Jubliäum der Elsenztal-Bahn: Vor 150 Jahren kam die Bahn ins Elsenztal
Kraichgau. (rnz) Der 25. Juni 1868 war ein Feiertag für das gesamte Elsenztal. Denn an diesem Tag fuhren erstmals Züge zwischen Neckargemünd und Bad Rappenau im Regelbetrieb, nachdem eine Woche zuvor eine Probefahrt erfolgreich verlaufen war und die offizielle Eröffnung mit der Lok "Kniebis" stattgefunden hatte. Dies ist nachzulesen in den Broschüren "Rückblick auf 150 Jahre Eisenbahn in Meckesheim" und "150 Jahre Eisenbahn Bammental".
Genau 150 Jahre ist es also nun her, dass die Bahn ins Elsenztal kam. Dies wird am Sonntag, 24. Juni, mit mehreren Veranstaltungen und Aktionen entlang der Strecke gefeiert.
Großen Anteil am Bau der Bahn hatte damals das Rappenauer Salz: Nach dem Bau der Odenwaldbahn von Heidelberg über Meckesheim bis Mosbach wollte auch die staatliche Saline in Rappenau einen Eisenbahnanschluss. Zunächst war ein Anschluss zur Station in Waibstadt vorgesehen.
Daraufhin strengten die Stadt Sinsheim und 25 Gemeinden im Kraichgau 1862 eine Petition an, die eine Streckenführung von der Saline an die Odenwaldbahn in Meckesheim vorschlug. Diese Linie bot keinerlei Schwierigkeiten und wurde als Elsenztalbahn gebaut.
Über die Arbeitsverhältnisse beim Bau der Bahnlinien ist nicht allzu viel bekannt. In der Heidelberger Zeitung vom 31. August 1861 suchte die Eisenbahnbauinspektion Heidelberg 100 bis 150 Arbeiter, die den Abschnitt von Mauer bis Neidenstein bauen sollten. Interessierte sollten sich beim Sektionsingenieur in Meckesheim melden. Bekannt ist auch, dass es beim Bau und Betrieb der Odenwald- und später der Elsenztalbahn immer wieder zu Unfällen kam.
Die Eisenbahn brachte für die Gemeinden entlang der Gleise im Elsenztal einen wirtschaftlichen Aufschwung, der gerade recht kam. Denn um 1850 lag die Wirtschaft in der Region am Boden, etwa 20 Prozent der Bevölkerung wanderte nach Amerika aus. Doch die Eisenbahn bot wieder Arbeit: Für den Bau der Strecken und Bahnhöfe wurden Hunderte Arbeiter benötigt, von deren Konsum wiederum Bäcker, Metzger, Wirte und Herbergsbesitzer lebten. Aus Italien kamen viele Fachkräfte für den Tunnel- und Brückenbau, die sich oft in der Region ansiedelten. Mit dem Bahnbetrieb kamen aber auch Reisende, mit denen man Geld verdienen konnte.
Was das Jubiläum am Sonntag betrifft: Neben dem roten Schienenbus kommen von circa 8 bis 19 Uhr zwei Dampfzüge zum Einsatz. Da die Lokomotiven an den Endstationen nicht umsetzen können, hängen am anderen Zugende historische Elektro- oder Diesellokomotiven. Die Fahrpläne gibt es an den Stationen.
Mit einer Tageskarte für 20 Euro können Teilnehmer alle Züge nutzen. Ansonsten kostet die einfache Fahrt im Dampfzug zehn Euro und im Schienenbus fünf Euro. Zwei Kinder bis einschließlich 14 Jahre dürfen kostenlos mitgenommen werden, Fahrkarten werden in den Zügen verkauft.
Die Veranstalter bitten um Verständnis, falls bei hohem Andrang nicht alle Fahrgäste mitgenommen werden können und auf die Regelzüge ausweichen müssen. Dafür dürfen die S-Bahnen zwischen Neckargemünd und Eppingen sowie die Regionalexpress-Züge und Stadtbahnen zwischen Meckesheim und Bad Friedrichshall von den Festbesuchern kostenlos genutzt werden.
Weitere historische Fahrzeuge, aber auch die neuesten elektrischen Triebwagenzüge sowie ein Zwei-Wege-Fahrzeug gibt es am Hauptbahnhof Sinsheim zu besichtigen. Auch in Eppingen und Bad Friedrichshall werden Fahrzeuge ausgestellt und stehen teilweise für Führer-standsmitfahrten bereit.
Insgesamt gibt es an elf Stationen in der Regel von 10.30 bis 18 Uhr ein Angebot aus Führungen, Ausstellungen, Besichtigungen und Informationsständen rund um Eisenbahn und Nahverkehr. Das Programm steht in einer 32-seitigen Broschüre, die an den Veranstaltungsorten ausliegt. An mehreren Bahnhöfen gibt es Musik und Angebote speziell für Kinder, für das leibliche Wohl ist ebenso gesorgt.
Info: Festbroschüre nebst Änderungen und Fahrpläne der Sonderzüge unter www.eisenbahnfreunde-kraichgau.de