VW steckt in der Krise. Jetzt erwägt die Konzernspitze radikale Schritte. Protest ist angekündigt. VW-Chef Oliver Blume sagte es vor wenigen Wochen noch so: "Unsere Kostenarbeit trägt Früchte". Doch ließ Blume schon damals keinen Zweifel: "Das finanzielle Ergebnis zeigt gleichzeitig: Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und nachhaltig zu stärken, müssen wir unser Geschäftsmodell konsequent weiterentwickeln". Im Klartext: Der angeschlagene Autobauer muss weiter sparen. Nun wird im Konzern über ein neues Sparprogramm beraten. Die Verfasser des internen Strategie-Papiers "sollen den Konzern als zu groß beschreiben. Es gebe zu viele Modelle und Varianten. Die Plattformen seien zu komplex", berichtete die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" über den VW-Sparplan. Auftragseingang: Deutsche Industrie überrascht mit Zahlen Aufstand: Protest in Sachsen gegen VW-Pläne Konzern reagiert auf Kostenstruktur Nach übereinstimmenden Berichten von "Manager Magazin" und "Handelsblatt" stehen in Deutschland sogar vier Werke auf der Kippe. Demnach handelt es sich um: Hannover: In dem VW-Werk in Niedersachsen werden der elektrische ID.Buzz und der VW-Transporter T7 Multivan gebaut. Emden: In der VW-Fabrik in Niedersachsen werden ebenfalls Elektroautos gefertigt. Zwickau: An dem Standort in Sachsen rollen auch E-Autos vom Band. Die Fabrik sollte zum Vorzeigewerk werden, doch verschob die Konzernspitze in Wolfsburg zuletzt die vollständige Integration in den VW-Verbund. Der IG-Metall reagierte empört. Das Vorgehen sei "skandalös", sagte der Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. Neckarsulm: In dem Standort der VW-Tochter Audi in Baden-Württemberg werden die Limousinen vom Typ A5 und A6 gebaut. Die Modelle laufen mit Verbrenner-Motor. Der steht in der EU von 2035 an vor dem Aus. Laut "Manager Magazin" und "Handelsblatt" sei die Kostenstruktur in den vier Werken Hannover , Emden , Zwickau und Neckarsulm zu hoch. Möglich sei demnach, die Produktion nach Fertigungsende der bestehenden Modelle einfach auslaufen zu lassen. Zeitlich könnte sich dies bis Anfang der 2030er-Jahre strecken. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Olaf Lies (das Land ist Minderheitsgesellschafter bei VW) und die Betriebsratschefin Daniela Cavallo stellten bereits klar, dass sie keine Werksschließungen akzeptieren. Doch steht VW vor einem Radikalumbau. Früher galt das Konzept des Weltautos. Das heißt: Neue Wagen wurden in Deutschland entwickelt und in die ganze Welt exportiert. Das gab die Konzernspitze um Blume zuletzt auf. "In China , für China", heißt die neue Devise. Mit in der Volksrepublik entwickelten Fahrzeugen will VW auf dem größten Automarkt der Welt künftig mithalten. Blume schloss selbst die Produktion von in China entwickelten VW-Modellen in Deutschland nicht aus. Ein Verkauf des Werks im sächsischen Dresden an den chinesischen Konzern BYD wurde aber zurückgewiesen. Auch über einen Einstieg ins lukrative Rüstungsgeschäft wurde spekuliert. Denkbar sei aber allein die Produktion von Militärfahrzeugen wie Lkw, etwa am Standort Osnabrück , hieß es.