Hettigenbeuern: 400 Gläubige feierten mit dem Jungpriester (plus Fotogalerie)
Buchen-Hettigenbeuern. (Sch) "Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben!" - im Sinne des Primizspruches von Neupriester Dominik Albert wurde die Heimatprimiz am Pfingstsamstag im Morretal zum großen, freudigen und besonderen Fest. Seine Heimatgemeinde und sehr viele Gläubige aus der Umgebung feierten ein gelungenes Fest des Glaubens. "An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit", der Projektchor brachte beim Festgottesdienst mit dem Lied der "Toten Hosen" die Botschaft des Primizfestes auf den Punkt. Die "Heddebörmer Musikanten", Vertreter der Vereine und der Pfarrgemeinde holten den Neupriester und seine Familie am Wohnhaus ab, das von den Nachbarn mit einem beeindruckenden Blumenteppich geschmückt worden war. Es folgte eine feierliche Prozession zum geschmückten Festzelt am Dorfgemeinschaftshaus.
"Nach 1903 ist es seit 115 Jahren die erste Primiz im Morretal, deshalb ist dieses Jawort für Hettigenbeuern und die gesamte Seelsorgeeinheit ein besonderer Grund zum Feiern", stellte Dekan Johannes Balbach bei der Begrüßung zum Primizgottesdienst im Festzelt heraus. Rund 400 Gläubige waren zum Mitfeiern gekommen.
Mit Dekan Johannes Balbach, Werner Bier, Regens Christian Hess aus Freiburg, Thomas Fürst (Hegau), Ulrich Stoffers (Limbach), Maximilian Strozyk (Bochum), Jan Lipinski, Claudius Dufner, Michael Vollmert, Dike Uwakwe (Rheinau) und Thomas Huber zelebrierten elf Priester sowie Diakon Gerhard Gramlich gemeinsam mit dem Neupriester den Gottesdienst.
Der Primiz-Projektchor unter Leitung von Magnus Balles, der Gesangverein "Harmonie" - unterstützt von zahlreichen auswärtigen Sängerinnen und Sängern sowie einer Band - , ließ den Gottesdienst auch musikalisch zum einmaligen Erlebnis werden. "Es ist soweit! Neun Jahre habe ich auf diesen Tag hingefiebert. Heute ist ein Tag der Freude und des Dankes", verkündete Dominik Albert. Kaplan Maximilian Strozyk aus Bochum hielt die Festpredigt für Dominik Albert. Er habe Dominik als Freund mit tiefer Gelassenheit kennengelernt. Als Kurssprecher habe dieser großes Talent für die Vermittlung zwischen Menschen gezeigt. Er habe auch die Gabe, auf Menschen zu achten und zu hören, die sonst vergessen werden. "Kirche darf nie den Menschen aus dem Blick verlieren", hob er einen wichtigen Grundsatz von Dominik Albert hervor. Der Primizspruch verdeutliche, dass es in der Beziehung zu Gott niemals um Kontrolle gehe, sondern einzig und allein um Vertrauen. "Ich wünsche dir, dass du immer wieder durch dein Vertrauen gehalten wirst", sagte Maximilian Strozyk.
Der Gottesdienst endete mit dem allgemeinen Primizsegen, bevor alle zum Empfang und Fest im und um das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen waren.
Dort gab es viele Glückwünsche für den Neupriester. Pfarrgemeinderätin Gisela Schwing wünschte ihm namens der Pfarrgemeinde "St. Johannes und Paulus" den Segen Gottes und überreichte ein grünes Messgewand, welches ihn an seine Heimat erinnern solle.
Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Buchen, Thomas Högerl, hob die Priesterweihe von Dominik Albert als das "Jawort des Jahres" für die Seelsorgeeinheit hervor und übermittelte Grüße der gesamten Seelsorgeeinheit zum Jahrhundertereignis.
Ortsvorsteher Günther Müller war stolz auf den Heimatsohn und wünschte Erfüllung im Priesteramt.
Landrat Dr. Achim Brötel hob hervor, dass Dominik Albert sich entschlossen habe, sein Leben in den Dienst des Glaubens zu stellen. Mit der Weihe zum Priester habe er ein weit sichtbares, wichtiges Zeichen für die christliche Kirche gesetzt. Brötel appellierte an alle Gläubigen, sich für die ständige Erneuerung der Kirche einzusetzen, damit etwas Strahlkraft von dieser Heimatprimiz in den Alltag wirken könne.
Dekan Balbach brachte die Freude der gesamten Seelsorgeeinheit zum Ausdruck. Wenn sich junge Menschen aus den Pfarreien einbringen und aktiv im kirchlichen Dienst engagieren, sei ein ermutigendes Zeichen. Er freue sich auf die Reise mit einer ganzen Pilgergruppe in den Pfingstferien nach Rom und Assisi, einschließlich privater Papstaudienz für Dominik Albert und ihn.
"Ich bin dankbar und stolz auf meine Heimatpfarrei", dankte Dominik Albert allen, die zum Gelingen des unvergesslichen Festes beitrugen. Als schönen Abschluss gab es am Abend eine von Dominik Albert gestaltete, musikalisch vom Singkreis unter Leitung von Petra Reiß untermalte, Dankandacht mit Einzelprimizsegen für die Gläubigen.
Bei der Andacht ging Dominik Albert auf seinen Berufungsweg ein: So liegen lange Jahre der Ausbildung hinter ihm. Mit Freude und bewegt zeigte er sich dankbar, dass er diese Primiz in seiner Heimat feiern durfte. Er wisse, dass er nicht allein sei auf seinem Weg. Er erinnere sich gut an die Zeit nach seinem Biochemiestudium, die Arbeit an einem Firmenprojekt, bei dem er sich die Frage stellte, ob das alles sei, ob dies ihn trage. Und dann sei ihm die Stelle aus dem Lukasevangelium in den Sinn gekommen. "Wir haben die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen". Er habe ebenso gefühlt. Er habe jahrelang studiert, stehe im Labor, aber es fühlte sich so leer an wie das Fischernetz. Jesus sagte zu seinen Jüngern: "Fahrt noch einmal hinaus". In diesem Sinne habe auch er sich nochmals auf den Weg gemacht, sei nach Freiburg gegangen um Theologie zu studieren. Er wünschte den Anwesenden jeden Tag Zuversicht und Vertrauen und spendete zum Abschluss den Gläubigen den Einzelprimizsegen. "Diese Heimatprimiz war ein rundum gelungenes Glaubensfest, angefangen von der Taizéandacht, mit dem Primizgottesdienst bis zur Dankandacht - einfach unvergesslich!", fassten es mehrere Gläubige zusammen.