Bertha-Benz-Realschule Wiesloch: Veraltete Heizung, undichte Fenster, gefährliche Leitungen, stinkende Toiletten
Wiesloch. (hds) Mit klarer Mehrheit angenommen wurde im Gemeinderat ein Antrag der CDU-Fraktion, eine schrittweise Sanierung der Bertha-Benz-Realschule zu prüfen - dies insbesondere unter dem Aspekt der zur Verfügung stehenden Landes- und Bundesfördermittel. Es gab 15 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen.
Wie Michael Kleinjans von der CDU dazu ausführte, hat sich der ohnehin mangelhafte Zustand des Gebäudes in den zurückliegenden Jahren weiter verschlechtert. Ein möglicher Neubau sei aufgrund der Finanzsituation der Stadt in absehbarer Zeit nicht umzusetzen, daher der Antrag, eine schrittweise Sanierung zu prüfen. "Aus Sicht der Schulleitung kann der Schulbetrieb während solcher Baumaßnahmen aufrecht erhalten werden", führte Kleinjans aus. Zudem stünden Fördergelder zur Verfügung, speziell aus den Landestöpfen. "Dieses Programm erfasst in vollem Umfang eine Sanierung des Realschulgebäudes", so der CDU-Stadtrat.
Auch seitens der Schulkonferenz (Schulleitung, Lehrer, Elternvertreter und Schülersprecher) war in den zurückliegenden Tagen in einem Brief an den Gemeinderat und an OB Dirk Elkemann gefordert worden, ein Konzept für einen Neubau oder eine Sanierung zu erarbeiten. Insbesondere wurde in dem Schreiben auf den hohen Investitionsstau an und in der Schule hingewiesen. Unter anderem wurden auf eine veraltete Heizungsanlage, undichte Fenster, gefährliche, weil in die Jahre gekommene elektrische Leitungen, stinkende Toiletten und ständig verstopfte Abflussrohre verwiesen. "Dieser Zustand ist nicht neu, darüber wird seit nunmehr 15 Jahren diskutiert", heißt es in dem Schreiben.
Wiesloch verfüge über eine leistungsstarke Schullandschaft, in der die Realschule eine wichtige Rolle spiele. Die Angebote richteten sich inzwischen auch an Schüler mit Hauptschulempfehlung, sie könnten an der Bertha-Benz-Schule auch einen Hauptschulabschluss machen.
Weitere Angebote und Neuerungen, so ein Konzept zur Berufsorientierung, seien wichtige Punkte im Konzept. "So sehr ein neuer Fachtrakt zur gemeinsamen Nutzung in dem geplanten Neubau der Gemeinschaftsschule begrüßt wird, so sehr ist doch der Zustand des zentralen Gebäudes zu beklagen", heißt es in dem Brief weiter.
OB Elkemann betonte, eine Schulkommission des Regierungspräsidiums werde nach Wiesloch kommen, um sich vor Ort über die Gegebenheiten zu informieren. "Wir haben im August einen entsprechenden Antrag auf eine schrittweise Sanierung und die Prüfung der Fördergelder gestellt", ergänzte er.
Von der Verwaltung wurde weiter ausgeführt, eine schrittweise Sanierung sei "grundsätzlich schwierig zu realisieren", da dies mit dem laufenden Schulbetrieb kaum möglich sei. Ob ein Neubau oder eine Sanierung wirtschaftlicher sei, könne derzeit noch nicht ermittelt werden. Die Fristen für die Abgabe entsprechender Förderanträge stünden noch nicht fest.
"Sie rennen mit dem Antrag bei uns offene Türen ein", so Dr. Fritz Zeier (Freie Wähler). Als "störend" empfand er die Aussage der Verwaltung, eine Sanierung "sei schwierig", speziell wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung. Es gelte nunmehr, dies genauestens zu überprüfen.
Nach den Worten von Susanne Merkel-Grau (Grüne) ist die Verwaltung jetzt "auf einem guten Weg". Sie bestätigte den Handlungsbedarf an der Realschule und erklärte, man müsse nun die Entscheidung der Schulbaukommission abwarten. "Wir wissen außerdem nicht genau, wohin es mit der Realschule künftig gehen wird", gab sie zu bedenken.
Orhan Bekyigit (Fraktionsgemeinschaft WGF und AWL) mahnte an, rechtzeitig alle Vorbereitungen für Anträge auf Fördergelder zu treffen, und Adrian Klare betonte seitens der SPD-Fraktion, man hätte eigentlich nicht über den CDU-Antrag abstimmen müssen. "Alle Schritte sind doch bereits eingeleitet worden."