Schwimmen in Brühl: 1,2 Millionen Euro im Soll, aber attraktives Bad auf der Habenseite
Von Stefan Kern
Brühl. Das Brühler Hallenbad ist dem Gemeinderat lieb und teuer. Schon vor fünf Jahren entschloss sich die Hufeisengemeinde, die 1974 erbaute Schwimmhalle auf Vordermann zu bringen. Bis dato, so Bürgermeister Ralf Göck, habe die Gemeinde etwa 800.000 Euro in die Sanierung investiert. Dabei ging es vor allem um Technik und die Infrastruktur im Hintergrund. "So richtig sehen kann man unsere Bemühungen bis jetzt nicht", sagte er. Aber das soll sich mit den beiden Schritten in diesem und im kommenden Jahr, jeweils während der viermonatigen Schließphase, ändern.
Für rund 400.000 Euro sollen im ersten Schritt die Umkleidekabinen erneuert werden. In einem zweiten Schritt werden dann ein Behinderten-WC inklusive Umkleide, ein Personalraum und ein Besucher-WC verwirklicht sowie der Kassenbereich mit Foyer angepasst. "Es ist eine große Investition", das räumte Göck gegenüber den Ratsmitgliedern ein. Am Ende werden es 1,2 Millionen Euro sein. Aber auf der Habenseite stehe dafür ein attraktives Bad, das der Bürgermeister für die Brühler Bürger für unverzichtbar erklärte.
Die Ratsmitglieder am Tisch teilten diese Auffassung. Gabriele Rösch (SPD) merkte noch an, dass die Lampen im Eingangsbereich mit LED-Leuchten ersetzt werden sollen. Mit den einstimmig beschlossenen Arbeiten geht bei den Ratsmitgliedern die Hoffnung einher, dass dann für einige Jahre Schluss ist mit dem Investitionsbedarf. Diese Hoffnung hegte auch der Bürgermeister. Er merkte jedoch gleich an, dass in fernerer Zukunft die Erneuerung des Schwimmbeckens ansteht. Aber das könne laut Expertenmeinung noch einige Jahre dauern.
Ebenfalls einstimmig begrüßt wurde der Lückenschluss des Fahrradwegs zwischen Fichtestraße und Mannheimer Straße entlang der Gemarkungsgrenze zu Schwetzingen. Eine Prüfung des überregionalen Radwegenetzes durch den Rhein-Neckar-Kreis ergab eine Lücke, die nun zeitnah geschlossen werden soll. Die Kosten belaufen sich auf etwa 40.000 Euro, wobei der Rhein-Neckar-Kreis das Vorhaben mit einer pauschalen Fördersumme von 16.750 Euro bezuschusst. Ohne jede Diskussion hat der Gemeinderat anschließend auch der etwa 41.000 Euro teuren Auftragsvergabe für die Schlosserarbeiten und der knapp 35.000 Euro teuren Vergabe der Fliesenarbeiten beim evangelischen Kindergarten "Heiligenhag" zugestimmt. Bis September soll die Erweiterung um zwei Krippengruppen abgeschlossen sein.
Gegen die drei Stimmen der Grünen Liste (GL), die das Sportpark-Süd-Projekt vollständig ablehnt, hat der Gemeinderat aber auch der 113.000 Euro teuren Auftragsvergabe für Erdarbeiten auf dem Gelände der "Alten Gärtnerei" im Rahmen der Verlegung des Vereins für Deutsche Schäferhunde zugestimmt. Mehrheitlich votierten die Ratsmitglieder auch für die fast 82.000 Euro teuren Abriss- und Erdarbeiten zur Herstellung des Kunstrasenplatzes südlich der Marion-Dönhoff-Realschule.
Peter Frank (GL) forderte die Verwaltung auf, die Materialauswahl für den Untergrund des Kunstrasenplatzes zu prüfen. Er argumentierte, dass dabei unter anderem Material aus alten Reifen benutzt würde, die im Verdacht stünden, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) freizusetzen. Diese Wasserstoffe stehen wiederum im Verdacht, krebserregend zu sein. Bürgermeister Göck versprach, dass das "natürlich genau" geprüft und man kein Risiko für die Sportler akzeptieren werde.
Wieder bei drei Gegenstimmen wurde danach auch der Beauftragung der Architekturleistung für das neue Vereinsgebäude des FV Brühl im Sportpark Süd an das Büro "Südbau" aus Bretten zugestimmt. Insgesamt rechnet die Verwaltung dabei übrigens mit Kosten von rund zwei Millionen Euro.
Auf die Anfrage eines Bürgers zur Parksituation auf der Kollerinsel versicherte Göck zum Ende der Sitzung, dass mit der Aufnahme des Fährdienstes Ordnungskräfte übersetzen werden, um Falschparker zu ahnden.