuchende untergebracht waren. Zu den Demonstrationen in mehreren Städten hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen, darunter auch der bekannte Rechtsradikale Tommy Robinson. Der US-Milliardär Elon Musk ermutigte die Protestierenden im Onlinedienst X, "wiederholt und laut" auf die Straße zu gehen. Warnung vor Ausschreitungen Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Tat aufs Schärfste. "Der furchtbare Angriff in Belfast ist widerwärtig. Ich habe absolut keine Toleranz für entsetzliche Szenen der Gewalt wie diese auf unseren Straßen", so Starmer auf der Plattform X. Nordirische Politiker verschiedener Parteien äußerten sich ähnlich und warnten vor Ausschreitungen. Großbritannien war im Sommer 2024 von heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden. Erst in der vergangenen Woche war es in der südenglischen Stadt Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests gekommen. Auslöser war die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen, die einen bemerkenswerten Polizeifehler nach der tödlichen Messerattacke eines Manns aus der Sikh-Gemeinschaft auf den Studenten Henry Nowak zeigten. Statt den mutmaßlichen Mörder festzunehmen, der sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte, legten die Polizisten dem sterbenden Nowak Handschellen an. Zum Zustand des Opfers der Messerattacke von Belfast sagte der stellvertretende Polizeichef Ryan Henderson, der Mann "in den Vierzigern" sei mit "erheblichen Augenverletzungen und Schnittwunden an Rücken und Gesicht" ins Krankenhaus eingeliefert worden. Am Tatort wurde demnach ein Küchenmesser sichergestellt. Eine in der Nähe wohnende, 31 Jahre alte Frau sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff habe die Nachbarschaft in Aufruhr versetzt. "Wir leben jetzt nur noch in Angst!"

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