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Bienensterben: Insekten kämpfen in Edingen-Neckarhausen ums Überleben

Von Stephan Kraus-Vierling

Edingen-Neckarhausen. Die für Natur und Menschen so wichtigen Bienen fliegen, sammeln und bestäuben längst nicht mehr in so großer Zahl wie noch vor Jahrzehnten. Umweltschutzverbände beklagen seit Längerem ein regelrechtes Bienensterben. Sie sehen hierfür neben der parasitären Varroa-Milbe vor allem die moderne Landwirtschaft und deren immensen Einsatz von Spritzmitteln in immer ausgeräumterer Feldflur als Ursache.

Nach dem erfolgreichen Artenschutz-Volksbegehren in Bayern sollen nun auch in Baden-Württemberg auf direkt-demokratischem Weg konsequente gesetzliche Weichenstellungen in der Agrarpolitik durchgesetzt werden, hin zur ökologischen Landwirtschaft. Initiiert von der gemeinnützigen Einrichtung "proBiene" startete zum Weltbienentag der Vereinten Nationen am 20. Mai das Unterschriften-Sammeln.

Zu den Kernforderungen des Volksbegehrens zählen: 50 Prozent Ökolandbau bis 2035, eine Halbierung der mit Pestiziden belasteten Flächen bis 2025 sowie eine ausschließlich ökologische Bewirtschaftung von Staatsflächen. "Denn nicht nur in Bayern findet ein dramatisches Artensterben statt", schreibt Christina Reiß von der Edingen-Neckarhäuser Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einem Artikel im Amtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde. "Der Rückgang von Bienen, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln und Wildkräutern ist auch im Ländle alarmierend." Als drastisches Beispiel nennt Reiß, selbst Hobby-Imkerin, die 460 Wildbienenarten, von denen mehr als die Hälfte auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht.

Auch auf Edingen-Neckarhäuser Gemarkung haben die Bienen schwer zu kämpfen. So verzeichnete etwa Reiß’ Imker-Kollege Dietz Wacker diesen Winter Verluste wie in keinem Jahr zuvor. Von seinen zwölf Völkern des Vorjahres seien ihm bis zum Frühling nur fünf geblieben. "Die anderen waren weg", so der Imker.

Wacker bekämpft in seinen Stöcken die Varroa-Milbe in gebräuchlicher Form durch Verdampfen von Ameisensäure; eine biologisch-mechanische Methode, die den Milben die Fresswerkzeuge verätzt. Das soll die Bienen und deren Larven vor den Saugattacken der Parasiten schützen und zugleich vor Krankheitserregern, die dadurch - vergleichbar etwa mit einem Zeckenbiss - übertragen werden.

Im Winter kommt zudem Oxalsäure zum Einsatz. Sie wird frischgeschlüpften Bienen in Verbindung mit dem zugefütterten Zuckerwasser verabreicht. Dies, so Wacker, solle beim Varroa-Befall "den Druck vom Stock nehmen". Doch sei der Säuredampf auch eine Belastung für die Bienen, der so manche zum Opfer falle.

Zudem gibt es bei Bienenexperten prinzipielle Kritik am Eingreifen der Imker, wie der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet. Den Bienenvölkern, so das Hauptargument des Biologen Thomas Seeley, werde damit die Chance genommen, Resistenzen gegen die Milben zu entwickeln. Auch stünden heute in der gewerblichen, auf möglichst viel Honig-Ertrag abzielenden Imkerei zu viele Stöcke direkt beieinander. Dies fördere die Ansteckung und hindere ebenfalls das Überleben der stärker Veranlagten, das Vermehren resistenter Bienenvölker und somit das allmähliche Durchsetzen per Selektion. Seeley führt Wildbienen-Staaten an, die - von Natur aus in größerem Abstand zueinander - offenbar dem Parasiten-Befall widerstehen.

Die Honigbienen sich selbst zu überlassen, würde allerdings zunächst einmal zu einer noch weit drastischeren Dezimierung führen. "Wer die strapazierten Insekten retten will, muss erst mal viele Völker sterben lassen", so der Ratschlag zu einem rigorosen Umdenken seitens der Bienenzüchter. Für die Berufs-Imkerei wäre dies eine schwere, vielleicht zu schwere Durststrecke.

Dietz Wacker nimmt kritische Expertenmeinungen wie diese durchaus ernst. Auch sieht er die Imkerei selbst mit in der Schuld an der Varroa-Plage. Schließlich seien die Milben mit größeren afrikanischen Bienen nach Europa gekommen, die für die Arten-Kreuzung eingeführt wurden. Nun könne angesichts der grassierenden Plage zwar auch der Imker eine selektive Auswahlzucht betreiben - durch die Verwendung von starken Königinnen mit bekannt "guter Mutterseite", wie Wacker erläutert. Doch müsse das über Jahrzehnte gehen. Und er selbst habe schon mal erwogen, seine Völkerzahl stark zu verringern und die Honigproduktion "auf Eigenbedarf und vielleicht noch ein wenig für Freunde" zu reduzieren.

Seines Erachtens klar in Zusammenhang mit der Varroa-Anfälligkeit aber stehe der Nahrungsmangel der Bienen. Hier sieht Wacker die Ursache allem voran in der gegenwärtigen Form der Landwirtschaft. Bei einer Flur-Begehung der Edingen-Neckarhäuser Nabu-Gruppe im April schilderte er, wie sehr sich allein in den rund 30 Jahren, seit er seinen Obst- und Gemüsegarten am nordwestlichen Ortsrand geschaffen hat, der Grüngürtel um die Gemeinde gewandelt hat.

Die einzelnen Felder würden immer größer, es würden immer weniger Blühfrüchte angebaut. "Es ist diese Monotonie, die sich in der Landwirtschaft ausbreitet." Von den Bauern werde dann stets auf die noch ungleich größeren Flächen etwa in Norddeutschland oder in Nachbarländern verwiesen. Doch auch in der Edingen-Neckarhausen gebe es "jetzt Äcker von einem halben Hektar oder größer".

Wohl versucht die Kommune in Zusammenarbeit mit den Obst- und Gartenbauvereinen und durchaus auch mit einzelnen Landwirten, durch Anlegen von Streuobstwiesen und Ackerblühstreifen etwas für die Tierwelt, die Insekten und besonders für die Bienen zu tun. Zugleich jedoch, so Wackers Kritik, würden von anderen Bauern nach wie vor Parzellen mit altem Baumbestand, Hecken und Sträuchern, kaum dass sie hinzugepachtet werden konnten, gerodet und den immer größeren Feldern zugeschlagen. Die an seinen großen Nutzgarten einst angrenzenden Streuobstgärten seien mittlerweile ebenfalls neuen Ackerflächen geopfert worden.

Auch vom Gifteinsatz kann Wacker aus direkter Nachbarschaft ein Lied singen. So werde nun unmittelbar neben seinem biologisch bebauten Idyll gespritzt. Tagelang rieche er das dann in seinem Garten und sogar im Haus.

Auch an der Blühwiesen-Praxis seitens der Landwirte müsse sich etwas ändern, fordert Wacker. Oft würden die im Rahmen der EU-Förderrichtlinien geforderten Blühflächen zusammen an bestimmter Stelle und nur für wenige Jahre angelegt, dann aber wieder "umgezackert". Viel besser für die Bienen und andere Insekten sei es, die pro Hektar Acker geforderten fünf Prozent Blühstreifen wirklich jeweils auch dort, dezentral und dauerhaft zu realisieren.

Analog zur Staatsflächen-Forderung des Volksbegehrens hat der Nabu Edingen-Neckarhausen vorigen Herbst auf die Verantwortung der Gemeinde gepocht: Sie solle ihre eigenen Agrarflächen künftig nur noch an biologisch wirtschaftende Betriebe verpachten. Suboptimal sehen die Umweltschützer aber auch die Vorgehensweise der Kommune selbst, wenn sie nämlich für die Anlage von Blühwiesen zuvor intensiv Büsche, hecken und Sträucher rode.

Aktuell beklagt das der Nabu bei der stufenweisen Umgestaltung des Aserdamms in Neckarhausen. Natürlich seien die Blumenwiesen wunderschön anzuschauen und auch eine Insektenweide. Doch ökologisch sei der Zustand zuvor oft der wertvollere gewesen; vom Arbeitsaufwand für den Bauhof und den Kosten im Haushalt ganz zu schweigen.

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