Verhandlungen laufen: Ukraine: Bewaffneter bringt Buspassagiere in seine Gewalt
In der ukrainischen Stadt Luzk nimmt ein schwerbewaffneter Mann insgesamt 20 Passagiere eines Busses als Geiseln. Zudem droht er mit versteckten Sprengsätzen in der Stadt.
In der westukrainischen Großstadt Luzk hat ein schwerbewaffneter Mann mindestens zehn Menschen in einem Bus als Geiseln genommen. Die Polizei sei bereit einzugreifen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.
Man wolle aber in jedem Fall Opfer vermeiden. «Es werden Verhandlungen mit dem Geiselnehmer geführt.» Details könne er aber nicht nennen. In der Stadt mit rund 200 000 Einwohnern wurde das Zentrum vollkommen abgeriegelt. Innenminister Arsen Awakow flog am Nachmittag in die rund 350 Kilometer westlich von Kiew gelegene Großstadt, um die Lage vor Ort zu bewerten.
Berichten zufolge war der Geiselnehmer mit einem Sturmgewehr und auch Handgranaten bewaffnet. Der Mann sei den Behörden bekannt. Während mehrjähriger Gefängnisstrafen soll der in Russland geborene 46-Jährige ein Buch mit dem Titel «Philosophie eines Verbrechers» geschrieben haben. Er sei zudem in psychiatrischer Behandlung gewesen, hieß es.
Zunächst war offen, wie viele Menschen sich in der Gewalt des Geiselnehmers befinden. Die Polizei ging von rund 20 Geiseln aus, der Inlandsgeheimdienst SBU sprach hingegen von zehn Opfern. Der Geiselnehmer soll gefordert haben, dass unter anderem Vertreter von Kirche und Staat sich öffentlich als «Terroristen» bezeichnen.