Stadtfriedhof Wiesloch: Muslimisches Gräberfeld eingeweiht
Wiesloch. (hds) Offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde jetzt auf dem Friedhof ein muslimisches Gräberfeld. Schon seit einigen Jahren besteht der Wunsch der islamischen Gemeinden nach einer Grab
stätte. "Dies ist ein wichtiger Schritt zur Integration", betonte Wieslochs OB Dirk Elkemann bei der kleinen Feierstunde. Viele, vor allem jene Menschen islamischen Glaubens, die in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland lebten, wollten ihre Angehörigen hier im Lande beerdigen. Dort eben, wo sie auch ihren Lebensmittelpunkt hätten. Dies sei nunmehr auf dem eigens ausgewiesenen Areal möglich.
"Für mich ist dies ein klares Zeichen, sich für die neue Heimat zu bekennen", unterstrich Elkemann. "Wir teilen unseren Friedhof jetzt mit den islamischen Gemeinden." Er hob insbesondere die Kooperation aller Beteiligten hervor. Es sei von großer Bedeutung, dass sich erstmals zwei islamische Gemeinden, die Aleviten und die türkisch-islamische Gemeinde der Weinstadt, zusammengetan hätten, um mitzuhelfen, das Projekt umzusetzen.
Bereits vorbereitet sind 18 Gräber, mittelfristig ist Platz für rund 150 Grabflächen. Vor einigen Jahren hatte der Gemeinderat einstimmig diesen Plänen zugestimmt und Gelder in Höhe von 75.000 Euro für die Umsetzung bewilligt. Ausgewählt wurde eine sogenannte "Reserve-Ausbaufläche" im südlichen Bereich des Friedhofs. Dort fanden bisher keine Bestattungen statt, eine wichtige Voraussetzung für eine islamische Ruhestätte - sie muss auf "jungfräulicher Erde" liegen.