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Vom Nordkap bis nach Sizilien: Die Begegnungen waren die schönsten Momente (plus Fotogalerie)

Von Anja Hammer

Leimen-Gauangelloch. Thomas Bongarts hat sich einen Traum erfüllt. Und am Ende wurde dieser Traum größer, als er es sich je hätte vorstellen können. Der 59-jährige Gauangellocher hat über 7000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Am Stück. Ein Jahr lang wanderte er den kompletten europäischen Fernwanderweg E1 ab - vom Nordkap bis nach Sizilien.

"Ich hatte schon immer von einer langen Wanderung geträumt", erzählt Bongarts. Inzwischen ist er wieder zurück, sitzt am Esszimmertisch seines Zuhauses. Er hat viel zu erzählen, seine Geschichte beginnt im Jahr 2007. Da liest er nämlich einen Bericht über die europäischen Fernwanderwege.

Und in diesem Moment keimt in ihm der Gedanke, den E1 zu laufen. Und zwar komplett. Die Jahre vergehen, nichts passiert, aber der Traum bleibt. "Ich dachte immer, das mache ich, wenn ich Rentner bin", sagt Bongarts, während er an seinem Kaffee nippt.

Im Jahr 2016 wollte der Wohnungsverwalter nicht länger warten. "Ich war berufsbedingt nervlich unten", erinnert er sich. 15 Jahre lang war er bei einem großen Immobilienunternehmen tätig. Er kündigte. Seine Frau Iris, mit der er seit 18 Jahren zusammen ist und wegen der der ursprünglich aus Mörs am Niederrhein Stammende auch in Gauangelloch landete, unterstützte ihn. "Sie sagte: Verwirkliche deinen Traum, mach es!", berichtet Bongarts.

Nach monatelanger Planung - schließlich musste die richtige Ausrüstung gefunden und Infos zur Strecke eingeholt werden - ging es im Mai 2017 los: Mit seiner Frau machte er eine Fahrt mit dem Postschiff die norwegische Küste hoch und am Nordkap hieß es Abschied nehmen. Mit 27 Kilogramm auf dem Rücken machte sich Bongarts auf den Weg: "Ich war auf alle Eventualitäten eingestellt, sogar ein Beil zum Holzhacken hatte ich dabei." Letzteres hat er nie gebraucht.

Doch schon in den ersten Tagen stellte sich heraus: Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Denn Bongarts hatte mit 2017 eines der schneereichsten Jahre seit dem 19. Jahrhundert erwischt, wie er nachrecherchiert hat. "Am 30. Mai ist am Nordkap noch der Schneepflug gefahren", erinnert er sich.

Auf dem E1 konnte er nicht laufen. "Ich bin bis zu den Knien und tiefer im Schnee eingesackt." Also ging er die Straße entlang. Auch am zweiten Tag. Deshalb betont er immer wieder: "Ich habe immer versucht, den E1 komplett zu laufen - aber es ging eben wegen der Witterung nicht immer."

Am dritten Tag ging er querfeldein. "Da war nur freies, endloses Feld und ich bin nur dank des Navis nicht im Kreis gelaufen." Tagelang trifft er keine Menschenseele. Ernährt hat er sich von Müsli, Schokolade und Trockenobst. "Aber nichts, was die Verdauung anregt", ergänzt er lachend.

Doch der Schnee hoch oben im Norden ist nicht die schlimmste Erfahrung mit der weißen Pracht: "Die gab es in Italien", sagt der 59-Jährige. Dort ging ihm die weiße Masse bis zum Oberschenkel. Er kämpfte sich durch - nur um feststellen zu müssen, dass ein Wasserfall ihm den Weg versperrte. Er musste die gesamte Strecke wieder zurückgehen, 17 Stunden war er unterwegs.

Und so geht es ihm immer wieder: Im Herbst waren es etwa umgeknickte Bäume, die ihm den Weg versperrten. Auch übersehene Wegweiser oder zugewachsene Schilder sorgen für umsonst zurückgelegte Kilometer. Da helfen auch die Wanderkarten nicht, die er auf seinem Handy abgespeichert hat und in jeder Unterkunft mit Internet vorausschauend herunterlädt. Umwege gehörten zu seiner Tour wie der Schweiß am Rücken vom schweren Rucksack.

"Bevor ich los ging, habe ich jedem gesagt: 7000 Kilometer, 365 Tage, das macht 20 Kilometer am Tag und das schaffe ich locker", erzählt der Gauangellocher. Schließlich würde er ja untrainiert neun Kilometer in eineinviertel Stunden walken. Jetzt, da er zurück ist, weiß er es besser: "Die Herausforderung ist es, dass man jeden Tag laufen muss - und zum Teil waren es 30, 40 Kilometer am Tag."

Dabei spielten auch die Unterkünfte eine entscheidende Rolle. Häufig fand sich nämlich keine am Ende einer Etappe und Bongarts musste weiterlaufen. Auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf - gezeltet hat der Gauangellocher eher selten - hat er mit die schönsten Erlebnisse gehabt.

Wenn Bongarts nämlich nach dem schönsten Moment gefragt wird, sagt er: "Den gibt es nicht - es waren die Menschen, denen ich begegnet bin." Alle seien freundlich, lieb und nett gewesen und hätten ihm stets Unterstützung angeboten.

So erinnert er sich noch gut an eine Begegnung in der Lüneburger Heide: "Es war dunkel und ich habe mal wieder nach einer Unterkunft gesucht."Als er einen Mann, der gerade an seinem Auto herummachte, nach einem Hotel fragte, habe dieser gelacht und ihn darauf hingewiesen, dass er in einem kleinen Ort mit nur sieben Häusern sei.

"Dann öffnete er sein Gartentor und sagte: ,Komm rein, ich kündige meiner Frau einen Gast an‘", beschreibt der Wandersmann, was dann passierte. An diesem Abend entstand eine besondere Freundschaft, die sogar so weit reichte, dass Dirk, wie der Unbekannte hieß, zwei Wochen lang mit Bongarts durch die italienische Po-Ebene gewandert ist und vor Kurzem zur Kerwe nach Gauangelloch gekommen ist. Aber auch von Fremden, die plötzlich an seiner Schulter weinten, oder Lkw-Fahrern, die ihr Brot mit ihm teilten, kann Bongarts erzählen.

Nach fast genau einem Jahr hatte er sein Ziel erreicht: Sizilien. Dort macht er Urlaub mit seiner Frau. Zwischendurch hatte er sie nur an Weihnachten gesehen - ganz ohne einen großen Umweg. Denn der E1 führt auch durch die Region, direkt am Gauangellocher Ortsrand vorbei.

Im Dezember kam Bongarts dort an und blieb einige Wochen. Bis er sich wieder auf den Weg machte. "Ich bin so froh und glücklich, dass ich es durchgezogen habe", sagt der 59-Jährige rückblickend. Denn natürlich gab es auch die Momente, in denen er fix und fertig war und ans Abbrechen gedacht habe.

Jetzt ist er seit einigen Wochen wieder zu Hause. Haare und Bart, die er sich während der Wanderung hat wachsen lassen, sind ab. Er ist auf Jobsuche.

Doch auch, wenn er wieder froh ist, bei seiner Frau zu sein, gesteht er, dass die Rückkehr ins "normale Leben" nicht einfach ist. Ihm fehle die Freiheit, sagt er. Und: "Ich denke viel an meine Reise - was ich erlebt habe, kann man sich nicht vorstellen."

Info: Bongarts Wanderblog, in dem er jeden Tag und jede Etappe beschrieben hat, finden Sie unter www.e1-traum.de

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