Heidelberg: Ratten und Graffiti - In Ziegelhausen gibt's viel zu beklagen
Heidelberg-Ziegelhausen. (pop) Es ging wieder richtig zur Sache bei der aktuellen "Schmuddeleckenbegehung" der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung in Ziegelhausen. Viele Teilnehmer waren gekommen - für Michael Kraft vom gastgebenden Amt ein Zeichen dafür, dass "an der Sauberkeit im Stadtteil viel Interesse besteht".
Damit traf er den Nagel auf den Kopf: So hatte Reimund Beisel als Stadtteilvereinsvorsitzender eine lange Liste zur Hand, die er nach und nach im Gespräch mit den städtischen Mitarbeitern abarbeiten wollte. Zunächst kam aber der Hinweis von den Teilnehmern, dass laut einer CDU-Bürgerumfrage im Stadtteil das Thema Sauberkeit an erster Stelle stehe. Geärgert hätten sie sich etwa über Zigarettenkippen auf der Straße sowie darüber, dass jeder einfach stehen lasse, was er wolle. Das wollte Jürgen Lang von der Abfallwirtschaft nicht stehen lassen - und verwies auf die Monat für Monat vor Ort durchgeführten Amtsbesichtigungen. Gleichfalls getadelt wurde, dass das Bushäuschen am Ebert-Platz zeitweilig so gestunken habe, dass man sich nicht mehr hineingetraut habe.
Auf dem Ebert-Platz wurde zudem auch eine massive Rattenplage ausgemacht. Hierfür mitverantwortlich zeichne nicht zuletzt eine Pizzeria in der Nähe. Wenn die Leute deren Mitnehmprodukte im Freien verzehrten, dann kämen eben die Ratten, hieß es. Kein gutes Wort gelassen wurde obendrein an dem Zustand rund um den auf dem Ebert-Platz stehenden Glascontainer. Und wie in fast allen anderen Stadtteilen auch gerieten die "wild" aufgestellten Kleidercontainer ins Kreuzfeuer der Kritik.
Um diese herum sehe es aus wie in einem "Kriegsgebiet", meinte ein Teilnehmer. Passend dazu folgte prompt die Anmerkung, dass die Reinigung in den diversen Neckarzugängen nach einem Hochwasser immer ein "Drama" sei. Und das vor allem deshalb, weil Schlammrückstände alsbald zu Zement würden.
Schlussendlich ganz und gar nicht schön zu betrachten war das Stromhäuschen der Stadtwerke im Norden des Ebert-Platzes. Denn dieses präsentierte sich rundum mit Graffiti "verziert". Hinzu kam eine "Kandel", also ein senkrechtes Trauf- oder Fallrohr zur Entwässerung des Dachs dieses Häuschens. Besagte "Kandel" wurde mit einem Stein oder einem anderen harten Gegenstand in einem Ausmaß demoliert, dass einem Teilnehmer nur dieser Vergleich einfiel: "Früher ging man mit überschüssiger Kraft in den Garten, heute werden Kandeln kaputtgemacht!"