Im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals kommen die Bayern gegen PSG kaum zu Torchancen. Eine Anpassung von Paris-Coach Luis Enrique bereitet den Münchnern Probleme. Rund eine Woche lang war Bayern München davon ausgegangen, dass man im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain einen Ein-Tore-Rückstand aufholen müsste. Jedoch waren es schon unmittelbar nach Spielbeginn am Mittwochabend zwei Treffer. Denn die Bayern kassierten unmittelbar nach Spielbeginn in der Allianz Arena ein weiteres Tor von Ousmane Dembélé . Und nachdem dem deutschen Rekordmeister kein eigenes Tor bis zur Halbzeit gelang und zwei Entscheidungen der Offiziellen auch noch gegen die Bayern gelaufen waren ( Mehr dazu lesen Sie hier ), war die Luft so ein wenig raus. Klar ist, dass sich auf gewisse Weise einige Fehler aus dem Hinspiel wiederholten. Gerade beim Gegentor in der dritten Minute. Denn Bayern spielte wieder eine aggressive Manndeckung gegen die Pariser Offensive, wurde aber dafür postwendend bestraft. Bei einem Angriff über links positionierte sich Flügelstürmer Khvicha Kvaratskhelia im Halbraum, sodass sich Dayot Upamecano dazu veranlasst sah, in den Rücken des Georgiers zu schieben. Auf der Außenbahn war Konrad Laimer nicht nah genug bei Fabián Ruiz. Bayern verpasst das CL-Finale: Das ist ein Skandal "Die stärkste Saison seit elf Jahren": Bayern-Star überrascht mit Fazit nach Aus gegen PSG Das Problem war, dass Upamecano keinen Kontakt zu Kvaratskhelia herstellen konnte, dieser den Ball kurz auf Fabián prallen ließ und anschließend im Sprint an Upamecano vorbeikam. Es war in dieser Situation nicht unbedingt notwendig, dass Upamecano weit über die Mittellinie vorrückte. Er hätte etwas tiefer bleiben können, um noch eine Chance im Laufduell mit Kvaratskhelia zu haben. So aber wurde Bayerns Abwehrlinie wie auch schon im Hinspiel überrumpelt und Dembélé war letztlich der Nutznießer. Dem FC Bayern fehlt die gewohnte Ballsicherheit Paris wirkte in der Offensive noch fluider als im Hinspiel. Cheftrainer Luis Enrique musste verletzungsbedingt umstellen und Rechtsverteidiger Achraf Hakimi ersetzen. Deshalb spielte Warren Zaïre-Emery nicht im zentralen Mittelfeld, sondern hinten rechts, zog aber auch immer wieder in die Mitte. Dafür rückte Fabián Ruiz, bekannt als Arbeitstier, auf die halblinke Position im Mittelfeld. Désiré Doué ging als eigentlicher Rechtsaußen punktuell auch in die Mitte. Folglich wurde Bayerns Manndeckung mit der Zeit weniger intensiv, weil man schlichtweg nicht immer hinterherkam und etwas zurückhaltender agieren musste. Luis Enrique machte sich die läuferischen und taktischen Qualitäten von Fabián zunutze und zog ihn in der Defensive immer bis zur eigentlichen Viererkette zurück. Somit deckte der Spanier zusätzliche Räume gegen Olise und andere ab. Dadurch kam die Offensive der Bayern bis auf eine Druckphase kurz vor der Halbzeit, als man vier Torschüsse produzierte, nicht wirklich ins Rollen. Ein Grund: Die gewohnte Ballsicherheit fehlte. In der ersten Halbzeit lag die Passquote bei akzeptablen 84 Prozent, zugleich verlor man jedoch den Ball achtmal. Die offensive Formation der Münchner war viel statischer als die von PSG. Lediglich die Läufe von Laimer von der Rechtsverteidigerposition in den offensiven Halbraum brachten etwas Abwechslung. Jedoch wurde dem Österreicher damit einiges abverlangt, denn er musste teilweise von ganz vorn bei Ballverlusten wieder auf seine eigentliche Position zurück sprinten. Das änderte sich auch nicht nach dem Seitenwechsel. Paris verteidigte besonders in den zweiten 45 Minuten konzentriert und die Bayern strahlten nicht die gewohnte Gefahr aus. Das lag auch daran, dass Michael Olise nur ganz selten in Eins-gegen-Eins-Situationen kommen konnte oder Harry Kane sehr viel im Mittelfeld unterwegs war. Die Präsenz im Strafraum ging den Bayern komplett ab. Gerade zum Ende des Spiels hin war PSG nicht mehr darauf aus, Ballbesitz zu haben. Der Anteil lag in den finalen 20 Minuten bei unter 24 Prozent. Stattdessen lauerte der amtierende Champions-League-Sieger auf Konter, welche auch zustande kamen, jedoch nicht ausgenutzt wurden. Der Treffer von Kane in der 93. Minute, als er mal mittig im Strafraum in eine Abschlussposition kam, erfolgte viel zu spät. Bayern hatte zu dem Zeitpunkt das Duell mit Paris bereits verloren.