Hardheimer Baugebiet "Steinig III": Keine Chance für eine schnelle Erschließung?
Hardheim-Gerichtstetten. (rüb) Wie wichtig die Erschließung von Bauplätzen ist, um für junge Familien als Wohnort attraktiv zu bleiben, das wurde den Ratsmitgliedern in der Oktober-Sitzung von Oliver Seitz (Gerichtstetten) vor Augen geführt, der für eine schnelle Erschließung des Gebiets "Steinig III" warb. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen aber mitunter Welten, und so könnten die neuen Bauplätze doch länger auf sich warten lassen. Diesen Eindruck vermittelte die Diskussion am Montag, als es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Gemeinderat Lars Ederer und Ortsvorsteher Wolfgang Walzenbach kam.
Lars Ederer bat die Verwaltung zu überprüfen, ob die Besitzer von Bauplätzen im Ortskern von Gerichtstetten nicht bereit wären, ihr Grundstück an Bauwillige zu veräußern. Als zweite Option könnte ein Obstbaumgrundstück gegenüber der Schule in Bauland verwandelt werden. Hier wäre wohl Platz für zwei Häuser. Durch beide Maßnahmen könnte möglicherweise der akute Bedarf gestillt werden. "Ich glaube nämlich nicht, dass wir die Summe für die Erschließung des neuen Baugebiets im Haushalt zur Verfügung haben werden", sagte Ederer, deshalb sei es wichtig, nach Alternativen zu schauen.
Dies wollte Ortsvorsteher Wolfgang Walzenbach nicht so stehen lassen: "Der Ortschaftsrat hat sich schon Gedanken um Alternativen gemacht." Diese seien jedoch nicht realisierbar, weshalb an der Erschließung des neuen Baugebiets kein Weg vorbeiführe. Im Übrigen seien die Grundstücke gegenüber der Schule Bauerwartungsland gewesen, aber vom Gemeinderat umgewidmet geworden.
Dies bestätigte Bauamtsleiter Friedrich Ansmann: Im Flächennutzungsplan (FNP) seien die Grundstücke als Streuobstwiese ausgewiesen. Bei der Fortschreibung des FNP könnte dies wieder geändert werden.