Eppelheimer Straßenbahnbrücke: Bau dauert länger und kostet mehr
Von Anja Hammer
Eppelheim. Schlechte Nachrichten: Die Brückenbaustelle dauert länger. Hieß es zuletzt, dass die 22er-Straßenbahn ab Oktober wieder durch Eppelheim fährt, nennt die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) nun einen neuen Termin. "Unser Ziel ist Dezember 2018", sagte RNV-Projektleiter Paul Ritze bei der Sitzung des Technischen Ausschusses am Montagabend. Und weiter: "Wir werden alles tun, um das zu schaffen." Unter dem Stichwort "Bauzeitenanpassung" ist nämlich nichts anderes zu verstehen als eine Bauzeitenbeschleunigung - und die führt dazu, dass das Gesamtprojekt rund um die Querung über die Autobahn A5 noch teurer wird.
Viele Gründe haben dazu geführt, dass die Brücke nicht wie geplant im Herbst fertig wird. "Es gab Verzögerungen im Bauablauf", sagte Ritze. Zum einen wurde die alte Straßenbahnbrücke zwischen Eppelheim und dem Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund später abgerissen als ursprünglich geplant. Zudem waren Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund entdeckt worden. Diese waren zwar schnell entschärft, doch der Fund führte zu einer erneuten und ausführlichen Untersuchung durch den Kampfmittelräumdienst. Dazu fanden sich im Rampenbereich mehr Altlasten als angenommen und im Kanalbau würden zusätzliche Leistungen erforderlich, so der RNV-Projektleiter.
All diese Verzögerungen würden eigentlich dazu führen, dass die Brücke sogar erst im April 2019 fertig würde. Doch die RNV peilt Ende 2018 an. "Deshalb bedeutet Bauzeitenanpassung eine Bauzeitenbeschleunigung", erklärte Paul Ritze. Er schätzte, dass dadurch das bislang mit 17,5 Millionen Euro bezifferte Gesamtprojekt rund 300.000 Euro teurer würde. Und diesen Betrag hätten alle Projektbeteiligten zu schultern - also auch Eppelheim.
Wie RNV-Sprecher Moritz Feier auf RNZ-Nachfrage erläuterte, ist dies aber immer noch der günstigere Weg. Würde die Baustelle nämlich bis April 2019 dauern, entstünden Mehrkosten von 800.000 Euro - etwa für die Baustelleneinrichtung, Personal, den Schienenersatzverkehr und die Ampeln auf der Umleitungsstrecke.
Eine breitere Debatte spannte sich im Gremium dann um den Bürgerentscheid 2016. Damals kämpfte eine Bürgerinitiative gegen die zweigleisige Brücke und den dazugehörigen Gemeinderatsbeschluss. Der Anführer der Initiative, Bernd Binsch (EL), sitzt inzwischen selbst im Gemeinderat und im Technischen Ausschuss und wies jeden Zusammenhang zwischen dem Bürgerentscheid und der jetzigen Baustellenverlängerung zurück. RNV-Mann Ritze betonte dagegen: "Der Bürgerentscheid hat zu einer Verzögerung des Baubeginns geführt."
Eine gute Nachricht gab es an diesem Abend aber auch: Denn nicht die ganze Baustelle in der Eppelheimer Hauptstraße dauert noch bis zum Jahresende. "Der Kreisel soll im Sommer fertig sein", kündigte Paul Ritze an. Darüber freute sich Linus Wiegand (CDU) diebisch: "Dann haben die Autofahrer ein paar Monate Zeit zu sehen, wie gut der Kreisel ohne Straßenbahn funktioniert."