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Mauschelei-Verdacht: Fronten zwischen Bauer-Lager und DHBW verhärten sich

Von Jens Schmitz, RNZ Stuttgart

Stuttgart. Im Streit um die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) verhärten sich die Fronten zwischen dem Lager von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) und einem Teil des Lehrkörpers. Nachdem Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth vergangene Woche als Co-Aufsichtsratschef der DHBW Bauer gestützt hatte, attackiert ihn nun der Prozessbevollmächtigte einer größeren Professorengruppe: Der Autoboss habe keine Berechtigung, öffentlich für die DHBW zu sprechen, schreibt der Mannheimer Betriebswirt Hendrik Jacobsen in einer Pressemitteilung. Porth arbeite gegen die Interessen der Hochschule und ziele lediglich darauf ab, seinem Unternehmen "willfährige Personalressourcen" zu verschaffen.

Porth hat vergangene Woche ider RNZ erklärt, Mauschelei-Vorwürfe gegen die Ministerin seien haltlos. An der DHBW gebe es einen harten Kern von Kritikern, die aufgrund von Selbstständigkeitsbestrebungen und Egoismen versuchten, die Institution mit Klagen zu beschäftigen und zu lähmen.

"Keine Berechtigung, für die DHBW öffentlich zu sprechen"

Auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist derzeit mit der Dualen Hochschule befasst. Dort behaupten rund 50 DHBW-Professoren, ihre Institution sei verfassungswidrig organisiert. Ihr Verfahrensbeauftragter Jacobsen bescheinigt Porth nun nicht nur ein "irritierendes Rechtsverständnis". Er geht den Daimler-Vertreter ganz grundsätzlich an.

"Herr Porth besitzt keine Berechtigung, für die DHBW öffentlich zu sprechen", erklärt Jacobsen. Der Daimler-Vertreter sei weder von den 34.000 Studierenden, noch von den Mitarbeitern oder Professoren gewählt worden. Porths Aufnahme in den DHBW-Aufsichtsrat verdanke sich allein dem Vorschlag des Wissenschaftsministeriums.

Jacobsen zufolge arbeite Porth zudem gegen die Interessen des Hochschulverbunds. "Er schaut seit Jahren tatenlos zu, wie Frau Bauer als DHBW-Aufsichtsratsvorsitzende mit sich selbst als Wissenschaftsministerin den Haushalt der DHBW verhandelt. Herr Porth unternimmt seit Jahren nichts, obwohl Frau Bauer der DHBW als einziger Hochschule in Baden-Württemberg seit mittlerweile acht Jahren den gesetzlich vorgeschriebenen Forschungsetat rechtswidrig verweigert." In die Amtszeit der beiden Co-Aufsichtsratschefs fielen "eine Finanz-, eine Integritäts- und eine Strukturkrise" an der DHBW.

Porth verfolge das Ziel, "aus der DHBW eine autoritär-zentralistische Berufsschule zu machen, die Hochschulabschlüsse erteilt und seinem Unternehmen willfährige Personalressourcen verschafft". Die von Porth angegriffenen Professoren wollten dagegen verantwortungsvolle Staatsbürger ausbilden, so Jacobsen.

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