Keeper, Sieger, Positionen: So sieht es beim SV Sandhausen vor dem Auftakt gegen Kiel aus
Von Wolfgang Brück
Sandhausen. Rick Wulle hat sein erstes Etappenziel erreicht. Der 25-jährige waschechte Ziegelhäuser ist - zumindest fürs Erste - die neue Nummer zwei beim SV Sandhausen. "Rick hat in den Testspielen gegen Saarbrücken und Paderborn einen guten Eindruck gemacht. Er wird am Samstag in Kiel auf der Bank sitzen", erklärte Trainer Uwe Koschinat auf Anfrage der Rhein-Neckar-Zeitung.
Wulle kam vor vier Jahren vom Regionalligisten FC-Astoria Walldorf zum Zweitligisten, wurde durch einen Kreuzbandriss zurückgeworfen und war letzte Runde hinter Marcel Schuhen und Niklas Lomb nur dritter Torwart.
Gewinner der Vorbereitung ist auch Rurik Gislason. Dem Hattrick gegen Großaspach ließ der Isländer weitere Tore gegen Saarbrücken und Paderborn folgen. Koschinat hat für den WM-Teilnehmer eine neue Position.
Der 31-jährige Angreifer rückt von Rechtsaußen ins Sturmzentrum. Der Trainer: "Rurik ist topfit. Er ist in glänzender Form, beweglich, schnell. Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann."
Kevin Behrens rechts und Neuzugang Mario Engels links haben die besten Chancen auf die Außenbahn-Positionen. Zentral ist Philip Förster gesetzt, um den sich Union Berlin, wie die RNZ erfuhr, extrem bemüht hat. Angeblich wäre man bereit gewesen, 1,5 Millionen Euro plus Sonderzahlungen nach Sandhausen zu überweisen.
Bei der geheimen Mission in Paderborn war der 24-jährige ehemalige Waldhöfer nicht dabei. Er meldete sich wegen eines grippalen Infekts krank. Koschinat ist aber zuversichtlich, dass er heute, spätestens morgen wieder trainieren kann. Der Einsatz in Kiel scheint nicht gefährdet. Einen "starken Eindruck" (Koschinat) hinterließ auch Emanuel Taffertshofer. Da der Mittelfeldspieler jedoch einen Teil der Vorbereitung verpasste, wird es vermutlich für die Startformation nicht reichen.
Deshalb sind auf der Sechs Eric Zenga oder Marlon Frey am wahrscheinlichsten an der Seite des gesetzten Ivan Paurevic. Aber auch Denis Linsmayer listete der Trainer als Option auf. Drei von vier Plätzen in der Abwehr sind vergeben: Vor Martin Fraisl werden Kapitän Dennis Diekmeier, Aleksandr Zhirov und Leart Paqarada verteidigen. Vierter Mann ist entweder Gerrit Nauber oder Jesper Verlaat.
Bei Holstein Kiel, wo es in den letzten beiden Spielzeiten ein 1:3 und 2:2 gab, lief es in der Vorbereitung noch nicht rund. Nach 29 Toren gegen drei unterklassige Mannschaften, konnten die "Störche" weder gegen die dänischen und russischen Erstligisten Odense (1:1), Grosny (0:1), noch gegen den österreichischen Erstligisten Mattersburg (1:1) gewinnen.
Enttäuschend vor allem das 2:2 am Donnerstag gegen den Viertligisten Norderstedt. Gestern ein weiterer Schock: Bei der 2:3-Niederlage gegen den englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday erlitt Verteidiger Jannik Dehm einen Schienbeinbruch.
Der letztjährige Rangfünfte verlor - Fluch des Erfolgs - bereits zum dritten Mal seinen Trainer. André Schubert folgte auf Markus Anfang und Tim Walter.
Die Chance für den SV Sandhausen?