Adler siegen im Geduldsspiel: Langer Anlauf beim 3:0-Sieg gegen schwache Krefeld Pinguine
Von Rainer Kundel
Mannheim. Es bleibt dabei: Unter der Regie von Trainer Pavel Gross holen sich die Adler Mannheim nie mehr als vier Niederlagen in Folge ab. Diese Serie weist die Statistik für die Meistersaison 2018/19 einmal und in der laufenden Spielzeit zweimal auf. Ein Ende hatte der kleine Negativlauf am Freitagabend mit einem 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)-Sieg gegen allerdings erbärmlich schwache Krefeld Pinguine.
Die Adler gingen auf zwei Positionen verändert in den 49. Spieltag. Aufgrund der Sperre von Hungerecker stürmte Raedeke in der vierten Reihe. Kapitän Marcel Goc rückte anstelle von Krämmer zu Rendulic und Järvinen. Der Finne war es auch, der im ersten Abschnitt trotz drückender Überlegenheit seiner Mannschaft als Einziger die Lücke fand und den schwedischen Torhüter Östlund im Tor der Gäste bei der ersten Überzahl des Abends überwinden konnte (6. Minute). Man spürte das Bemühen des Tabellendritten, den mit allen Mann verteidigenden Pinguinen nicht ins offene Messer zu laufen, dennoch lag ein höherer Vorsprung während zwei weiteren Powerplay-Situationen bei Chancen von Stützle, Huhtala und Desjardins in der Luft.
Die Partie wurde aus Sicht des Meisters wie erwartet zu einer großen Geduldsprobe. Die noch fehlende spielerische Leichtigkeit ersetzten die Blau-Weiß-Roten durch unbändigen Kampf in den Ecken der Bande und taktische Disziplin. So erarbeitete sich vor allem die vierte Sturmreihe mit dem 20-jährigen Valentino Klos und Raedeke einige gute Einschussmöglichkeiten, allerdings brachten auch erfahrene Scorer wie Plachta, Desjardins oder Rendulic im Mittelabschnitt den Puck nicht im Tor der Seidenstädter unter. Die "Frackträger" bauten vor Östlund eine Art Schutzwall auf und tauchten in der Offensive kaum auf. Stimmung kam in die zähe Angelegenheit erst, als sich Ewanyk und Wolf kurz duellierten und die Schiedsrichter dabei das Verursacherprinzip außer Kraft setzten. Als die Scheibe Sekunden vor der zweiten Pause hinter Dennis Endras im Tor lag, versagte der "Streifendienst" dem Treffer die Anerkennung wegen Torwartbehinderung.
Eine Erlösung für die über 12.000 Besucher war erst das 2:0, das Ben Smith (46.) mit seinem 17. Saisontor nach starker Vorarbeit von Stützle im Powerplay markierte. Endgültig für einigen Leerlauf entschädigt wurden die Fans mit dem Unterzahltreffer des unbändig kämpfenden Niko Krämmer vier Minuten später, der sich während einer Strafzeit gegen Billins zusammen mit Smith bis zum Gästetor durchkämpfte.
Deutlich mehr gefordert als vom Tabellenzwölften werden die Mannheimer im zweiten Heimspiel des Wochenendes am Sonntag um 14 Uhr gegen den ambitionierten ERC Ingolstadt – ein Gegner, der auch den Anspruch hat, mitzuspielen. Erst danach ist eine zuverlässige Aussage möglich, ob die Kurpfälzer ihre kleine Talsohle hinter sich haben.
Adler Mannheim-Krefeld Pinguine 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)
Tore: 1:0 Järvinen (7.), 2:0 Smith (46.), 3:0 Krämmer (50.)
Schiedsrichter: Piechaczek (Landsberg), Steingross (Berlin)
Strafminuten: 12/16 + 10 Disziplinar Noonan
Zuschauer: 12.551