"Narrhalla" Buchen: So stimmungsvoll war der "Narrhalla"-Fastnachtsschoppen
Buchen. (dore) Die gute Stube des "Prinz Carl" war dem Anlass entsprechend bestens hergerichtet: Glitzerndes Lametta an der Decke und gut gelaunte Buchemer Narren sorgten für Feierstimmung beim "Narrhalla"-Frühschoppen, zu dem die Buchemer FG traditionell am Fastnachtsdienstag einlädt. Den zahlreich erschienenen geladenen Gästen wurde wieder ein gelungener Querschnitt der Saal- und Straßenfaschenacht präsentiert.
Nach einer von der Stadtkapelle unter Leitung von Alexander Monsch angestimmten fröhlichen Schunkelrunde zog "Narrhalla"-Vorsitzender Herbert Schwing ein erstes Fazit: "Die Kampagne war sehr erfolgreich. Sowohl vom ,Schmutzigen Donnerstag’, der gelungenen Hallesitzung und den Umzügen gibt es nur Positives zu berichten. Und für nächstes Jahr haben sich zum jetzigen Zeitpunkt schon 2800 Zugteilnehmer angemeldet - bislang hatten wir immer 3000 insgesamt dabei - das verheißt einen neuen Rekord! Und zwei Musikkapelle aus der Schweiz werden auch dabei sein."
Schwing nutzte die Gunst der Stunde, um dem Ehrenvorsitzenden Kurt Hemberger zum Geburtstag zu gratulieren, der natürlich auch sein verdientes Geburtstagsständchen - von den Gästen gesunden und der Stadtkapelle gespielt - bekam.
Dann startete auch schon das Programm: Gerd Wißmann - als passendes Wortspiel mit einem Krokodilshut auf dem Kopf - kritisierte in Reimform die "GroKo"-Verhandlungen und so manch andere politische Themen hierzulande und in ganz Europa.
Walter Jaegle widmete sich ebenfalls in Reimform als "Ali" aus dem nahen Osten dem Thema Asylbewerber unter dem Motto "Zurück in die Zukunft".
Bürgermeister Roland Burger freute sich über eine "runde Kampagne" und dankte mit einem Augenzwinkern im Namen der Stadt dem Elferrat, für den das Motto der "Hettemer Fregger", "A mit Schwund leefts rund", gelten könne.
Die "Huddelkrach" unterhielt die Fastnachter im Anschluss singend und mit Rassel sowie Ziehharmonika bestückt mit allerlei Geschichten von den Buchemer Narren im "vergangene Johr" - von der Restmüllarmen Abfallwirtschaft bis zur "Rallye Monte Carlo" in der Innenstadt.
Großen Applaus erntete auch wieder Hedwig Morschhäuser, die im schicken schwarzen Anzug und Zylinder reimend als Musikdirektorin verschiedenster Buchemer Musikabordnungen gewohnt humorvoll die Narren begeisterte. Sie dankte Christoph Kieser, der die Reime geschrieben hatte.
Ihrem Namen alle Ehre machte die "Handball-Krachkapelle", die singend und reimend über die Schützen, und einen Bademeister im Buchemer Schwimmbad berichtete, der des Schwimmens nicht mächtig war. Außerdem thematisierten sie den Mannheimer Jungbusch mit der Melodie des Liedes "Kriminaltango".
Die Wartbergspatzen kritisierten gekonnt singend die Wahl zum Bundestag und beleuchteten redend das Jahresgeschehen in Buchen. Ein besonderes Schmankerl war auch ihre originelle Idee von "Deutschland sucht den Supernarr", wobei die Präsidenten Trump, Erdogan und Kim Jong-un verkörpert und auf die Schippe genommen wurden.
Die Frauen vom Katholischen Frauenbund präsentierten sich in hervorragendem Gesangsreim als gar nicht zimperliche schwarz gekleidete Witwen, die für den Tod ihrer untreuen Männer verantwortlich sind.
Die "Gemeinderatsfaschenachtsfraktion", dargestellt von Martin Hahn und Priv. Doz. Dr. Harald Genzwürker, nahmen den scheidenden Buchemer Beigeordneten Thorsten Weber und die geplante Anbringung von Pollern am Stadtturm auf die Schippe.
Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte wie jedes Jahr das Buchemer Wagenrad, die bewegende Buchemer Themen 2017 mit viel Gesangs- und Reimsinn beleuchteten.