Landtagswahl: Schulze warnt vor Schulsterben im Fall einer AfD-Regierung
Die AfD legt in einer neuen Umfrage für Sachsen-Anhalt in der Sonntagsfrage zu. CDU-Ministerpräsident Schulze greift zwei Beispiele aus dem AfD-Wahlprogramm zur Schulpolitik auf und weist sie zurück.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) warnt im Fall einer Regierungsübernahme durch die AfD vor einem Schulsterben. "Die AfD will auch die Schulpflicht abschaffen. Gerade auf dem Land wird das ein Schulsterben auslösen, wie wir es noch nie erlebt haben", sagte Schulze dem Nachrichtenmagazin "Focus". "In Dörfern braucht es bei der Einschulung 15 Kinder pro Klasse. Wenn beispielsweise zwei Kinder von den Eltern nicht mehr in die Schule geschickt werden, müssen die Klassen dichtmachen."
Die AfD Sachsen-Anhalt strebt in ihrem Wahlprogramm für die Landtagswahl im September eine Wahlfreiheit zwischen Schulunterricht und Unterricht zuhause an, sofern im Hausunterricht die gleichen Qualitätsstandards erfüllt werden. Zur Kontrolle soll es halbjährlich zentrale Prüfungen geben. Die AfD will auch eine Quote von 25 Prozent eines Jahrgangs für den Zugang zum Gymnasium einführen.
Schulze gegen Quote fürs Gymnasium
Schulze wendet sich gegen diesen Plan. "Ich werde es nicht zulassen, dass nicht mehr wie bisher die Leistung, sondern eine von der AfD vorgegebene Quote darüber entscheidet, welche Schule unsere Kinder besuchen", sagte er dem "Focus". "Ich selbst wäre unter solchen Bedingungen übrigens heute nicht Ministerpräsident geworden, weil ich in der Grundschule trotz guter Noten nicht zu den besten 25 Prozent gehörte."
Nach einer neuen Umfrage des Instituts Infratest dimap für "Magdeburger Volksstimme", "Mitteldeutsche Zeitung" und Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) liegt die AfD mit 41 Prozent vorn und vergrößert ihren Abstand zur CDU, die auf 26 Prozent kommt.