Mauer: Schneller Internetzugang soll ab Juli verfügbar sein
Mauer. (tri) Frohe Botschaft für die Bewohner und Internetnutzer in der "Sandklinge": Das sogenannte "schnelle Internet" kommt. "Endlich!" kann man hinzufügen. Denn das Straßenviertel nahe der Sandgrube "Am Grafenrain" war bisher eine "Enklave" beim Ausbau des schnellen Internets, was über lange Zeit für Kritik der Anwohner und viele Diskussionen sorgte. Denn die Telekom hatte sich nach anfänglichem Interesse, etwa 25 Einfamilien- und einige Mehrfamilienhäuser anzuschließen, zurückgezogen.
Auch in der Gemeindeverwaltung hatten die Telefondrähte nach der definitiven Absage der Telekom im Mai vorigen Jahres geglüht. Auf Vorschlag eines Anwohners in der Sandklinge verhandelte die Gemeindeverwaltung mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Und dies erfolgreich, denn das Unternehmen bot an, die Sandklinge an das Unitymedia-Kabelnetz anzuschließen - mit der Möglichkeit von Download-Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabits pro Sekunde. Allerdings machte Unitymedia zur Bedingung, dass die Tiefbauarbeiten (ohne Hausanschlüsse) seitens der Gemeinde gestellt werden müssen, während die Hausanschlüsse durch den Betreiber beauftragt werden sollten.
"Die Kosten für die Hausanschlüsse richten sich nach der Entfernung von der gemeindeeigenen Straße bis zum Wohnhaus und können jeweils bei 600 bis 2000 Euro liegen", unterrichtete Bürgermeister John Ehret. Die Verwaltung machte Nägel mit Köpfen und legte dem Gemeinderat ein Angebot der Firma Kocaman aus Weiterstadt für die Vergabe der Tiefbauarbeiten in Höhe von rund 52.000 Euro vor, das einstimmig verabschiedet wurde.
"Wir sind zu dieser Maßnahme praktisch gezwungen worden und müssen tief in die Tasche greifen", bedauerte Rainer Drös (CDU), "das ist traurig, doch vor dem Hintergrund, dass wir die Anwohner nicht sitzen lassen können, aber auch notwendig." Joachim Frühauf (Unabhängig für Mauer) erklärte: "Wir haben im Ort eine flächendeckende Versorgung mit dem schnellen Internet und da wäre es ein Unding, wenn wir es in der Sandklinge mit Unitymedia nicht realisieren würden, das Geld ist gut investiert." Da die Sandklinge als Spielstraße ausgewiesen ist und keinen typischen Gehweg hat, muss das Leerrohr unter die Straße gelegt werden, was die höheren Kosten verursacht. Ehret ergänzte, dass die Tiefbauarbeiten spätestens im März beginnen sollen - bei einer Bauzeit von vier bis sechs Wochen, danach erfolge die Aktiv-Technik seitens Unitymedia. "Realistisch können wir von einem Start des schnellen Internetzugangs in der Sandklinge ab Anfang Juli dieses Jahres ausgehen", teilte der Bürgermeister auf Nachfrage mit.