Eberbach: In Brombachs alter Schule hängt jetzt Defi Nummer 27
Eberbach-Brombach. (hui) Im Defibrillatoren-Netz der Stadt Eberbach wurde am vergangenen Mittwoch eine weitere Lücke geschlossen. Im ehemaligen alten Rathaus von Brombach wurde der 27. leuchtend rote Schockgeber seiner lebensrettenden Bestimmung übergeben.
Die flächendeckende Installation von Defibrillatoren im Stadtgebiet und in den Ortsteilen hatte die Bürgerstiftung Eberbach mit ihrem damaligen Vorsitzenden Herbert Hinterschitt 2013 zu ihrem "Leuchtturmprojekt" gemacht.
Nachdruck erhielt das Vorhaben durch ein Unglück bei den Rockenauer Fußball-Ortsmeisterschaften an Pfingsten 2013. Durch das Eingreifen der Ersthelfer wurde das Leben von Norbert Kehrer nach einem Herzstillstand gerettet. Aus Dankbarkeit stiftete er der SG Rockenau einen Defibrillator.
Als Financier der Defis verstehe sich die Bürgerstiftung nicht, sagte Vorstandsmitglied Frieder Reichert am Mittwoch in Brombach, sie betätige sich vielmehr als Sponsorensucher. Rasch habe sich das Defi-Projekt zu einem Selbstläufer entwickelt. Dank großzügiger Spenden von Organisationen, Firmen und engagierten Bürgern wurden seit 2013 in oder an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen 27 Geräte installiert, die bei plötzlichem Herzstillstand oder Kammerflimmern Leben retten können.
In Brombach stimmte der Ortschaftsrat für eine Haustürsammlung, um die Anschaffung des rund 1800 Euro teuren Defibrillators zu ermöglichen. Die Organisation übernahm Wolfgang Schenk. Ortsvorsteher Viktor Hartmann war überwältigt von der großen Spendenfreudigkeit der Brombacher.
Zahlreichen interessierten Bürgern erklärte Hans-Adam Wellenreuther von der Firma Rescuewell an einem Gummipatienten, wie das Gerät im Ernstfall zu bedienen ist. Dies sei kinderleicht. Nach Öffnen des Deckels müsse der Helfer nur den Anweisungen des Geräts folgen. "Top of the list" ist auch das sofortige Absetzen des europaweiten Notrufs 112, damit schnellstmöglich ärztliche Hilfe zur Stelle ist. Entscheidend ist der Einsatz des Schockgebers in den ersten drei bis fünf Minuten.
Hartmann dankte den Brombachern für ihre großzügigen Spenden und der Bürgerstiftung für ihr Engagement. Das mobile Gerät wird an der alten Schule angebracht. Reichert wies darauf hin, dass sich auch in der Eberbacher Tourist-Info ein mobiler Defibrillator befindet, der etwa bei Veranstaltungen ausgeliehen werden kann. Sein Wunsch: "Möge der Brombacher Defi nie gebraucht werden".