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Untertageanlage Neckarzimmern: Wo die geheimnisvollen Kisten der Bundeswehr lagern

Von Noemi Girgla

Neckarzimmern. Unwillkürlich muss man an die Schlussszene aus "Jäger des verlorenen Schatzes" denken, wenn man durch die langen Tunnel der Untertageanlage (UTA) der Bundeswehr in Neckarzimmern fährt. An den Seiten des Weges stapeln sich Kisten, die mit - für den Laien kryptischen - Zahlencodes gekennzeichnet sind.

Rund 170.000 Quadratmeter Fläche sind es hier unten, auf denen 193.000 verschiedene Artikel der Bundeswehr gelagert werden. Was sich in den Kisten befindet, bleibt der eigenen Fantasie überlassen. Genauere Auskünfte darüber erteilt die Bundeswehr nicht. Die mehr als 40 Kilometer Straßen und Wege der UTA sind so verzweigt, dass man sich ohne einen ortskundigen Begleiter oder den sprichwörtlichen roten Faden der Ariadne hier unten unmöglich selbst zurechtfinden kann.

Schon im frühen 18. Jahrhundert wurde hier Kalkspat abgebaut und im Zweiten Weltkrieg wurde die UTA seit 1942 unter dem Tarnnamen "Baubetrieb Neustadt" massiv erweitert. Danach begann die Bundeswehr, den ehemaligen Gipsstollen ab 1957 zu nutzen und stetig weiter zum Militärdepot auszubauen. Schon 1960 fanden die ersten Einlagerungen statt. Mit der Schließung der Neckartal-Kaserne im Jahr 2010 wurden zwar die meisten der Soldaten verlegt, die UTA aber wird bis heute genutzt und ständig modernisiert.

Der Betrieb erfolgt unter Einsatz der neuesten Technik, sowohl in Bezug auf die Versorgungstechnik, als auch auf die Lagerverwaltungssoftware. Kontinuierlich wird die Anlage perfektioniert. Was kaputt geht, wird nicht einfach nur repariert, es wird gegen das modernste Äquivalent ausgetauscht, das sich auf dem Markt befindet.

Es ist schon ein besonderer Arbeitsplatz, an dem man 150 Meter Erde über sich weiß. Dennoch ist es hier unten nicht beklemmend. Die Wände sind hell gestrichen und erinnern eher an ein modernes Parkhaus, als an einen ehemaligen Gipsstollen. In den Büroräumen bemerkt man kaum einen Unterschied zu einer über der Erde gelegenen Bundeswehreinrichtung.

Nur noch der sogenannte "Museumsstollen" erinnert an die ehemalige Funktion der Anlage. Hier riecht es noch nach feuchter Erde, eine Lore steht am Eingang des Tunnels, als würde sie darauf warten, noch einmal zum Einsatz zu kommen, und man sieht die sich deutlich abgrenzenden Schichten und Adern an den grob bearbeiteten Wänden. In diesem Bereich der Anlage bekommt man noch eine Idee davon, was es früher hieß, unter Tage zu fahren.

Selbst wenn der Rest der Anlage einem dieses Gefühl nicht mehr vermittelt, wird auch hier noch an einem alten Brauch festgehalten. So huldigen die Beschäftigten der UTA einmal im Jahr, am 4. Dezember, der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Berg- und Feuerwehrleute. Jedes Jahr erzählt ein Mitglied der Grubenwehr aus Anlass der "Barbarafeier" die Geschichte der Märtyrerin, die auf der Flucht vor ihrem heidnischen Vater durch eine Felsspalte entkam, und wie sie anschließend verraten wurde.

Doch das ist auch schon alles, was von der alten Bergmannstradition geblieben ist. Die Zeichen stehen auf Modernisierung und Sicherheit - sowohl für die Belegschaft, als auch für die eingelagerten Artikel.

Modernste Lüftungs- und Brandschutztechnik sorgen für deren Wohlergehen und mehrfach im Jahr finden Schutzübungen zur Evakuierung statt. Schließlich trägt man hier nicht nur die Verantwortung für die "alten Hasen", sondern auch für den Nachwuchs. Die Bundeswehr bildet in der UTA Neckarzimmern nämlich Fachkräfte für Lagerlogistik aus.

Sich dafür zu verpflichten ist, entgegen der Annahme vieler, nicht nötig. Insgesamt stehen unter Tage bis zu sechs Ausbildungsplätze pro Lehrjahr zur Verfügung. Das Ausbildungsverhältnis endet mit der IHK-Prüfung in einem zivilen Logistikbetrieb nach drei Jahren. Ob man danach bei der Bundeswehr bleibt, sei es als Soldat, Beamter oder Tarifbeschäftigter, oder den Betrieb wechselt, entscheidet jeder für sich selbst.

Für Auszubildende, die sich nicht vorstellen können, unter der Erdoberfläche zu arbeiten, besteht Übertage die Möglichkeit, sich zum "Elektroniker für Geräte und Systeme" ausbilden zu lassen. In der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr absolviert man im letzten Lehrjahr ein vierwöchiges Praktikum in einer ihrer Dienststellen. Vor Ort wird ausschließlich ziviles Personal eingesetzt. Hier stehen pro Lehrjahr 16 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Zur Zeit bereitet sich der Abschlussjahrgang auf den zweiten Teil seiner IHK Prüfung vor. Die Freisprechung wird am 1. Februar erfolgen.

Es ist schon ein besonderer Arbeitsplatz, den man mit Bedacht wählen sollte - und für Klaustrophobiker ist er definitiv nicht geeignet. Trotz aller Faszination bemerkt man dann bei der Ausfahrt aus der UTA doch die Anspannung, die von einem abfällt, wenn man wieder an die Oberfläche kommt.

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