Neunkirchen: Wie die Holzernte noch effektiver wird
Von Bernd Kühnle
Neunkirchen. Nachdem vor vier Jahren eine Holzerntemaschine aus kanadischer Produktion die Kurzumtriebsplantage Neunkirchen, auf der seit 2008 verschiedene Weidenarten auf einer Fläche von rund sechs Hektar als Energiewald gepflanzt worden waren, erstmalig abgeerntet hatte, kam in diesem Jahr mit dem "Stembundler MK IV" ein neuentwickeltes Gerät zum Einsatz. Die Entscheidung für den Einsatz dieses neuen Geräts wurde von der Gemeinde getroffen, da sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Weiterverarbeitung der damals geernteten Rundballen bei dem Einsatz des "Biobaler" im Jahr 2014 einige Probleme verursacht hatte.
Das neue Erntegerät ist von Kilian Rebmann, einem jungen Tüftler aus Biederbach im Schwarzwald, entwickelt worden, der das Erntesystem zuerst für den Eigenbedarf nutzte, dann vom Land Baden-Württemberg für seine Erfindung ausgezeichnet wurde und die Maschine zur Serienreife entwickelte. Die Vorteile liegen neben einem günstigeren Preis darin, dass das geschnittene Holz besser austrocknen kann und damit einen höheren Heizwert hat. Zusätzlich kann die bereits in der Landschaftspflege und in der Forstwirtschaft vorhandene Technik wie Tragschlepper, Forwarder und Holzhacker genutzt werden. Auch die Abschnittsqualität wurde verbessert und die Ernteverluste können im direkten Vergleich der beiden Ernteverfahren geringer gehalten werden.
Berücksicht man die Ausgangssituation im Neckar-Odenwald-Kreis, die geprägt ist von kleinen Ernteflächen mit nicht optimalen Geländezuschnitten und oft problematischen topografischen Voraussetzungen, und zieht man in Betracht, dass die Folgetechnik bereits vorhanden ist, kann man das System als für den Neckar-Odenwald-Kreis sehr gut geeignet bewerten. Zudem sind die Erntekosten mit 40 bis 50 Euro pro Atrotonne (absolutes Trockengewicht) und 8 bis 10 Euro je Schnittraummeter (Srm) Hackschnitzel im Vergleich der Alternativverfahren sehr günstig.
So war es nicht verwunderlich, dass sich bei der Erntevorführung in Neunkirchen auch Besucher aus dem Landkreis Weißenburg / Gunzenhausen eingefunden hatten, um den Einsatz des Geräts zu begutachten. Daneben zeigte sich Walter Leibfried, Geschäftsführer des Maschinenrings Neckar-Odenwald-Kreis, sehr interessiert an einer eventuellen Anschaffung des "Stembundler MK IV", die im oberen fünfstelligen Bereich liegen würde. Auch Bürgermeister Bernhard Knörzer war von der Demonstration auf der Erntefläche nahe der Saatschulhütte im Neunkirchener Wald sehr überzeugt, als er sich von Rebmann über die Arbeitsweise und die Einsatzmöglichkeiten informieren ließ.