Mit 95 Jahren verstarb Harald Krassnitzers Mutter. Vor ihrem Tod war sie zum Pflegefall geworden. So nahm der Schauspieler die Erkrankung seiner Mutter wahr. Schauspieler Harald Krassnitzer musste Mitte Februar Abschied nehmen von seiner Mutter Susanne. Sie starb im Alter von 95 Jahren. Vor ihrem Tod war bei ihr Demenz diagnostiziert worden. Nun spricht der Österreicher darüber, wie er die Krankheit seiner Mutter erlebte. "Das Erschreckende ist ja, dass man das Gefühl hat, sich immer mehr zu entfremden. Irgendwann hat meine Mutter mich nicht mehr erkannt und du fragst dich: Was soll ich jetzt noch reden?", so der 65-Jährige. Doch dann entstehe eine "viel dichtere Kommunikation, die nichts damit zu tun hat, kognitive Reaktionsspiele auszutauschen", erinnert er sich. "Sehr hohe emotionale Fähigkeit" Demenzkranke Menschen hätten eine "sehr hohe emotionale Fähigkeit", sagt er weiter. Und führt aus: "Alles, was Berührung betrifft, Wärme, Kälte, Nähe, Zuneigung, quasi die Software unseres Lebens, verstehen sie total." Doch die Erkrankung bringe auch das Langzeitgeständnis stärker in den Fokus, gerade Schicksalsschläge "tauchen plötzlich in einem viel stärkeren Maße wieder auf und sind sehr real". Auch bei seiner Mutter seien in dem Zuge Panikattacken aufgetreten. Harald Krassnitzer habe sich oft nicht zu helfen gewusst: "Ich war in solchen Situationen schnell überfordert, weil ich immer was machen wollte, eine Lösung suchte." Die Pflege seiner Mutter habe größtenteils Harald Krassnitzers Schwester übernommen. "Weil ich noch relativ intensiv mit Dreharbeiten und all dem Wahnsinn beschäftigt war, den man das Leben nennt. Ich bin bei Drehpausen so oft wie möglich hingefahren", sagte der Schauspieler vor ein paar Tagen der "Bild"-Zeitung. Dennoch beschrieb er das Verhältnis zu seiner Mutter in dieser Zeit als "wahrscheinlich so intensiv wie nie zuvor".