Universität Heidelberg: Stura empört über AfD-Anfrage
Heidelberg. (dns) "Bis auf das kleinste Detail durchleuchten" wolle eine Landtagsanfrage der AfD-Fraktion die Verfassten Studierendenschaften im Land, beschwert sich der Studierendenrat der Uni Heidelberg (Stura) in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit den Studentenvertretungen der Unis Freiburg und Hohenheim habe man beschlossen, diese nicht zu beantworten.
Es geht um einen Antrag der AfD-Fraktion im Landtag. Die Partei wollte vom Wissenschaftsministerium wissen, welche Gruppen, Initiativen und Referate durch die Studentenvertretungen im Land gefördert wurden. Dabei bezieht sie sich auch explizit auf die Uni Heidelberg. Dazu fordern die Rechtspopulisten eine Tabelle mit geförderten Gruppen samt Förderbetrag - das Wissenschaftsministerium leitete die Anfrage an die Studierendenschaften weiter.
Vor allem die Abfrage der Unterstützung von autonomen Referaten - an den Unis oft die Vertretungen von Minderheiten - wird von den Studenten kritisiert: Die Referate "sind meist von diskriminierten Gruppen erkämpfte und genutzte Schutzräume", heißt es in der Stellungnahme.
Darüber hinaus seien die meisten der abgefragten Daten ohnehin auf den Internetseiten der Studierendenvertretungen einsehbar. Um die Daten zusammenzutragen, sei entweder ein großer Aufwand Ehrenamtlicher oder der Einsatz Angestellter notwendig.
Beides sehen die Studenten nicht ein: "Wir als Verfasste Studierendenschaft erheben keine Beiträge, um damit Anfragen des Wissenschaftsministeriums zu bearbeiten." Die Fragen könne sich jeder selbst beantworten - indem er die öffentlichen Protokolle einsehe.