Die Bundeswehr sucht per Fragebogen nach willigen jungen Menschen für den Wehrdienst. Längst nicht alle kommen der Pflicht zum Ausfüllen des Bogens nach. Wer es unterlässt, dem droht künftig ein Bußgeld. Die Bundeswehr will junge Männer, die den Fragebogen für den freiwilligen Wehrdienst nicht rechtzeitig beantworten, mit einem Bußgeld belegen. Das berichten sowohl der "Spiegel" als auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Laut "Spiegel" droht den Verweigerern nach Ablauf von zwei Fristen ein Bußgeld von 250 Euro. Die ausbleibende Antwort auf den Wehrdienst-Fragebogen soll dem Bericht zufolge als Ordnungswidrigkeit gelten. Die Bundeswehr wartet noch auf zahlreiche Rückmeldungen junger Männer zum Wehrdienst-Fragebogen. Über den genauen Anteil der Rückmeldungen gibt es jedoch unterschiedliche Angaben. Militär zeigt neue Waffen: Bundeswehr präsentiert künftige Fähigkeiten in der Kriegsführung Militärhistoriker Stig Förster: "Dürfte eine böse Überraschung erleben" Gut 200.000 junge Menschen bereits angeschrieben Von den bislang angeschriebenen 18-jährigen Männern hätten 72 Prozent den Fragebogen beantwortet, 28 Prozent hätten hingegen nicht reagiert, berichtete das RND am Donnerstag unter Berufung auf Informationen der Bundeswehr. Laut "Spiegel" sollen jedoch 86 Prozent der Männer schon in den ersten vier Wochen nach Erhalt auf den Fragebogen reagiert haben, weitere fünf Prozent sollen ihn nach einer ersten Mahnung ausgefüllt haben. Frauen sind anders als Männer nicht zu einer Auskunft verpflichtet. Insgesamt haben laut "Spiegel" rund 206.000 junge Männer und Frauen den Fragebogen, der online auszufüllen ist, seit Jahresbeginn erhalten. Das Verteidigungsministerium selbst sprach kürzlich von 194.000 jungen Menschen, die zwischen Jahresbeginn und dem 24. April angeschrieben worden seien. In dem Fragebogen geht es unter anderem um ihre gesundheitliche Eignung für den Wehrdienst sowie ihre Fitness. Außerdem sollen die Angeschriebenen bekunden, ob sie überhaupt ein Interesse am Wehrdienst haben. Sowohl "Spiegel" als auch RND berichten, dass gut die Hälfte der Männer in dem Fragebogen ihr Interesse bekundet haben sollen. Das bedeute jedoch nicht, dass sie es am Ende auch täten, hieß es aus Bundeswehr-Kreisen gegenüber dem RND. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, ob es gelinge, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen. Bundeswehr will auf 260.000 aktive Soldaten anwachsen Belastbare Zahlen und Auswertungen zu den Antworten auf den Fragebogen soll das Verteidigungsministerium im Sommer vorlegen. Bis 2035 will Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Personalstärke der Bundeswehr von aktuell 186.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten steigern – auch mithilfe des bislang freiwilligen Wehrdienstes. Das Gesetz über den freiwilligen Wehrdienst nennt dabei für jedes Jahr bis 2035 einen Zielkorridor bei den Personalzahlen. Es lässt allerdings offen, wann überprüft wird, ob diese Wegmarken auch erreicht worden sind. Ist dies nicht der Fall, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Diese soll dann die Lücken zwischen dem Bedarf der Streitkräfte und der tatsächlichen Zahl der zur Verfügung stehenden Soldatinnen und Soldaten schließen. Pistorius hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, auch künftig auf eine allgemeine Wehrpflicht verzichten zu können. Viele Experten und Verteidigungspolitiker in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifeln das.