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Neidenstein: Diese Scheune war eine Synagoge

Von Berthold Jürriens

Neidenstein. Mitte Dezember letzten Jahres sorgte ein kleines Plakat an der ehemaligen Synagoge im Kirchgraben, die sich in Privatbesitz befindet, für kurzes Aufsehen im Burgdorf. Neben einem Kranz aus Tannenzweigen konnte man die Aufschrift "Auch ich war einmal ein Gotteshaus" lesen. Darunter das Bild einer Skulptur mit Händen vor den Augen und auf dem Boden zwei Grablichter. Urheberin war Elke Göckeritz, die seit etwa einem Jahr versucht, die Neidensteiner Synagoge aus ihrem "zwangsverordneten Dornröschenschlaf zu erwecken", wie sie sich der RNZ gegenüber äußerte.

Vor allem wegen der jüdischen Familie ihres 2013 verstorbenen Ehemannes, die unter anderem in Neidenstein gelebt hatte, sei ihr "die Rettung der Synagoge" eine Herzensangelegenheit. "Es liegt mir sehr daran, die Neidensteiner Öffentlichkeit, vor allem im Angesicht der 700-Jahrfeier, für das jüdische Erbe zu sensibilisieren", sagt Göckeritz.

Das Äußere des denkmalgeschützten Gebäudes lässt tatsächlich kaum erkennen, dass es sich um eine der größten und prächtigsten Landesynagogen Badens gehandelt haben soll. Im Burgdorf selbst kennen zwar viele die Synagoge, aber sie bleibt ihnen auch fremd, weil sie aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung einer Scheune gleicht. Besucher haben es noch schwerer, denn einen Hinweis auf das jüdische Gotteshaus sucht man vergeblich. Da sind die Visionen von Göckeritz zunächst schwer vorstellbar, die sich die Synagoge als Veranstaltungsort für Ausstellungen oder Konzerte vorstellen könnte.

Rundbogenfenster, Andeutungen einer Empore oder alte Wandfarbe und Ornamente im Innenbereich verweisen noch auf das jüdische Gotteshaus. In der Pogromnacht 1938 wurde vor allem die Inneneinrichtung von SA-Männern aus Eschelbronn und Neidenstein zerstört. Bei Rundgängen im Altort muss sich Bürgermeister Frank Gobernatz immer wieder so mancher Frage von Besuchern stellen, für die die zuvor gehörte "bemerkenswerte jüdische Geschichte", die verlegten Stolpersteine im Ort für jüdische Opfer oder der Menachem-und-Fred-Wanderweg mit dem Zustand der ehemaligen Synagoge kein einheitliches Bild abgeben würden. Gobernatz muss dann meist schulterzuckend auf die Besitzverhältnisse verweisen.

Immerhin, der örtliche Heimatverein hatte vor Jahren eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um Ideen für den Erhalt der Synagoge zu sammeln. Der "Synagogen-AG" schwebte, ähnlich wie Göckeritz, eine Art Begegnungsstätte vor. Aber der Respekt vor dem privaten Eigentum hatte für die AG Vorrang, so dass die Aktivität im Sand verlief. Auch das Landesdenkmalamt brachte nach einer Besichtigung Ideen ein: Nur das Nötigste erhalten, sichern und konservieren. Auch das hätte für dieses Kulturdenkmal seinen Reiz und sei nicht so kostspielig, war vom damaligen Fachmann zu hören.

"Mir scheint, dass die Gemeinde kein Interesse an der Synagoge hat und auch sonst eher weitverbreitetes Desinteresse besteht", so der Eindruck Göckeritz’ nach einem Gespräch mit BM Gobernatz. Sie habe außerdem Kontakt zu den Besitzern hergestellt und ihr Anliegen formuliert. Der Hinweis, dass die Scheune noch genutzt werde und man aktuell keine Veränderungen möchte, sei für Göckeritz enttäuschend gewesen. Auch, dass das Plakat und die Kerzen nach nur wenigen Tagen entfernt worden waren. Brandgefahr sei ein Grund gewesen, erfuhr die RNZ. Und für das Plakatieren fremden Eigentums, selbst wenn es für eine gute Sache sei, brachten auf Nachfrage nur wenige Bewohner Verständnis auf.

Wie wichtig der Ingersheimerin die Synagoge ist, sieht man an einem Text, den sie der RNZ anlässlich des 80-jährigen Gedenkens der Reichspogromnacht schickte. Teile des Textes werden in einem Buch der Meckesheimerin Edith Wolber veröffentlicht, die seit einigen Jahren über die Geschichte der Neidensteiner Juden recherchiert, wie Göckeritz berichtet. Wolber findet es wichtig, dass die Synagoge und die jüdische Geschichte wieder thematisiert werden. Hierfür könnte eine Idee aus der Bevölkerung ein erster Schritt sein, die Wahrnehmung des ehemaligen jüdischen Gotteshauses zu verstärken und an dessen Geschichte zu erinnern: Frank Gobernatz wird den Vorschlag zur Aufstellung einer Informationstafel im Gemeinderat zur Diskussion stellen.

Laut der Eigentümerfamilie wäre eine Infotafel vorstellbar. So könnten Besucher erfahren, dass die Synagoge für die Jahrhunderte lange Integration jüdischer Mitbürger in das Dorfleben steht, aber ebenso für ihr jähes, schreckliches Ende. Im Jubiläumsjahr des 700 Jahre alten Ortes, den die Juden fast 365 Jahre mitprägten, wäre das ein erster Schritt, um das kulturgeschichtliche Gebäude regional ein wenig zu festigen.

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