Heidelberg: Schnelle Entscheidung bei der Sparkasse - Arens an der Spitze
Von Micha Hörnle
Heidelberg. Das ging mal fix: Vor gut drei Wochen wurde bekannt, dass der Chef der Sparkasse Heidelberg, Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands werden soll, am Mittwoch wurde er es offiziell - und am gestrigen Donnerstag wurde auch schon sein Nachfolger in Heidelberg gewählt: Rainer Arens. Das war für Eingeweihte keine allzu große Überraschung, denn das Verhältnis zwischen Arens und Schleweis galt als eng, und auch Arens Ko-Vorstände, Bernd Wochele und Thomas Lorenz, stellten sich hinter den 55-Jährigen, der für die über 1200 Mitarbeiter vor allen Dingen eines verkörpert: Kontinuität.
Nicht nur weil Arens, dessen Ressort im Vorstand der Vertrieb ist, alle wichtigen Strategieentscheidungen mitgetroffen hat, sondern weil er, wie Schleweis, Lorenz und Wochele auch, ein echtes Sparkassengewächs ist: Ausbildung, Weiterbildung und Aufstieg zum Vorstand. Auch deswegen lief der Wechsel an der Bankspitze so schnell wie geräuschlos ab. "Das war auch wichtig, dass die Entscheidung schnell getroffen wurde", sagt Arens - allein schon, damit es bei den Mitarbeitern keine Unsicherheit gibt. Und wie man hört, fiel auch die Entscheidung des Verwaltungsrates - er setzt sich vor allem aus den (Ober-)Bürgermeistern der 31 Trägergemeinden aus der unmittelbaren Umgebung von Heidelberg zusammen - einstimmig aus.
Der Vorstand, aus dem Schleweis zum 1. Januar ausscheidet, wird nicht wieder "aufgefüllt": Es bleibt künftig bei drei Personen: Arens, Wochele und Lorenz, der zum ordentlichen Mitglied ernannt wurde. Das gilt auch als Signal an die Belegschaft, dass auch der Vorstand in relativ schwierigen Zeiten sich verschlankt. Nicht dass es der Sparkasse schlecht gehen würde, sie leidet nur an dem, woran in der Branche alle leiden: zu viele Bestimmungen und zu niedrige Zinsen.
Arens, der verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn hat, ist in Trier geboren, wuchs an der Mittelmosel bei Bernkastel auf, machte dort bei der Sparkasse seine Lehre, studierte später und ging nach Bad Kissingen. 2003 wechselte er zur Sparkasse in Hockenheim - wo er immer noch wohnt -, die zu Jahresbeginn 2007 mit der in Heidelberg fusionierte. Seit fast elf Jahren ist er in dem "Fusionsgebilde" Vorstand - und deswegen muss er sich auch nicht mehr groß vorstellen. Seine Devise ist: "Ab dem 2. Januar weiß jeder, was er zu tun hat. Wir müssen jetzt wieder die Aufregung herausnehmen und uns aufs Geschäft konzentrieren."
Arens ist mittlerweile zu einem "gelernten" Kurpfälzer geworden, dem es hier ausgesprochen gut gefällt. Er gilt als ähnlich umgänglich wie sein Vorgänger und erzählt gern: "Als wir von Bayern her zogen, sagte meine Frau zu mir: ,Wenn möglich, ziehen wir von hier nicht mehr weg!’"