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Heppenheim/Lindenfels: Meningokokken-Infektion endete tödlich

Von Carsten Blaue

Heppenheim/Lindenfels. In Lindenfels im hessischen Kreis Bergstraße ist ein Kind am Freitagabend an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Das teilte das Landratsamt in Heppenheim gestern mit. Demnach handelte es sich um Erreger des Typs B, der eitrige Hirnhautentzündungen hervorruft. Nach Angabe der Behörde gebe es darüber hinaus in Lindenfels keine weiteren Verdachtsfälle für eine Erkrankung.

Das Kind hatte die evangelische Kindertagesstätte in der Lindenfelser Kernstadt besucht. Diese werde zumindest am heutigen Montag geschlossen bleiben, wie Kreissprecherin Cornelia von Poser gestern Abend auf RNZ-Anfrage bestätigte. Jedoch soll es einen Elternabend geben, bei dem das Gesundheitsamt des Landkreises informiert.

Schon als die Erkrankung des Kindes bekannt geworden war, hatte die Gesundheitsbehörde nötige Maßnahmen eingeleitet. So wurden im Verlauf des Wochenendes alle Personen ermittelt, die Kontakt zu dem Kind hatten. Diesen wurde dringend empfohlen, sich bei einem Arzt vorzustellen und prophylaktisch mit Antibiotika behandeln zu lassen, um die Gefahr einer weitere Erkrankung auszuschließen.

Meningokokken-Infektionen können zu Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen führen. Sie treten sporadisch auf und kommen auf der ganzen Welt vor. Die Besiedelung der Nasenschleimhaut durch Meningokokken ist auch bei Gesunden nicht selten, bleibt aber meist ohne Krankheitserscheinungen.

Behörde sind keine weiteren Verdachtsfälle bekannt

Problematisch wird es jedoch dann, wenn diese Bakterien ins Blut gelangen. Warum dies geschieht und warum es zu einer möglicherweise lebensgefährlichen Erkrankung kommen kann, ist im Einzelfall nicht bekannt. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung vergehen meist drei bis vier Tage. Die Inkubationszeit kann jedoch auch im Bereich von zwei bis zehn Tagen liegen. Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Krankheit beginnt oft mit allgemeinen Symptomen, wie Fieber, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen sowie Gliederschmerzen. Manchmal auch sehr abrupt mit Schüttelfrost. Zusätzlich treten eventuell Zeichen der Hirnhautentzündung, also Kopfschmerzen mit Lichtscheu oder Nackensteifigkeit, sowie Bewusstseinsstörungen auf.

In sehr schweren Fällen kommen Gerinnungsstörungen mit Einblutungen in die Haut hinzu. Mit frühzeitig verabreichten Antibiotika kann die Infektion jedoch wirksam bekämpft werden. Bei entsprechenden Krankheitssymptomen empfiehlt das Gesundheitsamt des Landkreises, umgehend ärztlichen Kontakt aufzunehmen.

Info: Für Rückfragen stehen ab diesem Montag, 22. Januar, 8 Uhr, die Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises Bergstraße, Dr. Sabine Güssow, sowie Dr. Alexander Beile, Fachbereichsleiter für Infektions- und Umwelthygiene, unter der Telefonnummer 0 62 52 / 15 53 96 zur Verfügung.

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