Die SVE gibt sich im letzten Saisonspiel der 2. Bundesliga keine Blöße und schreibt Geschichte. Dahinter entwickelt sich ein Krimi im Fernduell zwischen Hannover und Paderborn. Die SV Elversberg feiert den ersten Bundesliga-Aufstieg ihrer Vereinsgeschichte und spielt 2026/27 erstklassig. Der kleine Klub aus dem Saarland gewann am letzten Spieltag der 2. Bundesliga klar mit 3:0 (2:0) gegen Preußen Münster und sicherte sich damit Platz zwei hinter dem bereits als Zweitligameister feststehenden FC Schalke 04 . Das Saarland kehrt in der kommenden Spielzeit nach 33 Jahren in die deutsche Eliteliga zurück. Um den Relegationsplatz drei entwickelte sich derweil ein Drama: Hannover 96 verspielte durch ein Gegentor in der Schlussphase beim 3:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg noch die Chance auf die Bundesliga-Rückkehr. Diese hat nun der SC Paderborn , der sich durch ein 2:0 (1:0) bei Darmstadt 98 noch an den Niedersachsen vorbei auf Platz drei schob und in der Relegation nun auf den Bundesliga-16. VfL Wolfsburg trifft. SV Elversberg – Preußen Münster Bambasé Conté (10.) und David Mokwa (14./66.) sorgten mit ihren Treffern für den dritten Elversberger Aufstieg innerhalb von nur fünf Jahren. Die 12.800-Seelen-Gemeinde Spiesen-Elversberg wird damit zum kleinsten Standort der Bundesliga-Geschichte und löst Unterhaching mit seinen 22.000 Einwohnern ab. In der kommenden Spielzeit müssen die Stars von Bayern München oder Borussia Dortmund an die Kaiserlinde. Nach einem tollen Spielzug musste Conté den Ball aus drei Metern nur noch über die Linie drücken. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, der Favorit drückte gewaltig aufs Tempo. Mokwa schob nach starkem Querpass von Lasse Günther ein, wenig später verpasste er allein vor Johannes Schenk mit einem zu hohen Abschluss seinen zweiten Treffer (27.). Das Schlusslicht aus Münster wirkte im letzten Spiel seines Trainers Alois Schwartz phasenweise überfordert, erst in der Viertelstunde vor der Pause bekamen die Preußen den Elversberger Angriffswirbel etwas besser in den Griff. Nach dem Wechsel drängten die Saarländer allerdings vehement auf eine schnelle Vorentscheidung. Lukas Petkov scheiterte aus zentraler Position an Schenk (48.), ansonsten haperte es einige Male an der Genauigkeit beim letzten Pass. Münster kam seinerseits kaum in die Nähe des gegnerischen Strafraums – und war quasi durchgehend mit Defensivarbeit beschäftigt. Mokwa erhöhte aus kurzer Distanz und beseitigte auch die letzten Zweifel bei den Elversbergern, die in der Vorsaison noch in der Aufstiegsrelegation gescheitert waren. Die Schlussphase entwickelte sich unter dem Jubel der Fans zu einem Schaulaufen. Hannover 96 – 1. FC Nürnberg Bis zuletzt hatte ganz Hannover sogar auf den direkten Aufstieg gehofft, doch 96 scheiterte am letzten Spieltag an sich selbst. Der unnötige Patzer gegen die Franken reichte letztlich nicht einmal für Rang drei – weil die Konkurrenz ihre Spiele gewann. Kolja Oudenne (30.), Waniss Taibi (45.) und Stefan Teitur Thordarson (51.) sorgten in Hannover für die Treffer des Heimteams, Mohamed Alì Zoma (25./47.) und Luka Lochoshvili (84.) trafen für den FCN , der die Saison im Tabellenmittelfeld beendet. Den besseren Start erwischten vor 49.000 Zuschauern die Gastgeber – Mustapha Bundu ließ etwas überrascht die erste Chance aus (9.), Daisuke Yokota acht Minuten später eine noch bessere. Doch auch der Club zeigte sich eine Woche nach dem 3:0 über Meister Schalke 04 immer wieder gefährlich. Gegen Mitte der ersten Hälfte übernahm Hannover dann scheinbar die Kontrolle, doch der Treffer fiel auf der Gegenseite. Nürnbergs Topstürmer Zoma profitierte bei seinem 13. Saisontor von einem Fehler Nahuel Nolls im 96-Tor. Das Stadion verfiel jedoch nur für fünf Minuten in Schockstarre, ehe Oudenne nach einem schönen Doppelpass die Hoffnung zurückbrachte. Etwas später reagierte FCN-Keeper Jan Reichert zum zweiten Mal stark gegen Daisuke Yokota (41.), gegen Taibi war er dann aber machtlos. In der Nachspielzeit nahm Daniel Schlager einen Handelfmeter für 96 nach Ansicht der Videobilder zurück. Nach Wiederanpfiff war es abermals der überragende Zoma, der für Nürnberg per Lupfer zurückschlug – Thordarson konterte umgehend. Doch auch das sollte nicht der Schlusspunkt bleiben. Darmstadt 98 – SC Paderborn Das Team von Trainer Ralf Kettemann sprang am 34. Zweitliga-Spieltag noch von Tabellenplatz vier auf Relegationsrang drei. Stefano Marino (6.) und Sven Michel (89.) trafen in Darmstadt für die Paderborner, Filip Bilbija (62.) schoss einen Foulelfmeter an die Latte. Am Donnerstag treten die Ostwestfalen nun im Relegations-Hinspiel beim Tabellen-16. der Bundesliga in Wolfsburg an, am Pfingstmontag folgt das Rückspiel in Paderborn (beide Spiele ab 20.30 Uhr im Liveticker bei t-online). Der SCP hatte es 2014 und 2019 bereits ins Oberhaus geschafft, stieg jedoch jeweils direkt wieder ab. In Darmstadt wären die Paderborner kurz nach Anpfiff fast kalt erwischt worden. Isac Lidberg (4.) traf für die Gastgeber aus der Drehung nur den Pfosten. Plötzlich waren die Gäste wach: Im direkten Gegenzug prüfte Marino (5.) Darmstadts Torwart Marcel Schuhen, ehe er dem Keeper nur eine Minute später nach einem tollen Steilpass von Mattes Hansen keine Chance ließ. Elf Minuten später lenkte Schuhen einen Kopfball Marinos nach einer Freistoßflanke nur mit Mühe über die Latte, doch dann kam Darmstadt stärker auf, auch weil Paderborn einen Gang zurückschaltete. Die Hessen erspielten sich mehrere gute Chancen, vergaben diese jedoch durch Lidberg (25.) und Marco Richter (27./42.). Nach der Pause rutschte ein langer Schlag von Schuhen durch, Darmstadts Killian Corredor (48.) scheiterte an Paderborns Schlussmann Dennis Seimen. Eigentlich waren die Hessen das aktivere Team, aber nach einem Foul an Jonah Sticker im Strafraum bekamen die Paderborner die große Chance, zu erhöhen. Doch Bilbija setzte den Elfmeter ans Aluminium. In der Folge übernahmen die Lilien wieder das Kommando. Seimen rettete doppelt gegen Lidberg (72.), Kai Klefisch (74.) jagte den Ball an den Querbalken. Paderborns Oldie Michel sorgte für die Entscheidung.