Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist auf Sparkurs. Müssen bald auch Silbereisen und Zarrella zittern? Betrachtet man aktuelle Umfrageergebnisse, lautet die Antwort: Ja. Der Reformstaatsvertrag trat im Dezember 2025 in Kraft. Neben dem Abbau von Doppelstrukturen und einzelnen Spartenprogrammen sieht die Reform auch vor, dass ARD , ZDF und Deutschlandradio enger zusammenarbeiten und Kosten senken. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online würde es eine Mehrheit der Deutschen positiv bewerten, wenn dafür in den Bereichen Verwaltung und Unterhaltungsshows eingespart werden würde. Auf die Frage "An welchen Bereichen sollten die öffentlich-rechtlichen Sender Ihrer Meinung nach am ehesten sparen?" antworteten 71 Prozent mit "Verwaltung", 64 Prozent wählten die Antwortmöglichkeit "Unterhaltungsshows (z. B. Schlager)". Weitere Auswahlmöglichkeiten waren "Sportrechte", wofür 44 Prozent stimmten, "Serien und Filme" mit 14 Prozent sowie "Nachrichten", wo in den Augen von zwölf Prozent der Abstimmenden gespart werden könnte. Am wenigsten Sparpotenzial sahen die Befragten im Bereich "Dokumentationen und Reportagen": nur 4 Prozent. Was die Verwaltungskosten angeht, ist eine deutliche Varianz abzulesen. Während die 18- bis 29-Jährigen der rund 5.000 Befragten zu 57 Prozent der Meinung sind, dass in diesem Bereich gespart werden sollte, sind es bei den 50- bis 64-Jährigen 76 Prozent. Dennoch überraschend ist die Forderung nach Sparmaßnahmen mit Blick auf die Gehälter der Intendantinnen und Intendanten nicht. Gehälter veröffentlicht: Das sind die Spitzenverdiener bei ARD und ZDF Wohl aber jene im Bereich der Unterhaltungsshows. Hier liegt die Zustimmung in allen Altersgruppen zwischen 60 und 67 Prozent. Dabei hört laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem April 2026 beinahe die Hälfte aller Deutschen gerne Schlager – auch samstagabends punkten Shows jenes Genres. Zwar lockte die "Giovanni Zarrella Show" im Zweiten zuletzt am 25. April 2026 nur noch 2,88 Millionen Zusehende an, was einem Marktanteil von 15,2 Prozent entsprach. Dennoch zählt er zu den Aushängeschildern des Senders. Und: Das ZDF hält weiterhin an Giovanni Zarrella fest. Sein Vertrag wurde 2025 um drei weitere Jahre exklusiv verlängert. Selbiges gilt für Florian Silbereisen und seine "Feste"-Shows im Ersten. Diese sind bis mindestens 2028 weiter geplant. Die Sendungen gehören nach verschiedenen Krimiformaten zu den reichweitenstärksten Sendungen im Ersten. Zuletzt schalteten immer noch mehr als vier Millionen Menschen ein. Dennoch befürwortet eine Mehrheit der Deutschen das Aus für Silbereisen, wie die von t-online beauftragte Civey-Umfrage ergab. Aus für Mross und Egli Doch der Erfolg eines Formats garantiert keinen Dauerzustand: Die ARD hatte im März etwa angekündigt, "Immer wieder sonntags" mit Stefan Mross nach dieser Saison absetzen zu wollen – nach rund 30 Jahren und mit zuletzt starken Einschaltquoten. Die Staffel von 2025 kam am Sonntagmorgen durchschnittlich auf 1,27 Millionen Zusehende und einen Marktanteil von 17 Prozent. "Immer wieder sonntags": Mross spricht erstmals über Aus Das Geld solle einerseits eingespart und andererseits in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden, hieß es vom Sender. Man wolle sich außerdem auf jüngere Zielgruppen fokussieren. "Beatrice Egli Show" abgesetzt: Sängerin meldet sich zu Wort Die "Beatrice Egli Show" wird nicht mehr zurück ins Erste kommen. Die Sängerin wolle sich anderen Projekten widmen, hieß es diesbezüglich. Anfang des Jahres flog zudem die "Schlagerhitparade" mit Christin Stark trotz treuer Fangemeinde ersatzlos aus dem Programm. Auch Roland Kaisers "Kaisermania" wird in diesem Jahr nicht mehr wie in den Vorjahren vom MDR aus Dresden übertragen. Das ZDF konnte zuletzt mit dem Ausfall der "Helene Fischer Show" an Weihnachten 2025 hohe Summen einsparen. Fischer ist vergangenes Jahr erneut Mutter geworden, ihr Comeback steht aber bald bevor. Doch es ist auffällig: Die Sender setzten mit den Sparmaßnahmen im Bereich der Unterhaltungsshows, konkret im Schlager, an – dort also, wo es das Publikum befürwortet. Was beinhaltet der Reformstaatsvertrag? Der Reformstaatsvertrag trat am 1. Dezember 2025 in Kraft. Die Reform sieht vor, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland, bestehend aus ARD, ZDF und Deutschlandradio, modernisiert und verschlankt wird. Die Sender sollen enger zusammenarbeiten und lineare Programme abbauen. Im März verkündeten ARD und ZDF, dass ARD alpha, tagesschau24 und One zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet werden. Phoenix, neo und info sollen als gemeinsame Kanäle weitergeführt werden, da sie bisher am meisten genutzt werden. Der ÖRR soll zudem besser an digitale Medien geknüpft werden, um die Inhalte für die Nutzerinnen und Nutzer flexibler abrufbar zu gestalten. So soll Kika sein Programm bis spätestens 2033 ausschließlich im Netz ausspielen. Zudem soll grundsätzlich Geld gespart werden. Mit dem Rundfunkbeitrag hat der Reformstaatsvertrag jedoch nicht direkt etwas zu tun. Dieser beträgt weiterhin 18,36 Euro pro Haushalt. Ab kommendem Jahr sollte er um 28 Cent pro Monat auf dann 18,64 erhöht werden, wie die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in einem Bericht aus dem Februar empfiehlt.