Sanierung der B39 beginnt: Steinsfurt-Rohrbach bleibt im Blickfeld
Von Tim Kegel
Sinsheim-Steinsfurt/Rohrbach. Große Aufregung, wenig Auswirkung: Das von Teilen der Bevölkerung befürchtete Verkehrschaos aufgrund der Sperrung des Kreisverkehrs am Steinsfurter Ortseingang blieb am Pfingstwochenende aus. Bereits am späten Montagmorgen wurde der Kreisverkehr wieder für den Verkehr freigegeben - einige Stunden früher als gedacht. Parallel wurde die Baustelle an der Kreisstraße zwischen Steinsfurt und Rohrbach eingerichtet, an der ab Dienstag gearbeitet wird. Ein Situationsbericht.
Umleitungen wurden bereits am Freitag großräumig ausgeschildert: Schilder an zentralen Punkten wie etwa dem Karlsplatz in der Innenstadt, dem Auto und Technik Museum oder an dem Autobahnzubringer Reihen/Steinsfurt lenkten den Verkehr weitläufig an den Baustellen vorbei. Von Reihen oder Sinsheim kommend wurde überörtlicher Verkehr in Richtung A 6 umgeleitet; aus Rohrbacher Richtung kommend, ging es zunächst in Richtung Adersbach nach Steinsfurt.
Die Verkehrssituation am Wochenende war trotz des Reiseverkehrs zu Beginn der Pfingstferien sowie kleinerer Staus auf der A 6 am Samstagmittag entspannt, gerade in Steinsfurt. Mehreren Schilderungen gegenüber der RNZ zufolge sei die viel befahrene Steinsfurter Ortsdurchfahrt am Wochenende sogar "auffallend leer" gewesen, sagt etwa Ufuk Bozaci, der täglich von Steinsfurt in sein Geschäft nach Dühren pendelt. Andreas Keller, Angestellter und ebenfalls aus Dühren, war am Samstag in Steinsfurt; sein Eindruck: "Leer wie selten." Dasselbe gilt für den Sonntag, auch auf den ausgewiesenen Umleitungsstrecken.
Schleichwege wurden von Ortskundigen genutzt, etwa von der Neulandstraße kommend durch das Steinsfurter Wohngebiet rechts der "Au", oder aus der Ortsmitte Steinsfurt kommend in Richtung des gesperrten Kreisverkehrs und dann links über den Hof der dortigen "Hem"-Tankstelle zur Neulandstraße. Dort war man vorbereitet: Schilder baten darum, Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. Auch aus Reihener Richtung kommend versuchte mancher Eilige über die Wohngebiete linker Hand nach Sinsheim zu gelangen. Entlang dieser Ausweichstrecken wurde geringfügig mehr Verkehr beobachtet.
Die Arbeiten am Kreisverkehr gingen bemerkenswert zügig voran, bestätigt auch die Nachbarin der Baustelle, Tankstellen-Stationsleiterin Rita Prommer. Bereits am vergangenen Freitag wurde mit der Baustelleneinrichtung begonnen. Die Arbeiten waren nicht sonderlich aufwendig: Der vom Schwerlastverkehr in Mitleidenschaft gezogene Kreisel erhielt eine neue Asphaltdecke auf ganzer Breite. Das früher gepflasterte, rund einen Meter breite überfahrbare Bankett - optisch ansprechend aber auch anfällig - wurde entfernt. Inzwischen ist der Kreisverkehr wieder in Richtung Neulandstraße befahrbar. Der Gedenkstein an den früheren Steinsfurter Ortsvorsteher Linus Barth, den Namensgeber des Kreisels, blieb während der Arbeiten an Ort und Stelle stehen.
Die Sanierung der B 39 zwischen Steinsfurt und Rohrbach wurde indessen vorbereitet. Erste Asphaltfräsungen haben kurz vor Steinsfurt bereits stattgefunden, Baumaschinen wie zwei Straßenwalzen, Bagger und Asphaltmischer stehen bereit. Am Montagvormittag begannen Arbeiter mit der Vorbereitung des Straßenbaus. Die Arbeiten dauern rund drei Wochen; deren Kosten in Höhe von 870.000 Euro trägt der Bund. Die Fahrbahn wird auf einer Länge von rund 850 Metern saniert. Der komplette dreischichtige Asphaltaufbau der Straße wird dabei abgetragen und erneuert.
Kritiker des Bauvorhabens sind vor allem Pendler und Gewerbetreibende im Bereich der Baustelle. Sie befürchten steigenden Zeit- und logistischen Aufwand sowie Umsatzeinbußen. Tankstellen-Leiterin Prommer fragte sich am Montag, "ob die Maßnahme nötig gewesen" wäre. Den Zustand von Kreisverkehr und Bundesstraße hält sie für "einwandfrei". An Umsatzrückgänge von "bis zu 40 Prozent", die man an der "Hem"-Tankstelle erwartet, sei die großräumige Umleitung schuld: "Dabei kann man uns jederzeit ansteuern", sagt die Chefin und hat jetzt Hinweisschilder aufgestellt. Für Berufspendlerin Isabelle Hauert aus Steinsfurt bedeute die Umleitung "20 Minuten mehr pro Fahrt", sofern nicht noch Stau sei. Sie plädiert dafür, "während der Bauzeit Feldwege freizugeben".