Brühl: Kinderbetreuung wird teurer
Von Stefan Kern
Brühl. Vor fast einem Jahr hat der Brühler Gemeinderat das Kinder-Betreuungsmodell "Brühl 2.0" auf den Weg gebracht. Seither werden bei der Gebührenberechnung alle Kinder eines Haushalts bis 18 Jahre berücksichtigt. Dabei, so Bürgermeister Ralf Göck, sei klar gewesen, dass die Gemeinde ein Minus von 200.000 Euro macht. Für das erste Jahr sei der Fehlbetrag auch einkalkuliert gewesen.
Nun aber müssten die Gebühren angepasst werden, sagte Göck bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. In Abstimmung mit den Trägern und Elternbeiräten sollten die Erhöhungen zwischen ein und sechs Prozent betragen. Zugleich sah die Verwaltungsvorlage noch eine Ausweitung der Betreuungszeit für Kinder über drei Jahren von 6,5 auf sieben Stunden vor.
Das heißt: Ab 1. September würde ein Kind über drei Jahre in der Einkindfamilie nicht mehr 119 Euro, sondern 136 Euro kosten. In einer Familie mit zwei Kindern wären es pro Kind statt 89 künftig 102 Euro. Für das Kind in der Familie mit drei Kindern würden nicht mehr 60, sondern 68 Euro fällig.
In diesem Fall sind es etwas mehr als ein bis sechs Prozent, da die Betreuungszeit um eine halbe Stunde erweitert wurde. Die Betreuung von Kindern zwischen ein und zwei Jahren würde sich bei 8,5 Stunden bei einem Kind von 419 auf 440 Euro verteuern, bei zwei Kindern von 314 auf 330 Euro. Damit, so der Bürgermeister, befände man sich bei der Gebührenhöhe im Vergleich zu anderen Kommunen immer noch im unteren Drittel. "Die Anpassung ist angemessen und vertretbar", sagte Göck.
Hans Faulhaber (CDU) und Hans Hufnagel (SPD) stellten sich hinter die Verwaltungspläne. Die Ausweitung der Betreuungszeit komme berufstätigen Eltern entgegen, und die Gebührenanpassung von durchschnittlich 4,5 Prozent sei vertretbar. Hufnagel zeigte sich davon überzeugt, dass mit dieser Erhöhung alle Eltern leben könnten. Kinderbetreuung sei eine anspruchsvolle Aufgabe, die auch dementsprechend Personal benötige. "Und das kostet Geld."
Noch keine Einigkeit besteht mit der evangelischen Kirche. Diese rechnet mit einem Fehlbetrag von 3000 Euro - für die es keinen Geldtopf gebe, wie Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch erklärte. Sie sah sich dazu gezwungen, die Gebühren auch in dem konfessionellen Kindergarten etwas zu erhöhen. Göck glaubt aber noch an eine Einigung. "Wir wollen einheitliche Gebühren für alle Kindergärten", sagte er. Am Ende stimmte der Rat einstimmig für die Anhebung der Elternbeiträge.