Dossenheimer Bürgermeisterwahl: Elke Kaiser ist die zweite Kandidatin
Dossenheim. (dw) Wenn am 30. November die Frist für die Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters beginnt, werden ihre Bewerbungsunterlagen ganz sicher im Rathaus eingehen: Elke Kaiser will Bürgermeisterin der Bergstraßengemeinde werden. Die Dossenheimerin wäre die erste Frau, die die ehemalige Steinbrechergemeinde führt, sofern sie ihr selbst gestecktes Ziel erreicht. Gerade stellt sich die Parteilose als zweite Bewerberin den im Gemeinderat vertretenen Parteien wie der Wählervereinigung vor und wirbt um Unterstützung für die Wahl am 3. Februar, wobei die CDU ihr Herz bereits an David Faulhaber vergeben hat.
Die 51-jährige Betriebsprüferin, derzeit für das "Zentrale Konzernprüfungsamt Stuttgart" tätig, hat sich diesen Entschluss reiflich überlegt. Jetzt ist sie sicher. Die Herausforderung, beruflich nochmal Neues zu wagen, reizt sie. "Als Bürgermeister kann man etwas erreichen, was man relativ schnell sieht", erklärt sie die Faszination, die für sie von diesem kommunalen Amt ausgeht. Gerade verschafft sie sich durch die Teilnahme an den öffentlichen Haushaltsberatungen einen Überblick über den Aktionsradius der Gemeinde. Zahlen seien ihr tägliches Brot, hat sie im Umgang mit ihnen keinerlei Scheu.
Die Diplom-Finanzwirtin - Studium und Abschluss hat sie an der Fachhochschule Ludwigsburg absolviert - ist es gewohnt, in von Männern dominierten Bereichen zu agieren und sich zu behaupten. Ihre beruflichen Aufgaben lassen ihr gar keine andere Wahl. Die erforderliche Internationalität führte dazu, dass sie zwischenzeitlich fachbezogene Englischkurse gab. Im Paragrafendeutsch ist sie ohnehin zuhause. Sie arbeitete an einem Erlass zu einer Rechtsverordnung zum Außensteuergesetz mit. Will heißen: Auch die Verschlungenheit von Amtswegen ist ihr vertraut.
Als Spross einer in Handschuhsheim alteingesessenen Familie mit damals eigenem Gartenbaubetrieb ist sie mit den lokalen Strukturen aufgewachsen. Sie sei mit der "Scholle verwurzelt", sagt sie über sich selbst. 2006 zog die fünfköpfige Familie Kaiser nach Dossenheim. Der Haushalt hat sich inzwischen verkleinert. Die erwachsenen Kinder sind flügge geworden, von ihrem Mann ist sie geschieden. "Mein Jüngster findet das total spannend", freut sie sich, in ihrem 14-jährigen Sohn einen starken Befürworter zu haben.
Als Ausgleich zum Beruf singt sie in verschiedenen Chören und arbeitet gern im Garten. Beim Blumenschmuckwettbewerb zum Gemeindejubiläum 2016 sei sie erfolgreich gewesen, erzählt sie über die Anerkennung noch immer erfreut.
Erste Überlegungen, was sie als Bürgermeisterin angehen will, hat sie schon entwickelt. Sie sind aus der täglichen Beobachtung heraus entstanden. Es geht um eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Neckar, einen Parkplatz für Pendler, der an den Nahverkehr angeschlossen ist, oder ein Finanzberatungsangebot für Senioren im Rathaus. Sie wünscht sich eine Wassertretstelle, weil’s gesund ist. An der "Mühlbrücke" will man laut Haushaltsplan im nächsten Jahr Tatsachen schaffen. Vielleicht ergibt sich dort die Möglichkeit.
"Egal, wie’s kommt", sagt sie. Das Vorhaben Kandidatur sei schon jetzt eine tolle Erfahrung.