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Mannheim: 71-jähriger Messie wurde aus seiner GBG-Wohnung zwangsgeräumt

Von Wolf H. Goldschmitt

Mannheim. Es sticht wie Ammoniak in der Nase und verschlägt dem Räumkommando den Atem. Die Wohnung eines 71-jährigen Mieters im Mannheimer Stadtteil Schönau gleicht einem Müllplatz. Hunderte von Kartons stapeln sich bis unter die Decke. Ein Durchkommen ist fast nicht möglich. Am Ende werden 100 Kubikmeter Verpackungen aus dem fünften Stock vor das Haus Heilsberger Hof 4 geworfen, das der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG gehört.

In der Küche liegen vier verstörte Katzen apathisch auf dem Boden in ihrem Urin und Kot. Die verängstigten Lebewesen werden vom Tierheim notversorgt und in eine Pflegestelle gebracht. Eine der geretteten Samtpfoten braucht sogar tierpsychologische Betreuung.

Allen Beteiligten an der Aktion wird schnell klar: Der Rentner ist schon lange Zeit nicht mehr in der Lage, sein Leben auf die Reihe zu bringen. Seit Jahren vegetiert er ohne Strom und warmes Wasser auf 50 Quadratmetern Fläche in der sozialen Sackgasse.

Warum hat der Mann vor seiner Zwangsumsiedlung in ein Mannheimer Männerwohnheim in diesem Chaos hausen dürfen? Mitbewohner des 20-Parteien-Hauses haben sich wegen des stechenden Geruchs und nächtlicher Merkwürdigkeiten mehrfach an die GBG-Verwaltung gewandt. "Er hat immer wieder weit nach Mitternacht Kästen lautstark durch den Hausflur getragen", erzählt eine Frau aus dem dritten Stock. Besonders als man ihm den Strom abgestellt und den Zähler ausgebaut habe, sei der alte Mann immer seltsamer geworden. "Und dann der brutale Gestank, der immer unter der Tür herauskam", sagt die Bewohnerin. Spätestens bei Ende der Stromversorgung hätte auch das Veterinäramt auf der Matte stehen müssen: "Denn die GBG wusste, dass die Tiere in der Wohnung wegen der Kälte leiden".

Eine Nachfrage bei dem städtischen Unternehmen, das sich auf seiner Homepage stolz "Baden-Württembergs größter kommunale Wohnungsbaugesellschaft" nennt, fördert Unglaubliches zutage. Obwohl der Verwaltung und dem Sozialen Management der GBG bekannt ist, dass Müllmengen gehortet und Straßentiere - sogar Igel - dort einsperrt werden. "Uns sind juristisch in so einem Sonderfall die Hände gebunden", bedauert Pressesprecher Christian Franke. Selbst als sich der Rentner geweigert habe, einen vorgeschriebenen Rauchmelder einbauen zu lassen, habe man nichts unternehmen können, erklärt Franke.

Gegen "Messies" oder andere Störenfriede kann die GBG nur dann tätig werden, wenn es zu körperlichen Auseinandersetzungen in der Hausgemeinschaft komme. Rund 60 Mal im Jahr werden Mietobjekte der GBG hauptsächlich wegen ausstehender Geldforderungen zwangsgeräumt. Und vor Gericht sei die GBG stets abgeblitzt. Lediglich den Gasdurchlauferhitzer habe man vor etwa drei Jahren zusammen mit der Polizei stillgelegt. Aber solange die Miete bezahlt werde, sei ein Einschreiten gegen die katastrophalen Zustände nicht gerichtlich durchsetzbar. Die "freie Entfaltungsmöglichkeit eines Menschen" habe leider Vorrang, so der Unternehmenssprecher. "Wir haben zu dem Mann überhaupt keinen Kontakt bekommen", umschreibt Franke die untragbare Ausgangssituation. Erst als monatelang keine Miete mehr gezahlt worden war, sei überhaupt diese Räumungsklage durchsetzbar gewesen.

Unverständnis und Verärgerung über diese Hilflosigkeit bleibt. Andreas Paul vom Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverband Mannheim nennt es "zumindest merkwürdig", dass eine Kündigung nicht früher durchsetzbar gewesen sei. Auch den Mitbewohnern des Heilberger Hofes 4, wo inzwischen fünf Wohnungen aus sanierungstechnischen Gründen leer bleiben sollen, will die offensichtlich geduldete Verwahrlosung nicht einleuchten. "Da lebt einer bei uns unter dem Dach, türmt Papierberge, weigert sich, einen Rauchmelder einzubauen, quält Tiere und der Besitzer des Hauses schaut nur achselzuckend zu. Ich fasse es nicht. Fürsorgepflicht sieht anders aus", so die langjährige Mieterin.

Noch vor wenigen Monaten hatte der zuständige GBG-Manager Peter Brandenburger angekündigt, im Zug der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme Schönau-Nordwest "jeden Mieter bei der Hand zu nehmen". Im aktuellen Fall kommt diese Ankündigung zu spät.

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