Ravenstein-Erlenbach: Kindergarten bleibt eventuell bestehen
Erlenbach. (F) Der Jahresrückblick 2018, ein Ausblick auf das kommende Jahr sowie ein zusätzlich in die Tagesordnung aufgenommener Bauantrag standen im Mittelpunkt der letzten öffentlichen Sitzung des Erlenbacher Ortschaftsrates in diesem Jahr. Die vorgesehene Blutspenderehrung musste ausfallen. Diese soll bei einer Veranstaltung Anfang 2019 nachgeholt werden. Ortsvorsteher Bernd Ebert konnte zur Sitzung eine große Anzahl interessierter Bürger im Bürgerzentrum willkommen heißen.
Eingangs gab Ortsvorsteher Ebert die in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse bekannt. Im Umlaufverfahren wurde dem Bauantrag zum Neubau eines Wohnhauses auf Gemarkung Erlenbach zugestimmt.
In seinem detaillierten und umfangreichen Jahresbericht sagte Ortsvorsteher Ebert, dass sich der Ortschaftsrat im abgelaufenen Jahr zu zwei öffentlichen und vier nichtöffentlichen Sitzungen getroffen habe. Eine große Aufgabe sei erneut die Aufstellung der Bänke in der Gemarkung und deren Einsammlung im Herbst gewesen. Als erfreuliche Maßnahmen im Ort nannte er die Feldwegsanierung sowie die Erneuerung der Außenwand durch freiwillige Helfer am Farrenstallgebäude. Darüber hinaus seien die Altglascontainer an den Festplatz verlagert worden.
Zudem seien vom Gemeinderat Bauanträge und Bauvoranfragen beschlossen worden. Mehrere Firmen hätten im Industriegebiet "Roth" eine Fabrikhalle errichtet. Dafür habe man die dortige Straße für weitere Firmenerschließungen mit einem Kostenaufwand von rund 120.000 Euro verlängern müssen. Die Maßnahme laufe derzeit noch, eine weitere Verlängerung sei in Planung, so der Ortsvorsteher. Auch kulturell habe sich im Stadtteil Erlenbach einiges getan, denn zahlreiche Feste und Konzerte seien veranstaltet worden.
In seinem Bericht ging der Ortsvorsteher auch auf die derzeitige Situation in der Stadt Ravenstein ein, wo man seit Mai ohne Bürgermeister arbeiten müsse, was natürlich eine große Herausforderung für den Gemeinderat sowie den stellvertretenden Bürgermeister Thomas Hornung darstelle. Dem Gremium sowie Hornung sprach Ebert ein ganz großes Kompliment aus wie auch der Verwaltung und den Helfern, insbesondere zwei ehemaligen Mitarbeitern, die im Hintergrund mit dafür sorgten, dass der Betrieb weiterhin rund laufe. Dank galt auch dem Ortschaftsrat für die stets konstruktive Zusammenarbeit sowie allen Freiwilligen und nicht zuletzt den Mitarbeitern des Bauhofs sowie dem Helferkreis, der sich um die Migranten im Stadtteil kümmere.
In seinem kurzen Ausblick auf 2019 ging Ebert auf die bevorstehende Kommunalwahl im Mai 2019 ein, bei der es sowohl im Ortschaftsrat Erlenbach als auch im Gemeinderat personelle Veränderungen geben werde. Er selbst werde weder im Ortschaftsrat noch im Gemeinderat auf der Wählerliste stehen. Er deutete aber an, dass er dem neuen Ortschaftsrat das Angebot machen wolle, dass er - wenn dies gewünscht werde - weiter Ortsvorsteher bleiben wolle.
Zu den anstehenden Maßnahmen 2019 sagte Ebert, dass Reparaturen am und im Bürgerzentrum vorgesehen seien. Die Sanierung des Farrenstalles soll weiter fortgeführt werden und an der Leichenhalle im Friedhof soll das Dach repariert werden. Zudem soll die Idee einer geänderten Friedhofsbelegung und die damit veränderte Struktur der Grabnutzung und der Wunsch nach Rasenurnengräbern bei einem Vor-Ort-Termin aufgegriffen werden.
Eine Herausforderung werde auch die neue Kindertagesstätte in Oberwittstadt sein, da seit der Ausarbeitung der Pläne enorm viele Kinder geboren wurden. Das derzeit im Umbau befindliche Gebäude komme so schon an seine Kapazitätsgrenzen. Es sei deshalb daran gedacht, den in Erlenbach befindlichen Kindergarten weiter zu nutzen. Entscheidungen hierüber seien aber noch keine gefallen, sagte Ebert. Im Stadtteil wünsche man sich zudem einen verbesserten Zugang zum Internet. Erfreulich sei die Wiedereröffnung des ehemaligen Gasthauses "Zum Ochsen" nach einem neu erstellten Konzept. Leider konnte das erforderliche Hochwasserschutzkonzept in Erlenbach noch nicht ganz fertiggestellt werden. Hieran werde aber weiter gearbeitet.
Wie Ebert beim nächsten Punkt berichtete, sei ein Brief an die Anrainer mit Waldgrundstücken an öffentlichen Wegen in Vorbereitung, mit der terminlichen Aufforderung zur Durchforstung von Lichtraumprofilschnitten.
Unter dem neu in die Tagesordnung aufgenommenen Punkt befasste sich der Ortschaftsrat mit einem Bauantrag zum Neubau einer Produktionshalle mit Büroanbau, die Errichtung von 13 überdachten Stellplätzen und die Aufstellung von fünf Containern, die als Lager dienen sollen, auf den Grundstücken Flst. Nr. 4660/5 und 4660/8 der Gemarkung Erlenbach.
Wie man auf dem Bauplan sehen könne, so Ebert, werde die Baugrenze an mehreren Stellen des Grundstücks geringfügig überschritten, was aber begründbar sei. Wichtig sei aber, so Ebert, dass durch die Überschreitung des Baufensters die bestehende und ausgewiesene Grünfläche nicht berührt werde. Dem Bauantrag wurde zugestimmt. Von den nicht eingehaltenen Festsetzungen des Bauantrags wurde Befreiung erteilt.
Das in Erlenbach bestehende Industriegebiet "Roth" nehme eine weitere positive und sehr erfreuliche Entwicklung. Sehr lobend sprach sich Ortsvorsteher Ebert in diesem Zusammenhang über die Zusammenarbeit mit den im Gewerbegebiet "Roth" angesiedelten Firmen aus. Es sei schön, dass man solche Partner habe, sagte Ebert. Das Gewerbegebiet "Roth" habe sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Und dort würden auch einige für den Stadtteil wichtige Arbeitsplätze geschaffen.