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Soldbuch eines Eberbach: Wegbeschreibung eines Horrortrips im Stahlgewitter

Eberbach. (fhs) Hundert Jahre her und trotzdem tagesaktuell - das sind das Ende des Ersten Weltkrieges und die Lehren aus diesem ersten großen europäischen Massenmorden des 20. Jahrhunderts, dem leider noch viele weitere folgten. Aktuelle Lehren daraus zog Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner Volkstrauertagsrede im Deutschen Bundestag - und diese wiederum löste im Eberbacher Rolf Wieprecht einen Reflex aus: das Hervorholen genau 115 Jahre alter Dokumente seines Großvaters Hermann.

Wie vom sprichwörtlichen Donnerschlag gerührt zeigt Wieprecht auf das graubraune Soldbuch und vor allem den Militärpass seines Opas. Letzterer enthält neben zahlreichen Detaileintragungen vor allem eine zusätzlich eingeklebte, handschriftliche Liste: unter "Feldzüge und Verwundungen" stehen Hermann Wieprechts Einsatzorte zwischen August 1914 und September 1917.

Eigentlich wäre an dieser Stelle gerade mal visitenkartengroß Platz für handschriftliche Einträge gewesen - sei es, dass die Militärverwaltung glaubte, es sei mit ein, zwei Schlachten getan, oder schlimmer, dass der Passbesetzer weitere Treffen mit Verwundungen nicht überleben würde. Für die noch unter Jubel 1914 zu den Fahnen Geeilten erwies sich der "Spaziergang nach Paris" noch im selben Herbst als Horrortrip ins Stahlgewitter zwischen den Niederlanden, Belgien und Nordostfrankreich. Auch für Hermann Wieprecht.

Mit seiner Teilnahme an einem Abwehrkampf bei Verdun 1917 bekam er schließlich Senfgas ab und hatte sozusagen Glück im Unglück. Statt wie Millionen anderer junger Männer von den Granaten in den Schützengräben zerfetzt oder verschüttet zu werden, von einer Gewehrkugel im Nahkampfangriff zu fallen, kam er damit als Kriegsversehrter aber (über-)lebend ins Lazarett und damit aus der Todeszone.

Senfgas als "Glück"

"Das muss man sich mal geben - das liest sich zwar wie eine Reisewegbeschreibung, und doch sind das alles Namen von Schlachten, die man heute noch als schreckliche Ereignisse kennt". Hermann Wieprecht war wegen seines Bezugs als Turner in Heilbronn am 16. Oktober 1903 beim württembergischen Feldartillerieregiment Nummer 65 ins "stehende Heer eingetreten". Nach der Mobilmachung des Deutschen Reiches datiert Wieprechts "Wiedereintritt" ins 4. Bataillon vom 4. August 1914. Seine Dokumente bekam er am 5. August "vor dem Ausmarsch nach Mühlhausen, wo die erste Schlacht des Weltkriegs stattfand".

Wieprecht notierte als "Gefecht" 9./10. August 1914 bei Senheim-Mühlhausen, 20.-22. August Schlacht in Lothringen, Gefecht vor Nancy-Épinal, Kämpfe bei Flirey, Schlacht bei Arras, Stellungskämpfe in französisch Flandern. Als ob er nichts auslassen wollte, notierte der "Feldsignalist" der Fernsprechabteilung des 14. Armeekorps Wieprecht als weitere Einsatzorte die "Schlacht bei Lille" (15. bis 28. Oktober) und die "Dezemberschlacht in französisch Flandern" (14. bis 22. Dezember).

"Stellungskämpfe im Artois" hält Wieprecht fest für die Zeit über den Jahreswechsel bis hinein ins Frühjahr 1915 (8. Mai). Es folgen als weitere Eintragungen 1915/1916 Lorettohöhe, Ablain, La Bassée, Champagne, Somme bis zu den "Stellungs- und Abwehrkämpfen" vor Verdun zwischen Mai und September 1917.

Schlägt man heute "Schlacht an der Somme" nach, stößt man auf den Hinweis, dass sie als eine der größten Schlachten an der Westfront im Ersten Weltkrieg gilt und dass sie mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten die verlustreichste Schlacht dort war, ohne ein militärisches Ergebnis erbracht zu haben.

Den 1953 geborenen Enkel Rolf Wieprecht hat das Schicksal des Großvaters nie losgelassen. Bis heute besucht er jeden Soldatenfriedhof, sobald er auf Reisen in die Nähe eines solchen kommt. Und immer wieder holt er die vergilbten Dokumente aus "Großvaters Kiste" hervor, um die Erinnerung daran wachzuhalten, was Krieg wirklich bedeutet.

Wieprecht: "Ich hab das Buch ’Im Westen nichts Neues’ gelesen. Und wenn man das hier sieht, kann man sich vorstellen, was das heißt, dass man nicht weiß, ob man am nächsten Tag überhaupt noch lebt."

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