Vandalismus in Heidelberg: 54-Jähriger muss in die Psychiatrie
Heidelberg. (hob) Eingeschlagene Seiten- und zerdepperte Frontscheiben prägten am Abend des 27. September letzten Jahres das Bild in der Johann-Fischer- und Biethsstraße in Handschuhsheim. Der Mann, der in den beiden Nebenstraßen an 24 Autos einen Sachschaden von rund 30.000 Euro verursacht hatte, musste sich am gestrigen Mittwoch vor dem Heidelberger Landgericht verantworten. Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Christian Mühlhoff folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ordnete an, den 54-Jährigen in der Psychiatrie unterzubringen. Er sei aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage, das Unrecht seiner Tat einzusehen. Der Strafvorwurf lautete auf Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Staat und Gesellschaft seien in Unordnung. Deshalb habe er eingreifen müssen, begründete der Beschuldigte seine Tat. Bis vor 15 Jahren hatte der psychisch kranke Mann noch als Softwareingenieur gearbeitet und ein unbescholtenes Leben geführt. Direkt vor seiner Festnahme im September lebte er aber ohne festen Wohnsitz in Heidelberg.
Polizisten erwischten den damals noch 53-jährigen auf frischer Tat, nachdem er bereits 24 Autos mit seinem Zimmermannshammer beschädigt hatte. Er hatte nicht nur auf die Scheiben, sondern auch auf die Karosserien eingeschlagen. Als die Beamten vor Ort eintrafen, hatte sich der Mann zwischen geparkten Wagen versteckt. Er hatte den Hammer noch in der Hand und wehrte sich vehement gegen seine Festnahme. Dabei zog er sogar ein Messer und bedrohte die Ordnungshüter. Ein Polizist gab daraufhin einen Warnschuss ab, seine Kollegin erlitt deshalb ein Knalltrauma.