Sinsheim: Blanco verzeichnet erfolgreiches Geschäftsjahr
Oberderdingen/Sinsheim/Sulzfeld. (guz) Mit hochwertigen Armaturen und Spülen in einer großen Farbpalette hat die Blanco-Gruppe mit Hauptsitz in Oberderdingen im vergangenen Jahre ihren weltweiten Umsatz um fünf Prozent auf 379 Millionen Euro gesteigert und damit ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Einer der größten Erfolgsfaktoren sind dabei Spülen aus dem Verbundwerkstoff Silgranit, mit denen das Unternehmen seine Führungsposition auf dem Weltmarkt weiter ausbauen konnte.
Gefertigt werden diese Spülen im kanadischen Toronto, vor allem aber in Sinsheim. Von den 17,2 Millionen Euro, die Blanco im vergangenen Jahr weltweit investiert hat, floss ein großer Teil in den Ausbau dieser beiden Werke. Zudem wurde die Paketfördertechnik im Logistikzentrum in Bruchsal auf die gewachsenen Anforderungen hin ausgerichtet.
Der Standort Sinsheim ist Unternehmenssprecher Stefan Kohl zufolge allerdings nahezu an der Kapazitätsgrenze angelangt und, eingekeilt zwischen Bahnlinie, Straße und Nachbarfirmen, auch räumlich nicht zu vergrößern. Deshalb werde die Unternehmensgruppe in nächster Zeit eine "kleine Kopie" des Sinsheimer Werkes in Tschechien errichten. Das Kompetenzzentrum für Silgranit-Spülen bleibe aber in der Kraichgaumetropole und werde weiter ausgebaut, sagte Kohl im Gespräch mit der RNZ.
Der Umsatz im Inland erreichte zwar nicht das Vorjahresniveau (- 0,4 Prozent), auf internationalen Märkten verzeichnete Blanco allerdings eigenen Angaben zufolge beträchtliche Zuwächse (+ 7,9 Prozent). Damit erhöhte sich der Auslandsanteil des Gesamtumsatzes auf 66 Prozent. "Unserer strategischen Zielrichtung entsprechend ist es uns gelungen, das Wachstum in internationalen Märkten signifikant zu steigern und damit unsere starke Position weiter zu festigen", berichtete Frank Gfrörer, Vorsitzender der Geschäftsführung am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz.
Im laufenden Jahr will Blanco 17,2 Millionen Euro investieren, um die Produktionskapazitäten auszubauen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. 2017 wurden rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Aktuell beschäftigt das Unternehmen, das erneut als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet wurde, weltweit rund 1500 Mitarbeiter, davon 1100 an Standorten in Deutschland. Wie viele Mitarbeiter in Oberderdingen, Sinsheim und Sulzfeld beschäftigt sind, dazu wollte das Unternehmen keine Angaben machen.
Für das laufende Geschäftsjahr plane man, auf dem soliden Wachstumspfad zu bleiben, teilte Gfrörer mit. "Unser Ziel ist es, den Mehrwert einer perfekt aufeinander abgestimmten Systemlösung von Spüle, Armatur und Zubehör aus einer Hand, wie Blanco sie bietet, künftig noch deutlicher herauszustellen." Wesentliche Wachstumsträger seien vor allem Nordamerika, Russland und China. Darüber hinaus verzeichne die Blanco-Gruppe in vielen EU-Ländern eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung, sagte Gfrörer.
Viele 2017 am Markt platzierte Neuheiten kommen bei den Kunden gut an. Zu den richtungsweisenden Neuheiten gehörte das Becken Blanco Artago, das für seine markante Formgebung bereits zwei Mal ausgezeichnet wurde, unter anderem als "Best of the Best" beim Red Dot Award: Product Design 2018. Und eben die Silgranit-Spülen: "Farbe ist weiterhin ein starker Trend, der auch in den nächsten Jahren relevant sein wird. Mit sorgfältig auf die verschiedenen Regionen abgestimmten Sortimenten konnten wir die Vermarktung im Inland sowie international sehr gut vorantreiben", so Gfrörer. Ebenso erfolgreich entwickelte sich der Produktbereich Küchenarmaturen, mit denen Blanco seinen Vorsprung an der Spitze des Gesamtmarktes erneut bestätigen konnte.
Die Fluktuationsrate der Belegschaft ist niedrig; nicht wenige Mitarbeiter sind länger als 25 Jahre im Unternehmen, und der Spülen- und Armaturenspezialist wurde bereits zum fünften Mal in Folge nach einer Studie des Nachrichtenmagazins Focus als einer der 100 besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet.